Drei "Queens of Crime" und ihr filmisches Erbe

Unter dem Titel "Murder, She Said" versammelt eine Reihe im Filmmuseum München Adaptionen von Agatha Christie, Patricia Highsmith und Daphne du Maurier.

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Von zartbesaitet kann nicht die Rede sein! Zumindest was das Krimi-Genre angeht, sind Frauen mindestens genauso mörderisch wie ihre männlichen Kollegen und haben es als Autorinnen von „Murder Mysteries“ zu genauso viel Ruhm gebracht. Und ähnlich wie Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“ sind auch die Kreaturen der "Queens of Crime" gern gesehene Gäste im Medium Film. Vom 10. bis zum 29. Juli 2018 huldigt das Filmmuseum München drei der größten von ihnen: Agatha Christie, Patricia Highsmith und Daphne du Maurier. Unter dem Titel „Murder, She Said“ zeigt es eine Reihe herausragender Adaptionen.

Den Anfang macht Agatha Christie, deren legendäre Figur Hercule Poirot erst im letzten Jahr in Gestalt von Kenneth Branagh eine Wiedergeburt auf der Kinoleinwand erlebte („Mord im Orientexpress“; 2017). Der letzte Film in einer beachtlichen Menge an Christie-Adaptionen, von denen in München einige der besten zu sehen sind – unter anderem René Clairs freie, aber sehr gelungene Umsetzung von Christies wohl düsterstem Roman, „And Then There Were None“ („Das letzte Wochenende“, 1945).

Während Agatha Christie in ihren Romanen und Erzählungen primär der Lust am clever gebauten „Whodunit“ frönte, interessierte sich Patricia Highsmith in ihren Werken vor allem für die Psychologie des Verbrechens; ihre legendärste Figur ist denn auch kein Detektiv wie Hercule Poirot und Miss Marple, sondern der psychopathische Aufsteiger Tom Ripley. Gereizt haben ihre Bücher unter anderem Alfred Hitchcock („Der Fremde im Zug“, USA 1951), René Clément („Nur die Sonne war Zeuge“; Frankreich 1960) und Wim Wenders („Der amerikanische Freund“; Deutschland 1977).

Die Werke von Daphne du Maurier haben dagegen oft einen Drall in Richtung Mystery; ein Hauch des Übernatürlichen weht durch einige ihrer besten Texte. Adaptiert fürs Kino, ergaben sich daraus einige veritable Meisterwerke wie „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (Großbritannien 1973) und die Hitchcock-Filme „Die Vögel“ (USA 1963) und „Rebecca“ (USA 1940). Sie und einige weitere du-Maurier-Adaptionen – darunter mit „Meine Cousine Rachel“ (USA 2017) neben den Filmklassikern auch ein neues Werk – bilden den Abschluss des mörderischen Sommerprogramms in München.


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Foto: Aus "Murder, She Said" ("16 Uhr 15 ab Paddington"), © Filmmuseum München

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