Kurzschluss: Schwerpunkt Eric Rohmer

Diskussion

Das Kurzfilm-Magazin widmet sich diesmal einem der Großmeister des französischen Films, dem Nouvelle-Vague-Alumnus Eric Rohmer (1920-2010). Vorgestellt wird in der Sendung Rohmers erster Beitrag zu seinem Zyklus „Moralische Erzählungen“: Der 23-minütige Film „Die Bäckerin von Monceau“ weist bereits viele der Motive auf, die für das weitere Werk des Filmemachers charakteristisch werden, so etwa die Figur des romantisch veranlagten Mannes zwischen mehreren Frauen. In diesem Fall verliebt sich ein Jurastudent zunächst in eine Frau, die ihm täglich auf dem Weg zum Abendessen begegnet. Als sie von einem Tag auf den anderen verschwindet, sucht er sie und macht dabei die Bekanntschaft einer Bäckerei-Verkäuferin.

Der Film stellte 1962 die erste Arbeit der Produktions- und Verleihfirma „Les films du losange“ dar, die Rohmer mit seinem jungen Kollegen Barbet Schroeder gegründet hatte. Schroeder, der in „Die Bäckerin von Monceau“ auch den Studenten spielt, kommt auch in der Sendung zu Wort. Ein weiterer Interviewpartner ist Melvil Poupaud, der 1996 als junger Schauspieler die Hauptrolle in Rohmers „Sommer“ erhielt.

Abgerundet wird die Würdigung von Eric Rohmer schließlich durch den Kurzfilm „Tiere wie wir“ der Belgierin Camille Mol, die wie Rohmer ein Szenario um Liebe, Begehren und das Fehlen adäquater Worte kreist: Eine Schülerin beobachtet im Wald ein Paar beim Liebesakt und ändert ihr Erlebnis vor ihren Klassenkameradinnen in einigen entscheidenden Punkten ab.

Zum Film in der arte-Mediathek


Foto aus „Die Bäckerin von Monceau“: Cinemathèque suisse/Les Films du Losange

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