Shooting the Mafia

Samstag, 27.07.2019

Doku über die Fotografin Letizia Battaglia

Diskussion

Auf Sizilien konnte die Mafia jahrzehntelang schalten und walten, weil niemand den Mut hatte, sich ihren Handlanger in den Weg zu stellen. Das änderte sich erst, als die Fotojournalistin Letizia Battaglia in den 1970er-Jahren begann, die brutalen Morde zu fotografieren und den Einfluss der Mafia auf das öffentliche Leben sichtbar zu machen. Ihre schwarz-weißen Bilder für die kommunistische Tageszeitung „L’ora“ aus Palermo zeigen von Kugeln durchbohrte Körper, schreiende Witwen, Kinder, die Krieg spielen.

Als „fotografa militante“ kämpfte Battaglia aktiv gegen die Cosa Nostra; in den Jahren 1985 bis 1996, zur Zeit der spektakulären Anti-Mafia-Prozesse, mischte sie als Abgeordnete der Grünen auch in der Politik mit.

Der Dokumentarfilm von Kim Longinotto porträtiert die heute 84-jährige Frau, die sich auch in ihrem privaten Leben von gesellschaftlichen Konventionen befreite. Nach einer früh geschiedenen Ehe lebte sie mit zahlreichen, meist jüngeren Liebhabern zusammen. Im Zentrum des Films steht Battaglias Biografie, die erst mit 40 Jahren zu fotografieren begann.

Battaglia spricht auch über die Last der bedrückenden Aufnahmen und ihre Erinnerungen an Tod, Trauer und Wut, die ihr bis heute keine Ruhe lassen.

Einen reizvollen Kontrapunkt zu den beklemmenden Fotografien bilden Ausschnitte aus Klassikern des neorealistischen Kinos, mit denen die Jugenderinnerung der lebenslustigen Frau illustriert werden.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek

(Der Film ist erst ab 16 Jahren freigegeben und deshalb nur zwischen 22.00 und 6.00 abrufbar)



Foto: SWR/Luna Pictures

Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren