Biopic | Deutschland 2020 | 124 Minuten

Regie: Stephan Wagner

Tragikomisches Drama über die Wochen im Sommer 2015, als die deutsche Regierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Flüchtlingskrise rang und schließlich die Grenzen öffnete. Der Film blickt hinter die Kulissen und skizziert ein kurioses Panorama der Regierungsspitzen im Leidensmodus, die primär mit ihren Befindlichkeiten oder parteiinternen Rivalitäten ausgelastet sind. Politische Zusammenhänge sollen durch intime Porträts der Akteure nähergebracht werden, doch Figuren wie Themen werden nur oberflächlich angerissen. Plakative Verkürzungen untergraben den Versuch, ein die Gesellschaft aufwühlendes Geschehen filmisch zu vergegenwärtigen. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2020
Regie
Stephan Wagner
Buch
Florian Oeller
Kamera
Thomas Benesch
Musik
Irmin Schmidt
Schnitt
Stephan Wagner
Darsteller
Imogen Kogge (Angela Merkel) · Josef Bierbichler (Horst Seehofer) · Wolfgang Pregler (Thomas de Maizière) · Tristan Seith (Peter Altmaier) · Timo Dierkes (Sigmar Gabriel)
Länge
124 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Biopic | Drama

Tragikomisches Drama über die Wochen im Sommer 2015, als die deutsche Regierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Flüchtlingskrise rang und schließlich die Grenzen öffnete.

Diskussion

In „Die Getriebenen“ geht es um ein politisches Geschehen, das die Gesellschaft bis heute aufwühlt und spaltet: die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel im Jahr 2015. Nach Motiven des gleichnamigen Sachbuchs von Robin Alexander hat Florian Oeller ein Drehbuch verfasst, das mit dem Blick hinter die Kulissen der Regierungskoalition Ereignisse rekonstruiert, die sich im Sommer 2015 abspielten und in der Entscheidung der Bundeskanzlerin kulminierten, die Grenzen für einen unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen zu öffnen. In ihrer Mehrzahl handelte es sich damals um Syrien-Flüchtlinge, die auf der Balkanroute nach Ungarn gelangt waren und nach Deutschland wollten.

Von den Affekten des Augenblicks bestimmt

Stephan Wagner, ein versierter Regisseur von Fernsehkrimis, formt daraus keinen Politthriller, sondern eine Art tragikomisches Drama, in dem deutsche Spitzenpolitiker derart mit internen Rangeleien, Imagepflege und Karriereambitionen beschäftigt sind, dass sie den Ernst der Lage in der Flüchtlingsfrage viel zu spät erkennen. Im Zentrum stehen Politiker, die weniger als planvoll Regierende erscheinen, denn als Reagierende. Ihr Handeln wird von den Affekten des Augenblicks bestimmt; überdies werden sie vom dramatischen Weltgeschehen vor sich hergetrieben. Mit den „Getriebenen“ des Titels sind also nicht die aus ihrem Land vertriebenen Syrer gemeint, sondern die Akteure der Koalitionsregierung.

Inszenatorisch merkt man das Bemühen der Inszenierung, eine Atmosphäre der Intimität und Privatheit zu erzeugen. Ausführlich werden die gesundheitlichen und stimmu

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