Romuald Karmakar: Dokumentarisches

Himmler im Herrenklo und andere verblüffende Begegnungen: Die Berliner Galerie Ebensperger präsentiert in Kooperation mit der Medienkunst-Initiative Luxoom Lab dokumentarische Werke des Filmemacher Romuald Karmakar. Noch bis 30. Juni sind sie im atmosphärischen Rahmen des ehemaligen Krematoriums zu erleben.

Diskussion

Was soll das? Eine Frage, die man sich beim Betrachten von Kunst besser verkneift. Und reale Ereignisse lassen sich schon erst recht nicht funktional ausdeuten. 1987 wurde Romuald Karmakar, 1965 in Wiesbaden als Sohn einer Französin und eines Iraners geboren, in die französische Armee eingezogen. Sein 8-minütiger, 1988 auf der Berlinale uraufgeführter Film „Coup de Boule“ (Kopfstoß) zeigt seine Mitrekruten bei einem merkwürdigen Initiationsritual. Die Kameraden nennen Namen, Alter und Dienstgrad und rennen dann mit der Stirn gegen ihren Spind oder die Stubentür. Es kracht – oder auch nicht, weil Karmakar den O-Ton mitunter rausgeschnitten hat. Insgesamt fehlt es dem Spiel an Aggressivität, über die man sich aufregen könnte. Das Hinschauen tut durchaus weh, aber am meisten stößt die ausgelassene Stimmung vor den Kopf, während die Beulen sichtbar anschwellen und freudig weiter Blech und Holz gerammt wird. Karmakar, als Bataillonsfotograf eingesetzt, hatte die Super-8-Kamera eingeschmuggelt. Die Vorgesetzten waren konsterniert und schickten Karmakar für zwei Wochen „in den Bau“.

Hat die Disziplinarmaßnahme etwas genützt? Offenbar wenig, Karmakar dreht heute noch Filme, zurzeit ist seine abendfüllende Doku „Zoo Berlin“ in Produktion. Dazu blieb sein Widerstandsgeist ungebrochen – gegen eine bestimmte E

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