The Dry - Lügen der Vergangenheit

Drama | Australien/USA 2020 | 112 Minuten

Regie: Robert Connolly

Nach mehr als 20 Jahren kehrt ein Bundesagent aus Melbourne in seine Heimatstadt im australischen Outback zurück, um der Beerdigung eines Jugendfreundes beizuwohnen. Dieser soll seine Frau und sein Kind und dann sich selbst getötet haben. Der Bundesagent geht den Beschuldigungen nach, muss sich dabei aber auch seiner Vergangenheit stellen. Der als klassischer Krimi ausgelegte Film arbeitet neben dem aktuellen Fall in Rückblenden auch ein früheres Trauma des Protagonisten auf. In weiten, eindrucksvollen Panorama-Bildern spielt dabei auch die Dürre eine wichtige Rolle, die die Region seit Jahren an den Rand der Katastrophe treibt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE DRY
Produktionsland
Australien/USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Robert Connolly
Buch
Harry Cripps · Robert Connolly
Kamera
Stefan Duscio
Musik
Peter Raeburn
Schnitt
Alexandre de Franceschi · Nick Meyers
Darsteller
Eric Bana (Aaron Falk) · Genevieve O'Reilly (Gretchen) · Keir O'Donnell (Greg Raco) · John Polson (Scott Whitlam) · Julia Blake (Barb)
Länge
112 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Drama | Krimi | Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Leonine
Verleih Blu-ray
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Krimidrama um einen australischen Bundesbeamten, der für eine Beerdigung in seine Heimat im Outback zurückkehrt und sich neben einem Kriminalfall auch mit einem alten Trauma herumschlagen muss.

Diskussion

Für Aaron Falk (Eric Bana) ist es eine Rückkehr in die Vergangenheit: Vor mehr als 20 Jahren hat der Bundesagent, der mittlerweile erfolgreich in Melbourne arbeitet, seine Heimatstadt im australischen Outback verlassen. Nun kehrt er in den kleinen Ort Kiewarra zurück, um der Beerdigung seines Jugendfreundes Luke beizuwohnen. Dieser wird eines grausamen Verbrechens beschuldigt: Er soll seine Frau und dann seinen Sohn zuhause getötet und sich dann unweit davon selbst in den Kopf geschossen haben. So jedenfalls erzählen es sich die Menschen in der Stadt, und so wird das Verbrechen auch gedeutet. Doch Lukes Eltern zweifeln daran und bitten Falk um Hilfe. Der willigt ein, länger als geplant zu bleiben, um die offizielle Version des Verbrechens zu überprüfen.

„The Dry“ ist ein klassischer Krimi, der auf dem gleichnamigen Roman von Jane Harper basiert. Falk tut sich mit dem örtlichen, deutlich unerfahreneren Polizisten zusammen, der eher die schrecklichen Bilder vom Tatort verarbeiten muss, als dass er wirklich helfen könnte. Die beiden gehen falschen und richtigen Hinweisen nach und befragen die Anwohner, um so nach und nach der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Regisseur Robert Connolly inszeniert die Geschichte ruhig und unaufgeregt, fast schon ohne Schwung, aber immer geradlinig. Ähnlich zurückgenommen ist das Spiel von Eric Bana, der stoisch und beinahe ausdruckslos den ruhigen Protagonisten mimt. Der Hass und die Vorurteile, die ihm in Kiewarra entgegenschlagen, begegnet er zurückhaltend und unaufgeregt.

Der Tod einer Jugendfreundin

Falks Reaktionen hängen mit Ereignissen in der Vergangenheit zusammen. Die Rückkehr reißt eine alte Wunde wieder auf, die mit dem Tod einer Jugendfreundin zusammenhängt. In Rückblenden ist immer wieder zu sehen, was vor zwei Jahrzehnten geschah. Falk soll in den Tod des Mädchens verwickelt gewesen sein, lauten die Vorwürfe in der Stadt. Diese Vorwürfe waren der Grund, warum er die Kleinstadt verließ.

„The Dry“ eröffnet damit einen zweiten Fall und verbindet sie so geschickt miteinander, dass der Erzählfluss nicht gestört wird. Während seiner Ermittlungen kehrt der Protagonist an Orte zurück, die er aus seiner Jugend kennt. Er erinnert sich daran, was er dort erlebt hat. In diesen Momenten blickt auch der Film zurück und löst nach und nach das Rätsel um die Vergangenheit auf.

Fast nebenbei erzählt der Film von einem großen Problem der Menschen im Outback. Seit mehr als einem Jahrzehnt hat die Gemeinde mit der Dürre zu kämpfen, und seit 324 Tagen hat es in Kiewarra nicht mehr geregnet, was nicht nur Folgen für die Ernte hat. Bereits zu Beginn fliegt die Kamera über ausgetrocknete Felder und öde Landschaften und fängt auch im weiteren Verlauf die Trockenheit in weiten Panoramabildern ein. Auch der bildliche Vergleich über die Jahrzehnte hinweg ist eindrucksvoll. Statt grüner Hügel, über die Aaron noch in seiner Kindheit lief und die in den Rückblenden zu sehen sind, präsentiert sich die Landschaft nun in einem öden Braun. Der Fluss, in dem Aron und seine Freunde früher gemeinsam schwimmen waren, fließt nicht mehr. Die Seen sind vertrocknet.

Eine Eskalation scheint immer möglich

Die Trockenheit bringt die Gefahr von Buschfeuern mit sich. Ein kleiner Funke kann verheerende Folgen haben. Das gilt aber nicht nur für Brände. Auch in den Spannungen und Zwischentönen zwischen Aaron und den Dorfbewohnern lodert es. Eine Eskalation scheint bis zum Ende möglich. Auch daraus zieht der Film bis zur letzten Auflösung seine Spannung.

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