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Die Klapperschlange

Mittwoch, 11.11.2020

Ein dystopischer Gefängnisfilm-Klassiker von John Carpenter - bis 3.12. in der Tele5 Mediathek

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Ganz so hart, wie sich Regisseur John Carpenter das Jahr 1997 in seinem dystopischen Science-Fiction-Film „Die Klapperschlange“ (1981) ausgemalt hat, ist es dann doch nicht gekommen. Die NATO befindet sich im Krieg mit der Sowjetunion; ein Atomkrieg droht – und ausgerechnet auf dem Weg zu Friedensverhandlungen wird das Flugzeug des US-Präsidenten von Terroristen über Manhattan zum Absturz gebracht. Die Krux dabei: Manhattan ist sozusagen zum rechtsfreien Raum geworden, denn die Kriminalität in den USA hat im Lauf der 1980er-Jahre so sehr zugenommen, dass normale Gefängnisse die Straftäter nicht mehr fassen können und deswegen die ganze New Yorker Insel zum großen Knast-Ghetto geworden ist. Ein Exsoldat und Gangster (Kurt Russell) wird gezwungen, innerhalb von 24 Stunden den Präsidenten zu finden und zu retten – denn dieser hat eine Tonbandkassette bei sich, die den Atomkrieg verhindern kann.

Eine bittere, düstere, streckenweise auch ironische Zukunftsvision, die trotz des perfekten Einsatzes filmischer Effekte keineswegs spekulativ auf Horror ausgerichtet ist; statt dessen geben die apokalyptischen Bilder Anstöße zum Nachdenken – denn auch wenn 1997 die Sowjetunion realiter längst nicht mehr existent und Manhattan nach wie vor New Yorks beste Adresse war, hat Carpenters Vision einer Menschheit, die ihre Menschlichkeit einzubüßen droht, durchaus noch Biss.

Hier geht es zum Film in der Tele5 Mediathek


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