Goldene Hochzeit mit Handicap

Mittwoch, 28.08.2019

Tempo- und gagreiche Komödie mit Spitzen gegen bourgeoise Befindlichkeiten

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Der frühere Diplomat Octave Saint-Cast (Bernard Verley) besteht auf einem gebührend großen Rahmen, um seinen 50. Hochzeitstag zu feiern – dass seine Frau Alix (Hélène Vincent) an Alzheimer erkrankt ist und in einem Heim lebt, darf dabei kein Hindernis sein. Die älteste Tochter der beiden, Dora (Alice Taglioni), stößt jedoch auf ein weiteres Problem: Alix erkennt niemand mehr aus ihrer Familie, hat sich aber in den ebenfalls dementen Iraner Farhad (Nasser Memarzia) verliebt, der ihre Liebe erwidert. Da die beiden sich nicht trennen wollen, beschließt Dora, sie mit Hilfe von Farhads Sohn Iradj (Babak Hamidian) gemeinsam zur Feier zu schaffen. Das aber sorgt im Schlossanwesen der Saint-Casts ebenso für Ärger wie diverse Familienprobleme (darunter die immer schon bekannte Untreue des Vaters, die neu entdeckte der Mutter, die gerade vom Entzug kommende Schwester und der heimlich schwule Bruder) und die Gäste aus Octaves politischer Bekanntschaft: Darunter Israels Ex-Premier Ehud Barak, den zwei überforderte Mossad-Agenten vor einem Attentat schützen wollen, und der eitle frühere französische Staatsmann Valéry Giscard d’Estaing (Philippe Morier-Genoud).

Eine tempo- und gagreiche Komödie von Nader T. Homayoun, in der vor allem bourgeoise Befindlichkeiten und Vorurteile entlarvt werden und nicht zuletzt einschlägige Vertreter der alten französischen Politelite ihr Fett wegbekommen. Angesichts der ernsten Themen wirkt die betonte Leichtigkeit zwar gelegentlich überstrapaziert, was versierte Darsteller aber zumeist ausgleichen können. – Ab 14.

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Foto: Stéphanie Dupont

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