Get Me Some Hair!

Dokumentarfilm | Deutschland 2018 | 84 Minuten

Regie: Lars Barthel

Essayistischer Dokumentarfilm des Regisseurs Lars Barthel, der ausgehend von kulturellen Differenzen in der Wahrnehmung bei ihm und seiner jamaikanischen Ehefrau die weltweit unterschiedlichen Perspektiven auf Haare und Perücken erkundet. Dabei bringt der Film zwischen den Schauplätzen Deutschland, Jamaika und Myanmar kaum aussagekräftige Antworten zusammen, der Off-Kommentar bewegt sich zwischen Poesie und bedeutungsschwangerer Esoterik. Bewegend und vielseitig sind dagegen die Bilder einer Beziehung über fast 25 Jahre, die dem Film mitunter eine bemerkenswerte Wahrhaftigkeit verleihen. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Lars Barthel
Buch
Lars Barthel
Kamera
Lars Barthel
Schnitt
Marian Kiss
Länge
84 Minuten
Kinostart
16.05.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion

Essayistischer Dokumentarfilm des Regisseurs Lars Barthel über die kulturellen Zuschreibungen von echtem und künstlichem Haar, gespiegelt an den Unterschieden in der Wahrnehmung zwischen ihm und seiner jamaikanischen Ehefrau.

Am Anfang stehen ein alltägliches Ritual und ein langwährender Ehestreit. Das Ritual: Eine Frau versucht ihr widerspenstiges Haar zu bändigen. Sie kämmt und klemmt, zerrt und zurrt, unterstützt von ihrem Mann, aber so recht zufrieden scheint sie mit dem Endergebnis nicht zu sein. Der Ehestreit: Antoinette ist Jamaikanerin und es erscheint ihr selbstverständlich, Perücken zu tragen. Ihr deutscher Ehemann jedoch, der Regisseur und Kameramann Lars Barthel, wundert sich. Er liebt die kurzen krausen Haare seiner Frau; das, was er als ihr authentisches Selbst empfindet. Schon oft hat er gefragt, wieso sie einen Teil von sich versteckt. Weil er ihre Antworten nicht akzeptieren kann und sie ihm als Erklärung unzureichend erscheinen, nimmt er seine Kamera und beginnt, nachzudenken. Es wirkt nie, als hätte seine Ehefrau darum gebeten. Im Gegenteil. Aber die Kamera tastet die Welt gierig nach Antworten ab. Das Ergebnis ist der essayistische Dokumentarfilm „Get Me Some Hair!“.

Würde man den Film nur danach beurteilen, wie gut er seine Grundfrage beantwortet, man müsste ihn für gescheitert erklären.

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