Augen ohne Gesicht (arte)

Donnerstag, 08.08.2019

19.8., 21.50-23.20, arte

Diskussion

„Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff“ betitelte der deutsche Verleih, der Georges Franjus Gruselklassiker 1960 in die Kinos brachte , reißerisch die schön-schaurige Adaption von Jean Redons Roman „Les Yeux sans Visage“. Der besagte Dr. Rasanoff (im französischen Original Dr. Génessier), gespielt von Pierre Brasseur, greift als Chirurg zu grausigen Mitteln, um seiner in der Öffentlichkeit als tot geltenden Tochter (gespielt von der kürzlich verstorbenen Edith Scob) zu helfen, deren Gesicht durch einen Unfall zur grausigen Fratze entstellt worden ist: Durch seine Assistentin (Alida Valli) lässt er hübsche Mädchen ins Haus locken, um den betäubten Opfern die Gesichtshaut abzulösen und sie seiner Tochter aufzupflastern – eine Prozedur, die die Opfer nicht überleben und die bei der Patientin nie lange vorhält, bis die nächste Transplantation fällig wird. „In dieser Gruselballade feiert Frankensteins Kintopp-Geist haarsträubende Urstände, aber mit allen Mitteln moderner Filmperfektion“, urteilte der Filmdienst beim Erscheinen 1960. Georges Franju nahm mit seiner Inszenierung der blutigen Taten ein Stück weit den Realismus späterer Horrorfilm-Epochen vorweg, gebrochen freilich durch die ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Ästhetik von Kamera-Veteran Eugen Schüfftan und die fesselnde Filmmusik vom Meister Maurice Jarre.


Foto: © Teledis

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