Coming Home in the Dark

Literaturverfilmung | Neuseeland 2020 | 89 Minuten

Regie: James Ashcroft

Ein Ehepaar bricht mit seinen beiden Kindern zu einem Kurzurlaub inmitten der unberührten Natur Neuseelands auf. Bei einem Picknick platzen plötzlich zwei Männer in die Idylle, woraufhin sich der Ausflug für die Familie zu einem Albtraum entwickelt. Der Thriller schockt mit heftigen und unmittelbaren Gewaltausbrüchen, die jedoch nicht zum Selbstzweck verkommen. Der Film, der auf gängigen Genre-Pfaden wandert und durch seine düstere Atmosphäre überzeugt, dreht sich um die Folgen verschiedener Formen von Gewalt und überlässt vieles der Vorstellung der Zuschauer. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
COMING HOME IN THE DARK
Produktionsland
Neuseeland
Produktionsjahr
2020
Regie
James Ashcroft
Buch
Eli Kent · James Ashcroft
Kamera
Matt Henley
Musik
John Gibson
Schnitt
Annie Collins
Darsteller
Erik Thomson (Alan) · Miriama McDowell (Jill) · Frankie Paratene (Jordan) · Billy Paratene (Maika) · Daniel Gillies (Mandrake)
Länge
89 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Literaturverfilmung | Survival-Film | Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Capelight
Verleih Blu-ray
Capelight
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Thriller um eine Familie, die beim Urlaub in der unberührten Natur Neuseelands in die Gewalt eines brutalen Männer-Duos gerät.

Diskussion

Der Start in den Kurzurlaub läuft für die Familie von Alan (Erik Thomson) nicht gerade harmonisch: Sie geraten in eine Radarfalle, die beiden Söhne Maika und Jordan streiten auf der Rückbank, und Alans Frau Jill (Miriama McDowell) ist vom Verhalten ihres Mannes genervt. Als das Lehrer-Ehepaar mit seinen Kindern jedoch an seinem Ziel, mitten in der unberührten Natur Neuseelands, ankommt, herrscht wieder Harmonie und Vorfreude auf die anstehenden Tage. Zu dem Zeitpunkt ahnt die Familie nicht, dass die kleinen Unstimmigkeiten zu Beginn des Trips kein Vergleich zu dem Horror sind, der auf sie zukommt.

Dass es kein friedliches Familien-Wochenende wird, deutet Regisseur James Ashcroft das erste Mal bei einer Wanderung durch eine Schlucht an. Einer der Söhne entdeckt auf einem Felsen in der Ferne zwei Männer, die sie offenbar beobachten. Nach der Wanderung macht die Familie ein Picknick, die Frau versammelt alle für ein Foto vor die Kamera. Plötzlich platzen jedoch die beiden Männer, Mandrake (Daniel Gillies) und Tubs (Matthias Luafutu), in die Idylle. Als sich das Duo nicht mit dem Geld oder dem Fahrzeug der Urlauber zufriedengibt und deutlich wird, dass es kein einfacher Überfall ist, beginnt für die Familie ein wahrer Albtraum.

Gewaltausbrüche wie ein Schlag in die Magengrube

Dieser Albtraum, von dem der Thriller „Coming Home in the Dark“ im Folgenden erzählt, entfaltet sich sowohl als physische wie auch als psychische Extremsituation. Immer wieder bricht plötzlich Gewalt aus, wenn Mandrake und Tubs mit kompromissloser Härte vorgehen. Diese Momente treten nicht durchgehend auf, kommen jedoch immer wieder, und dann unvermittelt, unvorhersehbar und plötzlich und wirken dadurch umso stärker. Vor allem der erste Gewaltausbruch ist wie ein Schlag in die Magengrube.

So, wie sie inszeniert sind, dienen diese Grenzüberschreitungen jedoch nicht dem reinen Thrill; Regisseur Ashcroft setzt sie nicht selbstzweckhaft ein. Der Filmemacher, der mit „Coming Home in the Dark“ die gleichnamige Kurzgeschichte des Schriftstellers Owen Marshall verfilmt, interessiert sich nicht zuletzt für die psychische Seite des Druckes, der auf die Familie ausgeübt wird. Wenn Mandrake und Tubs in einer Szene etwa „Ich sehe was, was du nicht siehst“ mit ihren Opfern spielen, ist dies kaum erträglicher als etwa ein blutiger Kampf mit Schlägen und Tritten. Die durchgehende Ungewissheit sorgt für zusätzlichen Stress bei den Figuren.

Seelische Folgen von Gewalt

Es geht im Verlauf der Geschichte auf mehreren Ebenen um die psychologischen Folgen von Gewalt. Dabei spielt neben der eigentlichen Handlung auch die Vergangenheit der Figuren eine Rolle. Es stellt sich heraus, dass Mandrake und Tubs die Familie nicht zufällig ausgewählt haben. Moralische Fragen deuten sich an, die sich um das Thema Schuld und Schweigen drehen. Der Film beantwortet nicht alle der so aufgeworfenen Fragen und lässt vieles in der Vorstellung der Zuschauer, die sich unweigerlich damit auseinandersetzen müssen. Dabei ist auch zu verschmerzen, dass der Plot und auch die Charakterzeichnungen durchaus auf gängigen Genre-Pfaden wandern.

Überzeugen kann nicht zuletzt die Inszenierung. Die Handlung des Films beschränkt sich nach dem Überfall beim Picknick auf die letzten Stunden des Tages und die anschließende Nacht, viele Szenen spielen im Auto. Es entwickelt sich eine düstere Grundstimmung, die durch die dunklen, aber nie zu dunklen, Bilder verstärkt wird. Auch das macht „Coming Home in the Dark“ zu einem Thriller, der nachwirkt.

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