Dokumentarfilm | Österreich 2018 | 94 Minuten

Regie: Ruth Beckermann

Die Kandidatur und spätere Wahl des früheren UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten war Mitte der 1980er-Jahre von intensiven Auseinandersetzungen um seine NS-Vergangenheit begleitet. Der Kompilationsfilm rekonstruiert die Affäre entlang von Archivaufnahmen, ORF-Material und eigenen Aufnahmen der Regisseurin Ruth Beckermann. Der glänzende Filmessay zeichnet dabei nicht nur das öffentliche Ringen um eine angemessene historische Erinnerung nach, sondern arbeitet die Abwehr politischer Verantwortung als Folge mangelnder Selbstkritik heraus. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
WALDHEIMS WALZER
Produktionsland
Österreich
Produktionsjahr
2018
Regie
Ruth Beckermann
Buch
Ruth Beckermann
Schnitt
Dieter Pichler
Länge
94 Minuten
Kinostart
04.10.2018
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Für den Beschuldigten handelte es sich um die größte Verleumdungskampagne, die Österreich nach dem Krieg je erlebt habe. Er sei stets ein Nazi-Gegner gewesen, behauptete Kurt Waldheim eisern bis zu seiner Wahl als österreichischer Bundespräsident. Niemals sei er bei der SA oder an Gräueltaten beteiligt gewesen, wie es ihm das Magazin Profil, die New York Times und der Jewish World Congress vorwarfen. Im Krieg habe er „korrekte und anständige Tätigkeiten“ ausgeführt; gemeint waren seine Unterschriften unter die Befehle zur Hinrichtung von Partisanen auf dem Balkan oder die Zuarbeit bei Deportationen von Juden aus Griechenland. Für einen Teil der Öffentlichkeit bewirkte die Causa Waldheim den längst fälligen Bruch mit dem Mythos, dass Österreich das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei. Andere bezeichneten hingegen die jüdischen Ankläger als „ehrlose Gesellen“. Für Wähler der FPÖ ist

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