Konfetti 37: Hochhaus

Donnerstag, 21.02.2019

Lukas Foerster über den gewandelten (filmischen) Blick auf New Yorks Hochhäuser innerhalb von 44 Jahren

Diskussion

Mit einer Szene auf einem Hochhausdach in Manhattan habe ich dieses Blog begonnen: In Klaus Lemkes „Sylvie“ stehen ein Mann und eine Frau auf einem der Türme des World Trade Center und werden dabei einige Minuten lang zum Mittelpunkt des Universums. Aus der Szene spricht ein unglaubliches, gewissermaßen dreifaches Selbstbewusstsein. Zum einen das Selbstbewusstsein von Sylvie und ihrem Begleiter Paul, die gerade erst in New York angekommen sind und sich die Stadt gleich mit der größten aller möglichen Gesten aneignen; zum anderen das Selbstbewusstsein von Klaus Lemke, dem deutschen Regisseur, der zum ersten Mal in Amerika filmt, seinem Traumland, und als erstes gleich eine Helikopter-Hochhausaufnahme ausprobieren muss.

All dieses Selbstbewusstsein (das freilich erst interessant wird, weil sie sich an Unfertigem bricht, an der Unfertigkeit der Gesten der Darsteller wie der des eben erst fertiggebauten Hochhauses) hat natürlich damit zu tun, dass sowohl Sylvie und Paul als auch Lemke New York bereits aus dem Kino kennen. Nicht nur, aber sicher in erster Linie das Kino hat New York und dessen Wolkenkratzer zu einem Ort gemacht,

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