Der Film „Rafiki“ als „LGBT“-Politikum

Dienstag, 29.01.2019

In Cannes begeisterte „Rafiki“ die Weltöffentlichkeit, in Kenia wurde der Film postwendend verboten. Doch seine Regisseurin kämpft vor Gericht um eine Aufhebung des Verbots

Diskussion

Die Liebe zweier junger Frauen in Nairobi passt ihrer Umwelt nicht in den Kram. Doch ihre Zuneigung trotzt allem Widerstand. Das betörend optimistische Drama „Rafiki“ wurde in Kenia verboten. Doch seine Regisseurin Wanuri Kahiu streitet vor Gericht um eine Aufhebung des Verbots. Dabei geht es um die von der kenianischen Verfassung garantierte Meinungsfreiheit, mehr aber noch um das Recht, als Schwule und Lesben in Kenia leben zu dürfen.


Der „Fall Rafiki“ hat einen langen Vorlauf. Der Blick zurück lohnt sich, wenn man verstehen möchte, wie mutig und politisch geschickt die kenianische Regisseurin Wanuri Kahiu und der südafrikanische Produzent Steven Markovitz auf der Welle geritten sind, die das Verbot des Films in Kenia ausgelöst hat. Tatsächlich sind alle am Film Beteiligten von der Stoffentwicklung bis zum Vertrieb des Films in Kenia überaus strategisch vorgegangen, da sie geahnt hatten, dass ihr Projekt von der Zensurbehörde nicht einfach so durchgewunken würde.



Stoffentwicklung und Finanzierung von „Rafiki“ umfassten insgesamt acht Jahre. Während dieser Zeit entstand der Film „Stories of our lives“ (Kenia/Südafrika 2014), produziert vom kenianischen Künstlerkollektiv Nest Collective unter der Regie von Jim Chuchu; Markovitz war als Co-Produzent ebenfalls mit an Bord. „Stories of our lives“ erzählt von den erschütternden Lebenswirklichkeiten junger schwul-lesbischer Menschen in Kenia. Die fünf episodenartigen Geschichten beruhen auf Protokollen, die ursprünglich nur als Zeitdokumente aufgezeichnet wurden, ohne Ambition, daraus einen Film zu machen. Doch die Geschichten waren so bewegend, dass das Nest Collective zusammen mit Markovitz beschloss, auf Grundlage d

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