Filmklassiker: „Leuchtturm des Chaos“ & „Der Havarist“

Montag, 07.01.2019

Zwei Filme von Wolf-Eckart Bühler über den Hollywood-Star Sterling Hayden als Doppel-DVD bei der "Edition Filmmuseum"

Diskussion

Anfang der 1980er-Jahre spürte der Filmkritiker Wolf-Eckart Bühler den untergetauchten US-Schauspieler und Schriftsteller Sterling Hayden auf einem Flussboot in Frankreich auf und verbrachte eine Woche mit ihm. Daraus entstanden zwei höchst unterschiedliche Filme, „Leuchtturm des Chaos“ (1983) und „Der Havarist“ (1984), die sich wechselseitig zum Porträt eines bekannten Unbekannten ergänzen.


Schon ihre Stimmen klingen wie aus verschiedenen Welten. Auf der einen Seite der laute, unbeherrschte Filmstar, auf der anderen der bedächtige Kritiker. Emotionales Chaos trifft geordnete Ausdruckslosigkeit. Anfang der 1980er-Jahre spürt der Filmkritiker Wolf-Eckart Bühler den US-Schauspieler Sterling Hayden in Frankreich auf. Der lebt zu diesem Zeitpunkt auf einem Flussboot nahe Besançon. Sie verbringen eine Woche miteinander. Hayden trinkt, raucht und redet, Bühler fragt, schweigt und filmt. Ergebnis dieses Treffens sind unter anderem zwei Filme, die in der „Edition Filmmuseum“ jetzt als Doppel-DVD erschienen sind: Der Dokumentarfilm „Leuchtturm des Chaos“ (1983) und der experimentelle Spielfilm „Der Havarist“ (1984). Beide Filme profitieren von Haydens ereignisreichem Leben, von seinen Abenteuern und Dämonen. Aber auch von dem seltsamen Zwiegespräch der Ungleichen, die lernen, durch die Stimme des anderen zu sprechen.

Sterling Haydens Biografie enthält genug Erlebnisse für drei. Mit 15 Jahren geht er zur See, umsegelt mehrfach die Welt, als 22-Jähriger befehligt er sein erstes Schiff. Als eine teure Jacht sinkt, wechselt er nach Hollywood – um das Geld zurückzuverdienen. Der gutaussehende blonde Hüne wird zum Star. Berühmt machen ihn seine Rollen als Herumtreiber Dix Handley in John Hustons „Asphalt Dschungel“

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