Drama | Schweiz 2018 | 93 Minuten

Regie: Francesco Rizzi

Ein wurzelloser Einzelgänger beobachtet nachts eine Frau, die schwer unter einem kürzlichen Verlust leidet. Als sie eines Tages in das Auto ihres Verfolgers steigt und ihn sukzessive in ihr Leben einführt, entwickelt sich in schweigendem Einvernehmen eine Form von Vertrautheit zwischen den beiden vereinsamten Menschen. Eine fragmentarische, vielschichtig aufgebaute Studie tiefer Verlorenheit, in der sich aus sorgfältig komponierten Einstellungen und einer kongenialen Bildsprache eine bemerkenswerte Intensität entwickelt. Unter Verzicht auf übermäßige Erklärungen zeigt der Film über die allmähliche Annäherung einen schlüssigen Weg aus den beiderseitigen Traumata auf. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
CRONOFOBIA
Produktionsland
Schweiz
Produktionsjahr
2018
Regie
Francesco Rizzi
Buch
Daniela Gambaro · Francesco Rizzi
Kamera
Simon Guy Fässler
Musik
Zeno Gabaglio
Schnitt
Giuseppe Trepiccione
Darsteller
Vinicio Marchioni (Michael Suter) · Sabine Timoteo (Anna Martini) · Leonardo Nigro (Christoph) · Giorgia Salari (Managerin) · Jun Ichikawa (Clara)
Länge
93 Minuten
Kinostart
20.02.2020
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Ein Schweizer Debütfilm als vielschichtige Studie zweier vereinsamter Menschen, die über eine Annäherung ohne viel Worte allmählich einen Weg aus ihren beiderseitigen Traumata finden.

Diskussion

Die verglaste Front eines modernen Wohnhauses im Schweizer Tessin bietet während der Abendstunden ein Schattenspiel durch die halb offene Jalousie. In einem kurzen Zeitfenster bewegt sich die Silhouette einer Frau durch das hell erleuchtete Zimmer, während sie sich für ihre tägliche Lauf-Routine ankleidet. Ein heimlicher Beobachter, der von der Regelmäßigkeit dieser vulnerablen Momente zu wissen scheint, verfolgt ihre hektischen Bewegungen aus einem weißen Kleintransporter heraus, den er in sichtbarer Nähe vor dem Zaun geparkt hat.

Geschickt und subtil führt Francesco Rizzi in seinem Debütfilm „Cronofobia“ von Beginn an Erwartungen in die Irre und verwandelt die Unheimlichkeit des anfänglichen Verfolgungsszenarios in eine Geschichte über miteinander geteilte Heimsuchungen. Anna, die intensiv und sensibel von Sabine Timoteo verkörpert wird, l&aum

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