Clint Eastwoods patriotische Helden

In seinen jüngsten Filmen feiert der US-Regisseur ein bedenkliches Heroentum

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Die Verehrung von Helden ist in den USA in die amerikanischen Gründungsmythen eingebettet, von den Pionieren der Prärie bis zu den Heroen des Bürgerkriegs. Deshalb waren Western und Kriegsfilme jahrzehntelang die ikonischen Filmgattungen der US-amerikanischen Kinogänger, und deren Repräsentanten Sinn- und Vorbilder ganzer Generationen. Aber so sehr Stars wie Gary Cooper und John Wayne auch als Leitbilder verehrt wurden und der Patriotismus ihrer Figuren, auch noch in seinen zweifelhaftesten Ausprägungen, als bewegendes Symbol US-amerikanischen Ehrgefühls galt, steht in den letzten Jahrzehnten einer unbestritten im Vordergrund: Clint Eastwood.

Der heute 87-jährige Eastwood ist in seinem langen Leben zu einem Teil der US-Geschichte geworden. Er war der Held zahlloser Italo-Western und Dirty-Harry-Filme, aber er ist auch ein viel bewunderter Geschäftsmann, ein erfolgreicher Regisseur und ein der offiziellen Politik abholder politischer Mensch, der sich in seinem Wohnort sogar als Bürgermeister zur Verfügung gestellt hat. Die Verehrung für Clint Eastwood geht in den USA durch alle Altersstufen und Bildungsschichten. Sein Name kann einen Film schon zum Kassenschlager machen, seine Philosophie gilt dem Publikum mitunter sogar als Evangelium. Erst bei näherem Hinsehen erweist sich der alte Clint Eastwood problematischer, als sein äußeres Erscheinungsbild nahelegt.


Von „Dirty Harry“ zu „American Sniper“

Schon seine Western und Actionfilme, in denen Eastwood als Darsteller auftrat, waren in ihrem Kern oft Porträts von heroisierten Mörderfiguren, von scheinbar das Gesetz vertretenden schießwütigen Sadisten. In Eastwoods Augen sind alle seine Figuren Verkörperungen des Ideals der amerikanischen Gründerzeit, dass erst Entschlusskraft und Eigeninitiative einen Mann ausmachen.

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