Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt

Abenteuerfilm | USA 2018 | 104 Minuten

Regie: Dean Deblois

Dritter Teil der Animationsfilmreihe um den jungen Wikinger Hicks und seinen Nachtschatten Ohnezahn: Die Lebensgememeinschaft von Drachen und Wikingern auf der Insel Berk wird durch die Verfolgung der Drachen von äußeren Feinden gefährdet; unter Führung von Hicks ziehen die Berkianer darum aus, um eine sagenumwobene Welt der Drachen zu finden, wo die Echsen fortan in Frieden und Sicherheit leben können. Ein sinistrer Drachenjäger, der es auf Ohnezahn abgesehen hat, und eine schöne Drachendame sorgen dafür, dass die Mission nicht ohne Komplikationen abläuft. Der dritte Film der Reihe verbindet geschickt spektakuläre Actionszenen mit Elementen einer romantischen Komödie und schließt damit wieder mehr an die erzählerischen Qualitäten von Teil 1 an. - Ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
HOW TO TRAIN YOUR DRAGON 3: THE HIDDEN WORLD
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Dean Deblois
Buch
Dean Deblois
Musik
John Powell
Schnitt
John K. Carr
Länge
104 Minuten
Kinostart
07.02.2019
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 10.
Genre
Abenteuerfilm | Animationsfilm | Familienfilm | Fantasyfilm
Diskussion

Dritter Teil der Animationsfilm-Reihe, in der die Harmonie von Menschen und Drachen auf der Insel Berk durch üble Drachenjäger gestört wird. Ein buntes, actionreiches Spektakel, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

Sie tummeln sich in allen Formen, Farben und Größen, die Knochenknacker und Säbelzahnknirscher, die Stachelschrecken und Schockrachen und wie sie alle heißen. Zusammen mit den Wikingern der Insel Berk, mit denen sie seit dem Ende des ersten „Drachenzähmen leicht gemacht“-Films in schönster Eintracht zusammenleben, sind die vielen Drachenarten sozusagen das  mythisch-nordische Pendant einer toleranten multikulturellen Gesellschaft. Alles könnte so schön und entspannt sein wie in einem Fünf-Sterne-Wellnessressort – was der dritte Film in einer Szene gegen Anfang lustvoll in Szene setzt. Wenn da nur nicht jenseits von Berks Küsten ein ganzes Meer voller Holzköpfe wäre, die verbiestert an dem Vorurteil festhalten, dass Drachen Monster seien, die es zu fangen, zu versklaven oder zu töten gilt.

Womit auch schon umrissen ist, um was es geht: Der junge, mittlerweile zum Häuptling aufgestiegene Wikinger Hicks, der schon in Teil 2 einem üblen Drachen-Knechter das Handwerk legen musste, erkennt nun, dass seine bunt-gemischtrassige Truppe nicht mehr in Berk bleiben kann – zu hartnäckig ist die Verfolgung, der die Drachen ausgesetzt sind, zumal nun auch noch ein besonders übler Drachenjäger auftaucht, der es auf niemand anderen als Hicks’ geliebten Nachtschatten-Drachen Ohnezahn abgesehen hat. Hicks’ Hoffnung gilt nun einer Legende, von der er von seinem Vater gehört hat: Es soll irgendwo einen Eingang in eine verborgene Drachen-Welt geben, in der die liebenswerten Wesen in Sicherheit leben könnten.

Der erste „Drachenzähmen“-Film war eine visuell berauschend schön umgesetzte Coming-of-Age-Fabel, die in Form eines humorvoll entwickelten Abenteuers vom Überwinden tiefsitzender Vorurteile erzählte und das Ganze emotional an die Nöte eines Jungen koppelte, der sich traut, gegen den Strom allgemein akzeptierter Anschauungen und väterlichen Drucks anzuschwimmen. Teil 2 gab sich dann vor allem als Action-Kracher, fand aber zwischen Brachial-Humor, Kampfszenen und Einschüben von Pathos keinen charmanten Ton mehr.

Die erste romantische Komödie mit Drachenpersonal

Teil 3 ist zwar nun auch noch mehr auf Krawall gebürstet als das Original, hat aber zugleich wieder mehr Herz, indem er seine Abenteuergeschichte ganz nebenbei zur ersten romantischen Komödie der Filmgeschichte mit Drachenpersonal ausbaut: In den Händen des bösen Drachenjägers – eines herrlich genüsslich-fies gezeichneten, hageren Unholds – befindet sich ein Drachenweibchen, das als weißer Tagschatten unschwer als perfektes Yin zu Ohnezahns Yang erkennbar ist; und entsprechend schlägt schon bei der ersten Begegnung der Liebes-Blitz bei dem Nachtschatten-Drachen ein. Die Schöne für sich zu gewinnen, gestaltet sich allerdings als enorme Herausforderung, da die Flirt-Rituale bei Drachen ziemlich komplex sind.

Die Balz-Anstrengungen, die Ohnezahn nun unternimmt, etwas stümperhaft assistiert von Hicks, liefern entsprechend einige herrliche Szenen. Und dadurch, dass der Schurke die schöne Drachendame als Köder missbrauchen will, um Ohnezahns habhaft zu werden, liefert die Romanze gleich noch eine Steilvorlage fürs Anziehen der Spannungs-Schraube. Die Liebe des Drachen tritt freilich auch in Konkurrenz zu der innigen Freundschaft, die den Nachtschatten und Hicks seit Teil 1 verbindet. Zusammen mit der Auflösung der Lebensgemeinschaft in Berk und der Suche nach einer neuen Welt für die Drachen kommt damit das „menschelnde“ Thema ins Spiel, das der Film umkreist: Es geht um Veränderungen und Abschiede, wie sie notwendigerweise zum Erwachsenwerden dazu gehören, und um den Mut, Geliebtes loszulassen. Womit gewährleistet ist, dass die Action-Passagen des Films nicht in der Luft hängen, sondern wie in Teil 1 einen emotionalen Anker haben.

Spektakel-Schauwerte und Sinn fürs skurrile Detail

Visuell ist das Ganze einmal mehr so umgesetzt, dass Spektakel-Schauwerte, wenn sich die Drachen in die Lüfte schwingen, sich malerisch über Meere, Wolkenformationen und Inseln erheben oder sich in wilde Gefechte stürzen, und ein Sinn fürs skurrile Detail eine gelungene Einheit bilden. Besonders eindrucksvoll in jener – leider viel zu kurzen – Sequenz, in der es endlich jene sagenumwobene Welt der Drachen zu entdecken gilt, die der Titel verspricht. Es muss wohl doch noch ein weiteres Sequel her, um dieser schönen Erfindung die richtige Geltung zu verschaffen.

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