Action | USA 2019 | 132 Minuten

Regie: David F. Sandberg

Da der Zauberer von Shazam langsam in die Jahre kommt, will er seine Kräfte auf einen jugendlichen Nachfolger übertragen. Seine Wahl fällt auf einen rebellischen Teenager, der sein Leben bei wechselnden Pflegefamilien verbracht hat. Ein dem Bösen zugewandter Industrieller kann auf seinem Weg zur Weltherrschaft allerdings keinen Widersacher neben sich dulden. Solide Verfilmung einer bislang vernachlässigten Superhelden-Reihe aus dem Hause DC, die ihre betont actionlastige Handlung mit flockigem Humor auflockern will, um sich einer jüngeren Zielgruppe anzudienen. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
SHAZAM!
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
David F. Sandberg
Buch
Henry Gayden
Kamera
Maxime Alexandre
Musik
Benjamin Wallfisch
Schnitt
Michel Aller
Darsteller
Zachary Levi (Shazam) · Mark Strong (Dr. Thaddeus Sivana) · Djimon Hounsou (The Wizard) · Meagan Good (Darla Dudley, erwachsen) · Michelle Borth (Mary Bromfield, erwachsen)
Länge
132 Minuten
Kinostart
04.04.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Action | Comicverfilmung | Fantasy | Komödie | Science-Fiction
Diskussion

Solide Comic-Adaption nach einer DC-Vorlage um einen Teenager, der sich durch ein magisches Codewort äußerlich in einen Superhelden verwandeln kann, ohne dieser Rolle psychisch gewachsen zu sein.

Um ein Haar hätte es Thaddeus geschafft, seinen drakonischen Vater und den zynischen Bruder hinter sich zu lassen und in die wundersame Welt des großen Zauberers einzutauchen, der gewillt ist, seine überbordenden Kräfte des Shazam an einen Nachfolger zu übertragen. Doch Thaddeus ist weder reinen Herzens noch standhaft genug gegen die Versuchungen der sieben Todsünden; deshalb findet er sich auf dem Rücksitz der Familienlimousine wieder. Sein aufwühlender Wachtraum zieht indes einen tragischen Unfall nach sich, der ihn bei seinen Anverwandten noch verhasster macht.

Schlimmer noch: Als Thaddeus Jahre später als ungeliebter Handlanger in der väterlichen Firma schuftet, wird ein gewisser Billy Batson an seiner Stelle auserwählt, die Superkräfte zu tragen. Doch das Waisenkind, das gerade bei einer neuen Pflegefamilie untergekommen ist, weiß nicht so recht, was es von dem ganzen „Shazam“-Kram halten soll.

Gut gegen Böse, Kinder gegen Erwachsene

In David F. Sandbergs Comic-Adaption und Superhelden-Extravaganza ist das ganze Vorgeplänkel aber ziemlich unerheblich. Wichtig ist nur, dass hier Gut gegen Böse kämpft, Kinder gegen Erwachsene, und wer am Ende die grüne Glitzerkugel hat, kommt eine Runde weiter.

1939 kreierten der Zeichner C. C. Beck und der Autor Bill Parker jenen Superhelden innerhalb des DC-Universums, der als Grundlage für das aktuelle Filmspektakel firmiert. Damals hieß die Figur für kurze Zeit „Captain Marvel“; doch das ist eine andere Geschichte. Als Shazam dient er nun als Matrix für die erste rein komödiantische Brechung im DC-Superheldenreich. Der Film kommt ein wenig tabubrecherisch und etwas mehr auf Klamauk gebürstet daher und positioniert sich zwischen Marvels „Guardians of the Galaxy“ (im Humor deutlich mehr sophisticated) sowie „Deadpool“ (in allen Belangen gewitzter und tabubrecherischer).

Der Clou bei „Shazam!“ besteht darin, dass Billy ein sympathischer, nicht auf den Mund gefallener, wenn auch leicht chaotischer Teenager ist; doch wenn er sich mittels des „geheimen“ Codeworts „Shazam“ in einen Superhelden verwandelt, steht ein physisch und physiognomisch gestählter Erwachsener in tomatenrotem Bodysuit vor einem, dessen Latz ein gelber Blitz schmückt.

Die Kräfte der sieben Todsünden

Elektroblitze sind neben Superstärke und Unzerstörbarkeit dann auch die herausragendsten Eigenschaften des Mannes, dessen Intellekt weiterhin vom tapsigen Teenager beseelt ist. Alle diese Eigenschaften inklusive kindlicher Bauernschläue braucht er auch, um gegen Thaddeus bestehen zu können, der sich die Kräfte der sieben Todsünden einverleibt und sich als Dr. Thaddeus Sivana anschickt, die Welt zu dominieren.

Das hat spektakuläre Kampfeinlagen zur Folge, in denen sich Sivana und seine als Monster personifizierten Sünden ein ums andere Mal separieren. Hier rutscht „Shazam!“, der sich ansonsten als Kinderfilm geriert und auch so zu verstehen ist, für einige Minuten Richtung Horror, der eine im Genre der Angst weniger geübte Zuschauerschaft nachhaltiger erschrecken könnte. Ansonsten handelt es sich bei dem Spektakel um das solide Debüt eines gänzlich überflüssigen Superhelden, das vor allem durch seine unverkrampft agierenden jugendlichen Darsteller punktet. Und wie es bei diesem Sujet nicht weiter verwunderlich ist: Wenn es wirklich ernst wird, bleiben die Kämpfer für den Weltfrieden nicht allein. Für Sequels muss schließlich auch im Hause DC gesorgt werden.

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