Das Mädchen ohne Hände

Mittwoch, 12.06.2019

Künstlerisch herausragender Animationsfilm nach einem Märchen der Brüder Grimm.

Diskussion

Der Plot des ungewöhnlichen Animationsfilms von Sébastien Laudenbach beruht auf einem weniger bekannten Märchen der Brüder Grimm: Ein armer Müller lässt sich vom Teufel zu einem Handel überreden, der ihm die Gabe verleiht, Wasser in Gold zu verwandeln. Leidtragende der Abmachung ist die Tochter des Müllers, die auf Verlangen des Teufels und unter Zustimmung ihres Vaters ihre Hände opfern muss. Als das verstümmelte Mädchen in die Wälder flieht, nehmen sich eine Wassergöttin und ein freundlicher Prinz seiner an. Nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes mischt sich der Teufel jedoch erneut ein.

Lauderbach hat die ziemlich düstere Geschichte in einem Stil umgesetzt, der an Tinten- und Wasserfarben-Bilder erinnert. Feste oder auch nur vollendete Formen und Gesichter sucht man vergeblich, stattdessen befinden sich alle Zeichnungen beständig im Fluss, wechseln von einem Moment zum anderen den Ort innerhalb einer Einstellung oder, je nach Stimmung, ihre Farbe. Das übersetzt die Grimm’schen Grausamkeiten in eine abstrakte Bildsprache, gleichwohl ist der Film für kleine Kinder eine Überforderung. Als traumartiges Filmkunstwerk fasziniert der 72-minütige Film jedoch durchgehend, zumal sich zur Zeichenkunst auch ein einfallsreiches Sound-Design aus Naturgeräuschen hinzugesellt. – Sehenswert ab 12.

Zum Film in der arte-Mediathek


Foto: Les Films Sauvages

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