Dokumentarfilm | Deutschland 2019 | 88 Minuten

Regie: Pia Hellenthal

Dokumentarisches Porträt einer als Model, Sexarbeiterin, Gender-Aktivistin und Bloggerin tätigen Italienerin, die sich selbst Eva Collé nennt und via Instagram und Tumblr zur öffentlichen Figur gemacht hat. Seit über zehn Jahren postet Collé sich und ihr Leben mit freizügigen Selfies und stellt ihre Gedanken und Gefühle inflationär ins Internet. Der Film greift die sprunghafte Existenz der Protagonistin in der Montage auf und stellt disparate Elemente in einem bunten Reigen voller Kalenderbilder nebeneinander, ohne der Persönlichkeit oder ihrem exhibitionistischen Tun dadurch näherzukommen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2019
Regie
Pia Hellenthal
Buch
Pia Hellenthal · Giorgia Malatrasi
Kamera
Janis Mazuch
Schnitt
Yana Höhnerbach
Länge
88 Minuten
Kinostart
14.11.2019
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Dokumentarisches Porträt einer unter anderem als Model, Sexarbeiterin, Gender-Aktivistin und Bloggerin tätigen Italienerin, die sich selbst Eva Collé nennt und via Instagram und Tumblr zur öffentlichen Figur gemacht hat.

Diskussion

„Searching Eva“ zeigt Eva Collé. Sie spielt sich selbst, so wie es jeder tut. Zu sagen, sie würde porträtiert oder es würde ein Bild von ihr gezeichnet, vielleicht sogar ein kohärentes, wäre falsch. Das geschieht in dem Langfilmdebüt von Pia Hellenthal dezidiert und mit Ansage nicht.

Es wird auch nicht, wie es der Titel nahelegt, nach ihr gesucht. Natürlich hat das Filmteam die junge Italienerin jahrelang bei ihren Reisen durch Europa begleitet, mal mit dokumentarischem Gestus, mal mit aufwändig konstruierten Tableaus. Eine Suche findet trotzdem nicht statt, weil von vorneherein feststeht, dass Eva nicht zu finden ist. Stattdessen wird sie zum Phantom erklärt, zur Unerreichbaren und Vieldeutigen. Zur Andersartigen, die bestehende Vorstellungen von Identität hinter sich gelassen hat, die in keine Schublade passt. Obwohl es dann doch auffällig viele Begriffe gibt, mit denen sie sich selbst beschreibt: Poetin, Autorin, Model, Sexarbeiterin, Bloggerin, Autistin, Drogensüchtige und so weiter.

Selbstdokumentation im Internet als Grundmodus moderner Existenz

Ist sie so unbeschreiblich? Unbeschreiblicher als andere? Natürlich nicht! Jeder Mensch ist komplex, und jeder Versuch, ein Leben in 90 Minuten zu erklären, gerät notwendigerweise reduktionistisch. Bei einem Spaziergang durch die Szene

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