Michael Moore und „Fahrenheit 11/9“

Samstag, 12.01.2019

Die neuen Filme der großen US-amerikanischen Dokumentaristen Frederick Wiseman, Charles Ferguson, Errol Morris und Michael Moore spiegeln auf ihre Weise die Bedrohungen wider, die mit der Präsidentschaft Donald Trumps verbunden sind

Diskussion

Dem US-Dokumentaristen Michael Moore ist das Lachen vergangen. Sein neuer Film „Fahrenheit 11/9“, der ab Donnerstag in den Kinos läuft, weiß um die Gefahr, die der US-amerikanischen Demokratie droht. Alles steht auf dem Spiel. Aber auch die neuen Filme von Frederick Wisemann, Errol Morris und Charles Ferguson handeln auf ihre Weise von den Herausforderungen, die mit der Präsidentschaft Donald Trumps Wirklichkeit geworden sind.


Im Herbst des vergangenen Jahres wurden auf zwei italienischen Filmfestivals, die unterschiedlicher kaum sein könnten, alle größeren US-Dokumentarfilmproduktionen zur Lage der Nation lanciert: Errol Morris’ „American Dharma“ und Frederick Wisemans „Monrovia, Indiana“ in Venedig, Charles Fergusons Dokumentar-Vierteiler „Watergate – Or: How We Learned to Stop an Out of Control President“ sowie Michael Moores „Fahrenheit 11/9“ beim Festival in Rom. Die letzteren beiden Filme werden auch in Deutschland zu sehen sein: „Fahrenheit 11/9“ startet am 17. Januar in den Kinos, „Watergate – Or: How We Learned to Stop an Out of Control President“ ist als Sondervorführung für die Berlinale „angekündigt“.

"Watergate - Or, How We Learnd to Stop an Out of Control President"
"Watergate - Or: How We Learnd to Stop an Out of Control President"

Die Mini-Serie „Watergate – Or: How We Learned to Stop an Out of Control President“ beschäftigt sich nur indirekt mit „Trumpland“. Doch zwei Aspekte heben seine aktuelle Bedeutung hervor: der an Stanley Kubrick gemahnende Untertitel sowie die Gegenwart des jüngst verstorbenen Politikers John McCain, der als einer der entschiedensten republikanischen Trump-Kritiker von sich reden machte. In den US-Medien wurde der Vierteiler vorschnell als überlanger Aufruf für eine Amtsenthebung von Donald Trump abgetan. Doch damit es überhaupt zu einem solchen Vorgang kommen kann, muss der US-amerikanische Staat funktionieren. „Watergate – Or: How We Learned to Stop an Out of Control President“ erklärt exemplarisch anhand eines der berühmtesten Polit-Skandale des 20. Jahrhunderts, wie, wann und warum er dies tut.


Wie funktioniert der US-amerikanische Staat

In der ersten Stunde des Films wird extrem verdichtet und pointiert zusammengefasst, was für die Entwicklung der USA in den 1960er-Jahren entscheidend war – wie es also zu einem Präsidenten Nixon kommen konnte. Was machte der Vietnam-Krieg mit dem Land, entlang welcher Linien radikalisierten sich die Zustände, und wie positionierte sich die organisierte Politik dazu; daraus zog Nixon seine wenig hilfreichen Schlüsse, was in jenem Einbruch mündete, dem der Watergate-Skandal seinen Namen verdankt. Der Rest des Films besteht aus einer ebenso kleinteiligen wie lehrreichen Darstellung der Ermittlungen und des anschließenden Amtsenthebungsverfahrens.

Der Großteil aller noch lebender Beteiligter kommt zu Wort; ausführlich wird aus Nixons Tonbandaufzeichnungen zitiert, welche Ferguson von wenig bekannten Darstellern spielen lässt, was ein kluger Einfall ist, da der Strom der Zeitzeugen-Aussagen und Vo

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