Der Soldat James Ryan

Steven Spielbergs Kriegsdrama mit Tom Hanks aus dem Jahr 1998 neu als 4k-UHD

Diskussion

Noch im Jahr 1990 habe ich in einem Porträt des Regisseurs und Produzenten Steven Spielberg dessen Werk als eine Verzettelung zwischen Kindheitsträumen und mißlungenem Erwachsenwerden charakterisiert („Hollywoods Wunderkind – Magie und Einfalt des Steven Spielberg“, fd 9/1990). Seit „Schindlers Liste“ (fd 30 663) weiß man, daß es inzwischen auch einen anderen Steven Spielberg gibt. Der Mann, der weiterhin Saurierfilme fürs Millionenpublikum macht, versteht sich an der Wende zu seiner zweiten Lebenshälfte auch als eine Art filmischer Historiker und Humanist. Seine Filme haben das Geschichtenerzählen nicht aufgegeben, aber die Inhalte der Geschichten haben sich gewandelt – und mit ihnen die Blickrichtung und das innere Engagement. Konnte die New Yorker Kritikerin Pauline Kael bei Spielbergs „Das Reich der Sonne“ (fd 26 701) noch von einer „Kombination aus guter Handwerksarbeit und nahezu unglaublicher Geschmacklosigkeit“ reden, so rieben sich selbst die harschesten Kritiker von „Schindlers Liste“ und „Amistad“ (fd 33 014) vornehmlich an der Konsumierbarmachung des Grauenhaften und an der Dialektik von „Kunstwahrheit“ und „Faktenwahrheit“. Meist war von einer „persönlichen Rehabilitierung“ und von einem „Erwachen“ Spielbergs die Rede (Georg Seeßlen).

Das Erwachen Steven Spielbergs setzt sich fort. Schon als 13jähriger hat ihn der Krieg beschäftigt („Escape to Nowhere“), und mit Krieg hatten seitdem – auf oft sehr naive Weise – fast alle seine Filme etwas zu tun, auch wenn es Kriege gegen Haie und Dinosaurier waren. Wie sehr ihn Kriege fasziniert haben, demonstrieren die mißglückte Komödie „1941“ (fd 22 415) und die abenteuerlichen „Indiana Jones“-Filme (fd 23 185/fd 24 708/fd 27 831) ebenso wie seine erste scheinrealistische Einlassung mit einem Stück historischen Kr

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