Drehscheibe Bulgarien

Montag, 26.03.2018

Die Filme beim internationalen Filmfestival im bulgarischen Sofia boten neugierige und unbequeme Fragen an die Elterngeneration.

Diskussion

Das Filmfestival in der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist eine der wichtigsten Plattformen für Filme aus Ost- und Südosteuropa. Der aktuelle 22. Festivaljahrgang wartete vor allem mit vielen spannenden Beiträgen aus dem Gastgeberland auf: Junge Filmemacher befassen sich mit der Vergangenheit des Landes und stellen in ihren Arbeiten neugierige und auch unbequeme Fragen an die Elterngeneration.


Mitte März fand in der bulgarischen Hauptstadt bereits zum 22. Mal das Sofia International Filmfestival (SIFF) statt. Ursprünglich aus einem Jazz-Event hervorgegangen, hat sich das Festival inzwischen zu einer der wichtigsten Drehscheiben für die ost- und südosteuropäischen Kinematografien entwickelt. Festivaldirektor Stefan Kitanov (der noch immer der Musik eng verbunden ist und gern während des Festivals als Sänger auftritt) hatte in diesem Jahr allen Grund zum Feiern: in den verschiedenen Sektionen liefen zur 22. Ausgabe unter seiner Leitung insgesamt 22 bulgarische Langfilme. Diese doppelte 22 ist mehr als ein schöner Zufall: der Rekord verweist vor allem auf die zunehmende Bedeutung des bulgarischen Filmschaffens, das sich schon lange nicht mehr vor den Produktionen aus Rumänien oder Ungarn verstecken muss. Viele Filme der Region entstehen inzwischen ohnehin in Co-Produktion mit den Nachbarländern, so dass die Herkunftsgrenzen sich zunehmend verwischen. Auch dazu leistet das SIFF mit seinem Co-Produktionsmarkt „Meeting Sofia“ einen wichtigen Beitrag.

Überhaupt wird großer Wert auf die Nachwuchsförderung gelegt. Bei vielen Beiträgen im Wettbewerb oder im „Balkan Competition“ handelt es sich um erste oder zweite Filme. Die für den „Jameson Short Film Award“ nominierten Kurzfilme stammen ohnehin von sehr jungen Filmemachern. Über das durchweg spannende Programm in den Hauptsektionen hinaus gab es zahlreiche Sonderprogramme und weitere Höhepunkte. Der armenische Kinovisionär Sergej Paradshanow (1924-1990) wurde gleich mit zwei Ausstellungen geehrt. Sängerin Lisa Gerrard von Dead Can Dance stellte „Bikini Moon“ (Regie: Mancho Machewski), für den sie am Soundtrack mitgearbeitet hat, persönlich vor und gab ein Konzert. Wim Wenders und Abel Ferrara wurden als Superstars des internationalen Kinos gefeiert. Und Ildikó Enyedi, die als Präsidentin der internationalen Jury vorsaß, gewährte aus Anlass ihrer Ehrung mit dem „FIPRESCI-Platinium Award“ in ei

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