Deutschstunde (2019)

Drama | Deutschland 2019 | 125 Minuten

Regie: Christian Schwochow

Nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert sich ein junger Mann in einer Besserungsanstalt an den Konflikt, der ihn an den Rand des Wahnsinns gebracht hat. Während der NS-Zeit hatte sein Vater als Dorfpolizist einen Maler verfolgt und sich zum brutalen Mittäter gemacht. Doch auch nach dem Untergang des Regimes ändert er seine Haltung nicht. Die von ausgezeichneten Darstellern getragene Verfilmung des 1968 veröffentlichten Romans von Siegfried Lenz wird von symbolistischen Szenen überfrachtet und wirkt in ihrer nach Bedeutsamkeit lechzenden Erzählweise schwerfällig und altmodisch. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2019
Regie
Christian Schwochow
Buch
Heide Schwochow
Kamera
Frank Lamm
Musik
Lorenz Dangel
Schnitt
Jens Klüber
Darsteller
Levi Eisenblätter (Siggi Jepsen, Kind) · Tobias Moretti (Max Ludwig Nansen) · Ulrich Noethen (Jens Ole Jepsen) · Maria Dragus (Hilke Jepsen) · Johanna Wokalek (Ditte Nansen)
Länge
125 Minuten
Kinostart
03.10.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Verfilmung des gleichnamigen Romans von Siegfried Lenz um einen jungen Mann in einer Besserungsanstalt, der sich an die Konflikte während der NS-Zeit erinnert, an denen er fast zerbrochen ist.

Diskussion

Das erste Bild des Films, das Motiv von Gitterstäben einer Gefängnistür, signalisiert Enge, Bedrängnis, Bedrohung. Der Regisseur Christian Schwochow schlägt bereits hier eines der Themen an: die erzwungene Gefangenschaft, das Eingesperrtsein in gesellschaftliche wie private Zwänge. Siggi Jepsen, die Hauptfigur, ist nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in einer Besserungsanstalt für Jugendliche gelandet. In den Schulstunden wird den jungen Häftlingen ein Aufsatz abverlangt: „Die Freuden der Pflicht“. Siggi gibt zunächst ein leeres Blatt ab, um später, in der Einzelzelle, nicht mehr mit dem Schreiben aufzuhören.

Die Freuden der Pflicht: Diese Aufgabe wird ihm Anlass für eine detaillierte Selbstreflexion, für ein Nachdenken über die eigene Biografie. Vor dem Wohin kommt das Woher: Wie wurde ich, was ich bin? Wer drückte mir den Stempel auf, der meine Haltungen und Handlungen prägt? Wie entstand das zerstörerische Potenzial der eigenen Seele? Das Schreiben als obsessiver Akt. Selbst als die vorgesehene Zeit in der Einzelzelle vorüber ist, verlangt Siggi nach mehr Papier und mehr Geduld: Das Resümee des Lebens muss zu Ende gedacht und gebracht werden.

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