Genau hinsehen

Montag, 28.05.2018

Ein Gespräch mit dem Dokumentaristen Filip Antoni Malinowski über seinen Film „Guardians of the Earth“, der die Verhandlungen der Weltklimakonferenz 2015 in Paris dokumentiert

Diskussion

Bei der Pariser Weltklimakonferenz „COP 21“ im Dezember 2015 ging es um nicht weniger als die Rettung der Erde; am Ende wurde tatsächlich ein Durchbruch erzielt. Die unterzeichnenden Staaten verpflichteten sich, die globale Erwärmung im 21. Jahrhundert auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. In „Guardians of the Earth“ versucht Filip Antoni Malinowski die Verhandlungen und das historische Resultat durchsichtig zu machen. Ein Gespräch über ein waghalsiges Unterfangen.


Sind die Protagonisten Superhelden wie in „Guardians of the Galaxy“?

Filip Antoni Malinowski: Es sind durchaus ,Superhelden‘, weil es Menschen sind, die sich teilweise seit 20 Jahren durch einem höchst bürokratischen Prozess quälen und Aktenkoffer voller Papier und Texte hinter sich herschleppen, für die sie die letzten Jahre gekämpft haben. Das sind unermüdliche Leute, die wirklich für das Überleben ihrer Länder oder bestimmter Landstriche kämpfen. Der Titel meines Films „Guardians of the Earth“ bezieht sich aber nicht auf die Marvel-Reihe „Guardians of the Galaxy“, sondern auf einen jungen Mann aus den USA, auf Xiuhtezcatl Martinez, der die ,Earth Guardians Foundation‘ gegründet hat, weil er sich um die Schäden sorgt, die der Klimawandel in den USA anrichtet. Er und die Foundation haben gegen die US-Regierung wegen Nichtbeachtung des Pariser Abkommens Klage eingereicht.



Welche der Figuren ist Ihnen am liebsten?

Malinowski: Saleemul Huq, ein Klimawissenschaftler aus Bangladesch. Er hat die erste Studie in seinem Heimatland veröffentlicht, was dort passiert, wenn der Meeresspiegel zwei Meter steigt. In Bangladesch wären dann 20 Millionen Menschen auf der Flucht. Saleemul Huq ist seit mehr als zwei Jahrzehnten bei den Verhandlungen um den Klimaschutz dabei. Er gehört allerdings nicht zu denjenigen, die verhandeln. Seine Aufgabe besteht vielmehr darin, die so genannten „least developed countries“, die am

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