Zwischen Romantik und Neo-Feminismus

Donnerstag, 02.08.2018

Im Porträt: Schauspielerin Alicia Vikander

Diskussion

Die 1988 geborene Schwedin Alicia Vikander gehört spätestens seit „Tomb Raider“ zur A-Liga junger weiblicher Stars in Hollywood. Wie bei vielen ihrer Kolleginnen ist ihre Karriere ein Balanceakt zwischen verschiedenen Images von Weiblichkeit. Bekannt wurde sie vor allem als romantische Heldin, setzt in ihrer Rollenwahl jedoch auch deutliche Signale gegen das klassische Frauenbild.


Für Hollywood ist sie das exotische Mädchen aus Schweden, „the Swedish girl“, wie sie auch in Anspielung auf „The Danish Girl“ (2015), der ihr einen „Oscar“ als beste Nebendarstellerin einbrachte, genannt wird – auch wenn mit dem „Danish Girl“ im Titel eigentlich nicht ihre Figur gemeint ist, sondern die von Eddie Redmayne gespielte Hauptfigur. „Ich habe deinen Namen vermasselt“, gestand Moderator Jimmy Kimmel im Februar 2016 der Schauspielerin Alicia Vikander, als sie in seine Show kam. John Travolta müsse sie in wenigen Tagen bei der „Oscar“-Verleihung ankündigen. „Gott steh ihm bei, das wird eine Katastrophe!“ Dann ließ er sie ihren Namen aussprechen: Ali-t-sia Vikánder.

Das aufgeräumte Talkshow-Geplauder, das noch weitere Belanglosigkeiten wie das alltägliche Pulli-mit-Jeans-Outfit der seit 2012 von „Elle“ und „Vogue“ beobachteten Stilikone zum Thema machte, offenbart eine bemerkenswerte Unsicherheit, wie der in Hollywood aufstrebenden, bald dreißigjährigen Schauspielerin aus dem Ausland zu begegnen sei – bei anderen Gelegenheiten durfte Alicia Vikander über ihre Fremdsprachenkenntnisse sprechen. Die Tatsache, dass sie als Schwedin nahezu akzentfrei englisch spricht, ruft immer wieder Staunen hervor, jede noch so kleine Unsicherheit im Ausdruck wird breitgetreten, und sie wird dafür bewundert, dass sie für ihre erste internationale Rolle in „Die Königin und der Leibarzt(2012, Regie: Nikolaj Arcel) eigens Dänisch lernte.

Das Mädchen aus Schweden

Es fällt aber auch auf, dass Vikander in der Öffentlichkeit selbst wenig preisgibt. Das Narrativ ihres Lebens ist das vom ehrgeizigen Mädchen, das mit sechzehn das Elternhaus verließ, um sich an der Royal Swedish Ballet School zur klassischen Tänzerin ausbilden zu lassen. Ihre Mutter ist die Theaterschauspielerin Maria Fahl Vikander, die sie vor dem Schauspielberuf gewarnt habe. Mit ihrem Vater, einem Psychiater, berät sie sich, wenn sie ein Rollenangebot hat, schickt ihm das Drehbuch, damit er es beurteilen kann. Der Einfluss der Eltern auf ihren Werdegang ist dankbar aufgegriffenes Futte

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