Monster's Ball (One)

8.12., 22.00-23.50, One

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Mit der komplexen zweiperspektivischen Annäherung an die amerikanischen Dauer-Brennpunktthemen Todesstrafe und Rassismus etablierte sich der im schwäbischen Illertissen geborene Regisseur Marc Forster 2001 in Hollywood. Eine Ebene von „Monster’s Ball“ erzählt aus der Sicht des introvertierten Gefängniswärters Hank (Billy Bob Thornton), dem sein Sohn Sonny (Heath Ledger) in den Beruf gefolgt ist. Beide sind für Exekutionen im örtlichen Staatsgefängnis zuständig, was für Sonny zur zerstörenden Erfahrung wird und auch Hank schließlich dazu bringt, diese Arbeit aufzugeben. Auf der zweiten Ebene geht es um das Leid von Letitia Musgrove (Halle Berry), deren Mann auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wird und die bald darauf einen weiteren Schicksalsschlag erfährt. Hier führt der Film die Afroamerikanerin und den Weißen, der in einem rassistischen Umfeld aufwuchs, zusammen. In ihrer Trauer finden sie aneinander Halt, ohne dass Letitia ahnt, welche Rolle Hank bei der Hinrichtung ihres Mannes gespielt hat. Der mutige, in vielen Details höchst unbequeme Independent-Film wirft in seiner verstörenden Handlung viele Fragen auf, die durch die konzentrierte Inszenierung über das Ende hinaus verlängert werden. – Sehenswert ab 16.

Foto: ARD Degeto

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