Little Monsters (2019)

Horror | Australien/Großbritannien/USA 2019 | 94 Minuten

Regie: Abe Forsythe

Ein ungehobelter Tunichtgut schlüpft bei seiner Schwester unter. Um die schöne und charmante Kindergärtnerin seines kleinen Neffen näher kennenzulernen, erklärt er sich bereit, die Kinder auf einem Ausflug in einen Streichelzoo zu begleiten. Doch kaum dort angekommen, brechen Zombies aus einer nahegelegenen Militärbasis aus und überrennen den Freizeitpark. Nicht übermäßig anspruchsvolle, aber witzige und unterhaltsame Mischung aus Horrorfilm und Komödie, die die Gewalt des Zombie-Films zwar nicht beschönigt, aber immer wieder durch Comic Relief auffängt. Ganz nebenbei huldigt der Film Kindergärtnerinnen als unbesungenen Heldinnen des Alltags. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LITTLE MONSTERS
Produktionsland
Australien/Großbritannien/USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Abe Forsythe
Buch
Abe Forsythe
Kamera
Lachlan Milne
Musik
Piers Burbrook de Vere
Schnitt
Jim May · Drew Thompson
Darsteller
Lupita Nyong'o (Miss Caroline) · Josh Gad (Teddy McGiggle) · Alexander England (Dave) · Stephen Peacocke (Stevens) · Nadia Townsend (Sara)
Länge
94 Minuten
Kinostart
29.08.2019
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Horror | Komödie | Zombiefilm
Diskussion

Nicht übermäßig anspruchsvolle, aber witzige und unterhaltsame Mischung aus Zombie-Horrorfilm und Komödie, in der sich eine tatkräftige Kindergärtnerin den Untoten entgegenstellt.

Noch während der Vorspann mit den Firmen-Logos läuft, hören wir aus dem Off, wie sich Mann und Frau streiten, mal leise, mal laut, mal alleine, mal – und nun kommen die Bilder hinzu – mit Freunden beim Dinner. Das Ende vom Lied: Dave wird von seiner Freundin aus der gemeinsamen Wohnung geworfen. Unterschlupf findet er bei seiner Schwester – auch wenn sie Dave wegen seiner ungehobelten, rücksichtslosen Manieren, seiner vulgären Ausdrucksweise und seiner Vergangenheit als Heavy-Metal-Gitarrist keine Vorbildfunktion für ihren kleinen Sohn Felix zusprechen mag. Und dann verknallt sich der Tunichtgut zu allem Überfluss in Felix’ schöne, sympathische Kindergärtnerin Miss Caroline (dargestellt von Lupita Nyong’o), die auch schon mal zur Ukulele Lieder von Taylor Swift singt.

Um sie näher kennenzulernen, erklärt Dave sich sogar bereit, gemeinsam mit ihr Felix und die anderen Kids auf einem Ausflug in einen Streichelzoo zu begleiten. Erwartet werden sie schon von dem populären Entertainer Teddy McGiggle (der allerdings immer noch von einer Schauspielkarriere à la Al Pacino träumt). Doch der Ausflug nimmt eine unschöne Wendung: Zombies sind aus einer nahegelegen Militärbasis ausgebrochen und überrennen den Freizeitpark. „Gehört alles mit zur Show“, erklärt Miss Caroline den Kindern. Sie will unter keinen Umständen, dass sie die Gefahr bemerken. Darum inszeniert sie, unterstützt von Dave und dem unwilligen Teddy, die nun folgende Rettungsaktion als Spiel, bei dem jedes Kind beherzt mitmachen müsse…

Blutig und ruppig wie Jarmusch und Romero

Erst kürzlich lotete Jim Jarmusch mit The Dead Don’t Die die komischen Seiten des Zombie-Films aus. Dazu gehört auch stets die Überlegung, dass es Zombies gar nicht gibt, weil sie eine Erfindung des Horror-Genres und somit nur ein Kino-Mythos sind. Doch dann sind sie da, im Hier und Jetzt, und man muss sich ihrer erwehren. Und das geschieht in „Little Monsters“ von Abe Forsythe genauso blutig und ruppig wie bei Jarmusch oder George A. Romero. Zombies sind nur dann erledigt, wenn sie den Kopf verlieren, und so tut eine Schaufel ihren grausigen Dienst. Einmal fährt die Kamera hoch und immer höher – wohin man schaut: nur Zombies.

Der Clou des Films liegt darin, die Gefahr schönzufärben, um die Kinder nicht zu beunruhigen. Und so wird alles zum Spiel: Einmal läuft Miss Caroline wie eine Hindernisläuferin im rasanten Zickzack durch ein Spalier von langsamen Zombies, um ein lebenswichtiges Medikament für Felix aus einem Tornister im Schulbus zu besorgen. Die Pointe: Alle Schulranzen sehen gleich aus, und so dauert die Suche noch ein bisschen länger. Spannung und Comic Relief gehen so bei fast jeder Szene Hand in Hand.

Ein Loblied auf tatkräftige Kindergärtnerinnen

Zum Dreh- und Angelpunkt des Films wird dabei Miss Caroline, die nicht nur liebenswert und charmant ist, sondern auch fürsorglich und tatkräftig – eine unbesungene Heldin des Alltags, wenn man so will. Dass den unschuldigen Kindern nichts passieren darf, ist für sie oberstes Gebot, und mit diesem Engagement reißt sie auch Dave mit, der sich vom egozentrischen Stinkstiefel zum verantwortungsbewussten Onkel wandelt. Einmal singt er, mitten in der schlimmsten Zombie-Belagerung, für seine Angebetete „Sweet Caroline“ von Neil Diamond und gewinnt so ihr Herz. Wie überhaupt viel gesungen wird in diesem Film, immer dann, wenn es zu spannend wird und die Kids ein wenig Ablenkung brauchen. Man muss das alles nicht sehr anspruchsvoll finden, schon gar nicht im sozialkritischen Sinn der Filme von Romero. Trotzdem macht „Little Monsters“ Spaß – als perfekt austarierte Mischung aus Horror und Komödie, die ein Hohelied auf Kindergärtnerinnen singt.

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