Geisterfilm | USA 2020 | 89 Minuten

Regie: Nicholas Verso

Eine US-Patchworkfamilie zieht es zu Weihnachten in ein jüngst gekauftes Anwesen auf dem Land. Das alte Gemäuer war früher ein Sanatorium für Kinder, deren alte Spielsachen ein teuflisches Eigenleben entwickeln. Mit geringem Budget und wenig Fantasie inszenierter Puppenhorrorfilm, dessen handgemachte Effekte zwischendurch ans Horrorkino der 1980er- und 1990er-Jahre erinnern. Schlechte Schauspieler und der komplette Mangel an Einfällen lassen ihn jedoch zur äußerst zähen Angelegenheit werden. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
TOYS OF TERROR
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Nicholas Verso
Buch
Dana Gould
Kamera
Paul Suderman
Musik
Matthew Rogers
Schnitt
Mike Mendez
Darsteller
Kyana Teresa (Hannah) · Georgia Waters (Rose) · Verity Marks (Alicia) · Dayo Ade (David) · Saul Elias (Franklin)
Länge
89 Minuten
Kinostart
02.12.2021
Fsk
ab 16; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Geisterfilm | Horror

Eine US-Patchworkfamilie zieht es zu Weihnachten in ein jüngst gekauftes Anwesen auf dem Land, in dem alte Spielsachen ein teuflisches Eigenleben entwickeln.

Diskussion

Wenn man in einem alten, abgelegenen Haus die obere Etage meiden soll, befindet es sich entweder in einem erbärmlichen Zustand oder es spielt in einem Horrorfilm mit. In jedem Fall sollte man keinen Fuß dorthin setzen und erst recht keinen weihnachtlichen Familienausflug in Erwägung ziehen. Klar, dass genau das dennoch passiert.

Für Patchworkfamilien ist besonders das Weihnachtsfest wichtig, um das Zusammenwachsen zu fördern. Daher fahren David (Dayo Ade), seine Tochter Alicia (Verity Marks), seine neue Frau Hannah (Kyana Teresa) und deren Vorschulkinder Franklin (Saul Elias) und Zoe (Zoe Fish) aufs Land. Dass das Haus, in dem sie unterkommen, eine Bruchbude ist, deren obere Etagen noch zu renovieren sind, steht auf einem anderen Blatt.

Ohne WLAN und analoges Fernsehen

Tochter Alicia hat noch andere Gründe, warum es sie nicht in die von ihrem Vater verordnete Idylle zieht. Neben dem überdies von einem Kindermädchen (Georgia Waters) begleiteten Familienzuwachs gibt es in der völlig jugendfeindlichen Umgebung kein WLAN und nicht mal brauchbares Analogfernsehen. Weihnachten muss so doch einfach der pure Horror werden.

„Toys of Terror“ von Nicholas Verso ist kein Film über das Renovieren von Eigenheimen, auch wenn David und Hannah genau das vorhaben, um ihr neu erstandenes Schnäppchen gewinnbringend zu veräußern. Dabei wäre das noch der interessantere Part der Geschichte gewesen. Doch der Film soll handfester Puppenhorror werden. Denn in dem alten Haus, das früher einmal ein Sanatorium für Kinder war, hauste vor langer Zeit der Wahnsinn. Deshalb wurde es geschlossen. Übrig geblieben sind nur marode Böden und eine Menge Spielzeug.

Da man nicht erst seit Chucky und Annabelle weiß, dass auch in Plüsch und Wackeldackel gerne mal das Böse in Form brachialer Unhold-Seelen einfährt, ist es auch hier nicht verwunderlich, dass die neu eingezogenen Familienmitglieder von rollenden roten Bällen, Kinderstimmen und seltsamen Erscheinungen in ihren Zimmern berichten. Die Situation spitzt sich zu, als aus der oberen Etage eine Kiste mit weiterem Spielekram geborgen wird und bald darauf schräge Gestalten um einen nur scheinbar putzigen Schellenaffen das Regiment im Haus übernehmen.

Angesichts dessen hilft nur die Flucht nach vorne, respektive tüchtig Gegenwehr, denn an einen Auszug ist um dieser Jahreszeit und aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen nicht zu denken.

Reverenz ans Horrorkino der 1980er-Jahre

„Toys of Terror“ spielt zumindest ansatzweise mit dem Horrorkino der 1980er- und 1990er-Jahre. Das fehlende Produktionsbudget und die schlechten Schauspieler sowie die erbärmlichen CGI-Effekte lassen sich so hinter der Patina verstecken, dank derer Puppenhorrorfilme à la „Puppet Master“ heute noch unfreiwillig komisch unterhaltsam sind.

Doch die 90 Minuten von „Toys of Terror“ bieten vor allem ein Übermaß an spannungstötender Zähigkeit. In der zweiten Hälfte kann man sich zwar einige Minuten lang an putzig-schaurigem Stop-Motion-Horror ergötzen, doch dies vermag nicht den fehlenden Sinn des Ganzen nicht zu übertünchen.

Wenn wenigstens wie weiland bei Tobe Hoopers „Poltergeist“ am Ende alles in einem riesigen Schlund aus Blubber, Explosion und Ektoplasma versinken würde, dann hätte der Film wenigstens ein Finale, das keine Fragen offenlässt. Doch in „Toys of Terror“ plätschert auch der Showdown so lahm dahin, dass es nicht einmal zu einem Cliffhanger für einen zweiten Teil reicht. Zutrauen für eine Fortsetzung hatten hier wohl nicht einmal die Produzenten.

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