Serie | Kolumbien 2019 | 331 (8 Folgen) Minuten

Regie: Ciro Guerra

Eine junge Kommissarin aus Bogotà reist in den Amazonasdschungel an der Grenze zwischen Brasilien und Kolumbien, um den Mord an einer Gruppe von Missionarinnen aufzuklären. Vor Ort findet sie wenig Unterstützung. Nur ein Polizist hilft ihr, die Rätsel des verworrenen Falls zu lüften, der in ihre eigene Vergangenheit reicht, da ihr Vater einst in der Region forschte, und auch mythische Dimensionen berührt. Die Mini-Serie entfaltet sich als kriminalistisches Rätsel, das durch den atmosphärisch in Szene gesetzten Dschungel an Reiz gewinnt und vom Zusammenspiel von kolonialer Vergangenheit und zeitgenössischen Anliegen sowie dem Nebeneinander von unsicherer Urbanität und prekärer Natur erzählt. Im Laufe der Serie wird die metaphorische Verschränkung von Dschungel und menschlicher Natur allerdings arg überstrapaziert; die Handlung verirrt sich im Gestrüpp der Mystifizierungen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
GREEN FRONTIER
Produktionsland
Kolumbien
Produktionsjahr
2019
Regie
Ciro Guerra · Jacques Toulemonde Vidal · Laura Mora Ortega
Buch
Jenny Ceballos · Mauricio Leiva-Cock · Diego Ramírez-Schrempp
Kamera
Paulo Perez
Musik
Felipe Linares
Darsteller
Juana del Rio (Helena Poveda) · Angela Cano (Ushe) · Nelson Camayo (Reynaldo Bueno) · Miguel Dionisio Ramos (Yua) · Bruno Clairefond (Joseph Schultz)
Länge
331 (8 Folgen) Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Serie | Thriller

Diskussion

Jede gute Kriminalgeschichte gleicht einer Expedition ins Unbekannte. Die Terra incognita wird erforscht, nach und nach wird das vormals Verborgene freigelegt, die weißen Flecken der Landkarte gefüllt, die Vergangenheit von ihren Überwucherungen befreit. Verknüpfungen und Pfade entstehen, wo Unordnung war. Am Ende der Reise, in den Untiefen des Hinterlands, liegt die lange erhoffte Wahrheit, das Ziel aller Bemühungen. Oder eben – nicht. Die Enttäuschung, die bittere Erkenntnis, dass nicht jede Frage beantwortet werden kann, dass es vielleicht niemals eine Antwort gab.

So auch in der kolumbianischen Mini-Serie „Green Frontier“, ein Hybrid aus Krimi und Mystery-Thriller. „Frontera Verde“, so der Originaltitel, wird ganz durch den Schauplatz definiert. Sie spielt im Dschungel und soll selbst einer sein: Für Außenstehende ein unüberschaubarer, schwer zu durchdringender Ort; geheimnisvoll und verunsichernd. Eine Einladung, sich darin zu verlieren.

„Touristen“ sind nicht erwünscht

Am Anfang liegen Tote im ewigen Grün. Unbekannte haben im Grenzgebiet zwischen Brasilien und Kolumbien eine Gruppe von Missionarinnen ermordet. In ihren Körpern stecken Pfeile. Die Agentin Helena Poveda (Juana del Río) wird von der Hauptstadt Bogotá aus losgeschickt, um den Fall aufzuklären. Überall schlägt ihr Widerstand entgegen: Die lokale Polizei ist korrupt, die Indios reagieren ablehnend bis feindselig auf „Touristen“, die lokalen Schmuggler und Holzarbeiter wollen bei ihren Machenschaften lieber unbeobachtet bleiben.

Lediglich der Polizist Reynaldo Bueno (

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