Berlinale 2019: Zur Eröffnung der 69. Internationalen Filmfestspiele in Berlin

Freitag, 08.02.2019

Kuschelige Töne und viele Küsschen am Beginn der Filmfestspiele. Das Private, das politisch sein soll, sieht anders aus

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Ist denn noch Weihnachten? Nicht nur die Bäume am Potsdamer Platz sind noch mit weihnachtlichen Lichtern geschmückt, auch der Berlinale-Eröffnungsfilm von Lone Scherfig zog gekonnt alle Register eines typischen Feel-Good-Weihnachtsfilms – und wirkte damit als Entrée in ein Festival, in dem „das Private politisch“ sein soll, etwas allzu nett.


„Fake it till you make it“, heißt es im Englischen; die Suggestion kann der Realität auf die Sprünge helfen, und das gilt auch fürs Kino. Darum ging es schon im vorletzten Film der dänischen Regisseurin Lone Scherfig. In „Ihre beste Stunde“ (2016) obliegt es der von Gemma Arterton gespielten Protagonistin, zusammen mit einem Drehbuchautor einen Propaganda-Film zu entwerfen, der den Durchhaltewillen der Briten während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gegen die Nazis stärken soll. „Der Film muss einen Krieg gewinnen“, heißt es dort einmal.

Auch in Scherfigs jüngstem Werk „The Kindness of Strangers“, mit dem die 69. „Berlinale“ eröffnet wurde, spielt die Kraft der Suggestion eine Rolle. Für viele Figuren des Films sind die Geschichten, die sie sich und anderen vorflunkern, ein Mittel, um mit der Realität besser klarzukommen. So spricht die Hauptfigur (

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