Action | USA 2019 | 93 Minuten

Regie: Aaron Harvey

Ein ehemaliger Gangster hat in Alabama ein neues Leben angefangen, mit schöner Frau und gutem Job. Doch dann wird er von seiner Vergangenheit eingeholt, als der Boss seiner früheren Bande Beute und Vergeltung einfordert. Ein blutrünstiger und gewalttätiger Krimi, der Themen wie Freundschaft und Verrat für eine vorhersehbare Rachegeschichte vernachlässigt. In der Hauptrolle zu farblos gespielt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
INTO THE ASHES
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Aaron Harvey
Buch
Aaron Harvey
Kamera
John W. Rutland
Musik
James Curd
Schnitt
Richard Byard
Darsteller
Frank Grillo (Sloan) · Luke Grimes (Nick Brenner) · James Badge Dale (Sal Porter) · David Cade (Charlie) · Marguerite Moreau (Tara Brenner)
Länge
93 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Action | Rachedrama | Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Koch
Verleih Blu-ray
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Rache-Thriller um einen ehemaligen Gangster, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Diskussion

Während die Kamera durch ein großes Möbellager gleitet, pickt sie sich von hinten einen Mann heraus, der langsam durch mehrere Gänge geht, ein schweres Möbelstück aus dem Regal nimmt und es für den Kunden an der Laderampe bereitstellt. Nick Brenner ist ein schweigsamer, zurückhaltender Mann. Man sie ihm an, dass ihn etwas belastet. In einer kleinen Gemeinde in Alabama hat er sich trotzdem eine gesicherte Existenz aufgebaut: ein guter Job, ein loyaler Freund namens Sam, und außerdem hat er Tara, die schöne Tochter des Sheriffs, geheiratet.

Allerdings war Nick früher mal Mitglied einer kriminellen Bande. Beim letzten Coup ließ er seine Kumpel im Stich und machte sich mit der Beute aus dem Staub. Sloan, der Boss der Bande, musste ins Gefängnis. Er ist kein Mann, der schnell vergisst. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, scharrt er ein Paar Männer um sich und macht Nicks neuen Wohnort ausfindig. Erst töten sie seine Frau, dann schießen sie Nick zwei Kugeln in den Rücken. Doch er überlebt. Schwer verletzt schleppt er sich zu seinem Freund Sam. Schwerbewaffnet fahren sie zu dem Motel, in dem Sloan und seine Handlanger untergeschlüpft sind.

„Wir waren eine Famillie!“

„Into the Ashes“ ist eine Rachegeschichte wie viele andere, blutrünstig, gewalttätig, vorhersehbar. Vielleicht hatte Regisseur Aaron Harvey ein anspruchsvolles Krimidrama über Gemeinschaft und Betrug, Freundschaft und Verrat im Sinn. „Wir waren eine Familie!“, ruft Sloan mehrmals, seine tiefe, seelische Verwundung pathetisch betonend. Doch seine Figur ist viel zu holzschnittartig als skrupelloser, brutaler und äußerst unangenehmer Gangster gezeichnet, als dass man ihm eine solche Sensibilität abnähme. Doch vom Existenzialismus eines Films wie „Point Blank“ von John Boorman, in dem ähnliche Themen und Handlungsprämissen verhandelt werden, ist „Into the Ashes“ weit entfernt. Die Inszenierung folgt lieber den ausgetretenen Pfaden von Charles Bronson und „Ein Mann sieht rot“ mit all seinen Nachfolgern und Nachahmern.

Ein wenig mag der Regisseur geahnt haben, dass er dem Rachemotiv mit seinen Klischees und Versatzstücken in die Falle geht; er ist jedenfalls sichtlich bemüht, die Dinge differenziert zu gestalten. Einmal wird es sogar interessant: Anstatt einen blutigen „Shootout“ vor dem Motel zu zeigen, gibt es einen abrupten, beklemmenden Schnitt zum katastrophalen Ausgang der Schießerei. Hier muss sich etwas unvorstellbar Grausames zugetragen haben. Dem Sheriff bleibt nur, die Leichen zu konstatieren.

Ein Gangster ohne Ehre

Doch dann nimmt Harvey seine Erzählidee zurück und lässt Brenner dem Sheriff in Rückblenden erzählen, was genau passiert ist. Da wird keine Kugel und kein Blutspritzer ausgespart. Erschwerend kommt hinzu, dass Hauptdarsteller Luke Grimes weder die Ausstrahlung eines Charles Bronson noch die Coolness eines Lee Marvin (aus „Point Blank“) besitzt. Er ist als Gangster ohne Ehre, der seine Kumpel übers Ohr haut und seiner Frau seine kriminelle Vergangenheit verheimlicht, viel zu oberflächlich und negativ gezeichnet; nicht einmal eine gewisse Zufriedenheit über sein neues Leben mit schöner Frau und regelmäßiger Arbeit ist ihm anzumerken. Und auch für die Wut und Hilflosigkeit, nachdem ihm alles genommen wurde, findet Luke Grimes nur unzureichende darstellerische Mittel. Frank Grillo läuft ihm da als Gangsterboss, der sich am Schluss fatalistisch in sein Schicksal fügt, glatt den Rang ab.

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