Zombieland: Doppelt hält besser

Action | USA 2019 | 99 Minuten

Regie: Ruben Fleischer

In der Fortsetzung einer Zombiekomödie aus dem Jahr 2009 fahren die vier Protagonisten, zwei Männer und zwei Frauen, durch die US-amerikanische Provinz, treffen auf andere Überlebende der Zombie-Apokalypse und retten eine Hippie-Kommune vor den Untoten. Die redselige Komödie setzt auf wilde Albernheiten und absurde Späße, mit denen sich die Inszenierung über das Genre und sich selbst lustig macht. Zombies bleiben bis aufs Finale eher eine Randerscheinung, fordern dann aber angemessenen Tribut. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
ZOMBIELAND: DOUBLE TAP
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Ruben Fleischer
Buch
Dave Callaham · Rhett Reese · Paul Wernick
Kamera
Chung-hoon Chung
Musik
David Sardy
Schnitt
Chris Patterson · Dirk Westervelt
Darsteller
Zoey Deutch (Madison) · Abigail Breslin (Little Rock) · Woody Harrelson (Tallahassee) · Emma Stone (Wichita) · Rosario Dawson (Nevada)
Länge
99 Minuten
Kinostart
07.11.2019
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Action | Horror | Komödie | Zombiefilm
Diskussion

Angemessen exaltiert-absurde Fortsetzung um vier Überlebende einer Zombie-Katastrophe, die sich auf unterschiedlichen Wegen durch die USA bewegen und sich primär erst im Finale inmitten einer Hippie-Kommune der Untoten erwehren müssen.

Der zweite Teil. Man kennt schon alles. Die Überraschung ist weg, das Besondere bekannt. So ist das oft mit Fortsetzungen, und in diesem Fall ändern daran auch die Zombies nichts. Die werden jetzt in drei Kategorien unterschieden, in die Deppen, die weiterentwickelten Schlauen und die ebenfalls neuen, schwer umzubringenden Kämpfer. Wobei man diese Aufteilung nicht so genau nehmen muss; die Gruppen fusionieren, wenn es um frisches Fleisch geht. Doch auch unterschiedliche Zombiekategorien sind schon dagewesen, in originelleren Filmen als „Zombieland: Doppelt hät besser“.

Es gibt keine Innovationen in „Zombieland 2“; man muss sich an den Blödsinn halten. Davon gibt es eine Menge. So lange es um wilde Albernheiten geht, gibt sich Regisseur Ruben Fleischer ordentlich Mühe. Man begegnet vertrauten Figuren, dem Quartett Tallahassee, Wichita, Columbus und Little Rock, die sich inzwischen im Weißen Haus eingenistet haben. Dort spielen sie Familie, was Wichita und Columbus in ihre erste große Beziehungskrise stürzt. Schlimmer ist allerdings die adoleszente Rebellion von Little Rock, die sie dazu verleitet, aus dem sicheren Verbund auszubrechen. Sie will junge Menschen treffen, kiffen, die erste Liebe, wahrscheinlich Sex. 

Angemessener Kommentar auf das Trump-Amerika

Das stellt sich als relativ unkompliziert heraus. Kaum ist sie unterwegs, trifft sie im apokalyptischen Hinterland den langhaarigen Gitarrenspieler Berkeley. Er reist mit ihr zu einer kalifornischen Hippiekommune, wo Little Rock dann zwischen Bongos und veganer Küche ihre Aussteigerträume verwirklichen kann. Offensichtlich haben sämtliche Hippies überlebt. Das versetzt nicht nur Tallahassee einen harten Schlag, sobald er davon erfährt, das ist auch ein angemessener Kommentar zu Trump-Amerika. Die Hippies, allesamt Pazifisten, wurden bisher nicht von den wilden Horden fremder Zombies überrannt.

Der Rest von Little Rocks Ersatzfamilie macht sich alsbald auf, um sie zu suchen. Dabei stoßen sie auf erstaunliche Dinge: Blondinen-Karikaturen und Blondinen-Witze, die Schuhsammlung von Elvis Presley, ihre eigenen Doppelgänger. Die Inszenierung gibt sich Mühe; zudem wiederholt die Komödie allerhand Späße aus „Zombieland“, bleibt ähnlich redselig, macht sich über das Genre lustig und über sich selbst. Die Schauspieler sind bei der Sache, wirken aber häufig so, als würden sie extra übertreiben, um den originären Schub, der diesem zweiten Teil fehlt, durch Körpereinsatz herzustellen. 

Wie Verstand ein ganzes Waffenarsenal ersetzt

Zombies bleiben dabei Randerscheinung. Sie treten erst gegen Ende nochmals auf, wodurch es immerhin zu einer Neuerung für das Genre kommt: Tallahassee führt vor, wie man mit etwas Verstand ein ganzes Waffenarsenal ersetzt. Die Zombies werden mit bloßen Händen reingelegt, obwohl sie in furchteinflößender Masse auftreten. Durch Tallahassees riskanten Plan erhält die Action Raum, Maskenbildner werden gewürdigt, junge und alte Liebe wächst daran. Anschließend können die Helden entspannt in die nächste Folge von „Zombieland“ rauschen, selbstverständlich in einem rosafarbenen Cadillac Fleetwood 1955.

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