Der Ochsenkrieg

Donnerstag, 12.09.2019

Stummfilmdrama über soziale Spannung im 15. Jahrhundert

Diskussion

Der restaurierte und digitale renovierte Stummfilm von Franz Osten war die erste Produktion der späteren Bavaria Filmstudios in Geiselgasteig bei München. Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Ludwig Ganghofer, in dem es um soziale Spannungen im 15. Jahrhundert geht, die die späteren Bauernkriege während der Reformation vorausnehmen.

Ein rechtschaffender Bauer aus dem Berchtesgadener Land gerät mit dem Amtmann eines reichen Klosters in einen erbitterten Konflikt, der sich zu einem blutigen Aufstand gegen den Fürstprobst hochschaukelt.

Das Drama aus dem Jahr 1920 lässt sich durchaus auf die zeitgenössischen Erschütterungen beziehen; sein ausgleichender Tenor plädiert in den frühen Wirren der Weimarer Zeit spürbar für eine Aussöhnung der verschiedenen Stände. Das Recht des Einzelne soll für das Wohl des Ganzen, die übergeordnete Staatsräson, zurückstehen. In dem Ringen um Schuld und Sühne, Recht und Gerechtigkeit geht es damit im Kern um die Auseinandersetzung zwischen Gewohnheitsrecht und formalisierten Gesetzen.

Zur Wiederaufführung des rekonstruierten und digital restaurierten Films hat Hans Jürgen Buchner (Haindling) eine neue Musik komponiert.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: arte/DFF Frankfurt

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