Character One: Susan

Dokumentarfilm | Deutschland 2018 | 80 Minuten

Regie: Tim Lienhard

Die Halbitalienerin Susan Angelini ist seit einem sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit schwer traumatisiert. Nach einem ausschweifenden Leben zwischen Adriaküste und Berliner Technoclubs lebt sie heute mit Anfang 50 in großer Einsamkeit und von Sozialhilfe abhängig in einer kleinen Einzimmerwohnung. Die Dokumentation über die laut ärztlicher Diagnose schizoaffektive und bipolare Frau bezeugt durchgehend die Bewunderung für die so widerständige wie redselige Porträtierte. Deren bewegtes Leben vermag der Film aber nicht in eine überzeugende Form zu bringen und hastet durch díe Stationen, statt Zeit zur Reflexion zu lassen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Tim Lienhard
Buch
Tim Lienhard
Kamera
Alexander Schmalz · Tim Lienhard
Schnitt
Frédéric Sapart · Tim Lienhard
Länge
80 Minuten
Kinostart
16.01.2020
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Dokumentarfilm über eine widerspenstige und redselige Frau von Anfang 50, die auf ihr ausschweifendes Leben zwischen Adriaküste und Berliner Technoclubs zurückblickt.

Diskussion

Schizoaffektiv, manisch-depressiv, unzurechnungsfähig, psychisch gestört, alkoholsüchtig, zwangsgestört, nicht gesellschaftsfähig, co-abhängig, nicht alle Tassen im Schrank: Wenn Susan Angelini über sich selbst spricht, feuert sie gleich eine ganze Salve an ärztlichen Diagnosen, Fremd- und Selbstzuschreibungen ab. Die herausragendste Eigenschaft der Anfang fünfzigjährigen Halbitalienerin mit Berliner Schnauze – oder vielmehr: das herausragendste Symptom ihrer psychischen Verfasstheit – ist ihr unaufhörlicher Redefluss. Susan spricht ohne Punkt und Komma, gerne auch in Wiederholungsschleifen, wobei sich in ihre schnodderige, ungefilterte Rede oftmals selbstreflexive Analysen und therapeutisches Vokabular mischen. Das Sprechen ist in „Character One: Susan“ dann auch das wesentliche Element.

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