Konfetti 34: Waterloo Bridge

Freitag, 25.01.2019

Wie sich mit vielsagenden Blicken die Auflagen des „Production Code“ umgehen ließen

Diskussion

Der „Production Code“ der Filmindustrie Hollywoods, dem sich zwischen 1934 und Mitte der 1960er-Jahre alle amerikanischen Produktionen, die auf eine landesweite Auswertung spekulierten, unterwerfen mussten, trägt gelegentlich seltsame Spuren in die Filme ein. So zum Beispiel in Mervyn LeRoys „Waterloo Bridge“ („Ihr erster Mann“/„Abschied auf Waterloo Bridge“, 1940), einem Film, in dem es sehr zentral um Prostitution geht; in dem das Wort „prostitution“ aber kein einziges Mal fällt. Wenn die Hauptfigur des Films, Myra (Vivien Leigh), sich dazu entschließt, ihr Geld mit Sex zu verdienen, wird das stattdessen, in einer der außergewöhnlichsten Filmszenen, die mir in letzter Zeit begegnet sind, über ihren Blick kommuniziert.

Zu Beginn steht Myra, mit dem Rücken zur Kamer

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