Komödie | USA 2019 | 92 Minuten

Regie: Brie Larson

Das Regiedebüt von Schauspielerin Brie Larson, die auch die Hauptrolle spielt: Eine Kunststudentin, deren kreischbunter, von Kleinmädchenträumen befeuerter Stil aneckt, landet nach ihrem Rauswurf von einer Kunsthochschule wieder bei ihren Eltern. Kurz bevor sie sich schließlich doch der Monotonie des Erwachsenseins ergeben muss, rettet sie ein mysteriöser Ladenbesitzer, dessen Angebot wie für sie gemacht scheint. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
UNICORN STORE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Brie Larson
Buch
Samantha McIntyre
Kamera
Brett Pawlak
Musik
Alex Greenwald
Schnitt
Jennifer Vecchiarello
Darsteller
Brie Larson (Kit) · Samuel L. Jackson (Verkäufer) · Bradley Whitford (Gene) · Joan Cusack (Gladys) · Martha MacIsaac (Sabrina)
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Komödie
Diskussion

Das Regiedebüt der US-amerikanischen Schauspielerin Brie Larson handelt vom verspäteten Erwachsenwerden einer jungen Frau, die noch immer kindlichen Träumen nachhängt.

Regenborgenfarben, Glitzerstaub, Glücksbärchis und Einhörner: Die Vorlieben von Kit (Brie Larson) haben sich seit der Zeit, in der sie als Dreikäsehoch in ihrem Elternhaus herumtobte, kaum geändert. Mittlerweile ist sie allerdings erwachsen. An der Kunsthochschule, an der Kit studiert, sind eher Konzeptkunst und Purismus statt bunt-pastelliger Kleinmädchenträume gefragt, weshalb Kit gleich in der ersten Szene hochkant aus dem Institut fliegt und sozusagen mit gebrochenen Flügeln wieder im heimischen Nest landet. Mom und Dad, die ein Selbsterfahrungscamp für Jugendliche leiten, versuchen es mit gutgemeinter Motivation, worauf Kit grantelig reagiert; sie fühlt sich als Versager und suhlt sich in Selbstmitleid und Trotz, bis sie beim Fernsehmarathon auf der Couch durch einen Werbespot auf die Idee kommt, es bei einer Zeitarbeitsfirma zu versuchen. Es gelingt tatsächlich, dass Kit bei einer PR-Firma unterkommt. Mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Unbedarftheit findet sie sich bald darauf im grauen Kostüm ihrer Mutter in der Erwachsenenwelt eines Großraumbüros wieder.

Dort scheinen sich ihr bald richtige Karrierechancen aufzutun, weil sie am Kopierer auf den Vizepräsident des Unternehmens (Hamish Linklater) trifft. Doch eine mysteriöse Einladung lockt sie bald davon wieder ab und in einen geheimnisvollen Laden, dessen seltsamer Besitzer (Samuel L. Jackson) ihr die Verwirklichung eines großen Kindertraums in Aussicht stellt: ein Einhorn zu besitzen. Kit ist hin- und hergerissen zwischen dem Wissen, dass es eigentlich an der Zeit wäre, solche Träume loszulassen und endlich etwas aus ihrem Leben zu machen, und dem Wunsch, sich selbst treu zu bleiben und die Chance mit dem Einhorn am Schopf zu ergreifen.

Das verspätete Erwachsenwerden einer eigensinnigen Träumerin

Brie Larson spielt in dieser Komödie um das verspätete Erwachsenwerden einer eigensinnigen Träumerin nicht nur die Hauptrolle, sondern gibt auch ihr Regiedebüt. Das Drehbuch von „Unicorn Store“ ist allerdings wenig originell; eine „Finde deinen eigenen Weg“-Geschichte um einen liebeswerte Sonderline, wie sie schon x-mal verfilmt worden ist, ziemlich naiv entwickelt. Kit könnte mit ihrer kindlichen Infantilität, die nur ansatzweise psychologisch vertieft wird, eine ziemlich nervige Hauptfigur abgeben, wenn Larson ihr durch ihr Spiel und ihre Inszenierung nicht einiges an Süßlichkeit nehmen würde. Anstatt die Vorliebe der Figur fürs Glitzerig-Niedliche zu übernehmen und aus dem Ganzen eine Art „Fabelhafte Welt der Amélie“-Wiedergänger zu machen, erzählt Larson die Geschichte ziemlich „down to earth“ und realitätsnah.

Als Segen erweisen sich außerdem die Nebenfiguren und Larsons Gespür, sie in pointiert entwickelten Szenen mit Kit aneinander geraten zu lassen. Kits Eltern (Joan Cusack, Bradley Whitford), ihr Chef (Hamish Linklater) und ein junger Mann (Mamoudou Athie), der sich nichtsahnend für ihre Einhorn-Pläne einspannen lässt und bald Gefühle für Kit entwickelt, liefern interessant konturierte Figuren jenseits der Klischees und tragen dazu bei, die exzentrische Hauptfigur zu erden, ihre Entwicklung glaubhaft zu machen und dem Film einen sympathisch-nerdigen Humor zu verpassen.

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