Best of Genrenale Vol. 1

Fantasy | Deutschland/Schweiz 2015-2018 | 114 Minuten

Regie: Lukas Rinker

In neun Beiträgen unterschiedlichster Genres widmet sich die Kurzfilm-Kompilation dem etwas abseitigeren deutschen Filmschaffen aus den Bereichen Horror, Science-Fiction und Fantasy. Viele Filme sind Abschlussarbeiten oder Erstlingswerke, die trotz geringer Budgets über einen hohen technischen und handwerklichen Standard verfügen. Angesichts der raubeinigen Attitüde enttäuscht allerdings die allzu glatte Professionalität der Beiträge. In Ermangelung eines roten Fadens oder einer kuratorischen Haltung wirkt die Zusammenstellung mitunter wie eine Art Image-Film für den Genre-Standort Deutschland.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Schweiz
Produktionsjahr
2015-2018
Regie
Lukas Rinker · Erdal Ceylan · Julius Grimm · Daniel Rübesam · Pascal Glatz
Buch
Erdal Ceylan · Julius Grimm · Daniel Rübesam · Pascal Glatz · André Küttel
Kamera
Matthias Knebl · Erdal Ceylan · Moritz Tessendorf · Roland Stuprich · Simon Veroneg
Musik
Sebastian Watzinger · Jasmin Reuter · Manuel Loepfe · Nicolai Krepart · Daniel Elias Brenner
Schnitt
Sebastian Freund · Linda Bosch · Amaury Berger · Robert Stuprich
Länge
114 Minuten
Kinostart
02.01.2020
Genre
Fantasy | Horror | Thriller

Eine „Best of“-Sammlung von neun sehr unterschiedlichen Kurzfilmen, die beim „Genrenale“-Festival in Berlin zu sehen waren.

Diskussion

Seit 2013 verspricht die „Genrenale“ ihren Besuchern eine Alternative zu Weltkino-Schwermut und Arthouse-Selbstüberschätzung, die man der „Berlinale“ durchaus vorwerfen kann. Schon das Logo – ein abgetrennter Bärenkopf auf gelbem Grund – spricht eine deutliche Sprache: Hier sind Rebellen am Werk, idealistische Underdogs. Jahr um Jahr wird der Traum vom deutschen Genre-Kino geträumt, vom wilden, populistischen Unterhaltungsfilm, den es immer nur anderswo zu geben scheint. Mit der Kurzfilmsammlung „Best of Genrenale Vol. 1“ ziehen die Anhänger von Horror, Science-Fiction, Fantastik & Co. nun aus, um einen Pfad jenseits von Berliner Schule und TillMatthias Schweigerhöfer zu predigen.

Das Programm versammelt neun sehr unterschiedliche Kurzfilme aus dem deutschsprachigen Raum. Verbunden werden sie lediglich durch kurze Animationen, in denen der „Berlinale-Bär“ auf verschiedenste Weise das Zeitliche segnet. Viele Beiträge sind Abschlussarbeiten und Erstlingswerke. Trotz eher geringer Budgets herrscht ein hoher technischer und handwerklicher Standard. Angesichts der raubeinigen Attitüde des „Genrenale“-Festivals ist die glatte Professionalität der Beiträge fast ein wenig enttäuschend. Man kann es teilweise durchaus mit US-Produktionen aufnehmen, aber weil Ecken und Kanten fehlen, erhält die Sammlung einen Showreel-Charakter. Begabte, meist junge und fast durchweg männliche Regisseure beweisen ihre Kompetenz für Investoren und ein potenzielles Publikum. In Ermanglung eines roten Fadens oder einer kuratorischen Haltung entsteht eine Art Image-Film für den Horror-Standpunkt Deutschland.

Der Einstieg: &bd

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