© Deutsche Kinemathek (aus "Das Cabinet des Dr. Caligari")

Caligari & Katastrophen

Mittwoch, 08.01.2020

Was sich in den Filmmuseen im Jahr 2020 tut

Diskussion

Von einer Sonderausstellung anlässlich des 100. Jubiläums des Stummfilmklassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari“ bis zu einer Schau zum Thema Endzeit- und Katastrophenkino: 2020 bieten deutsche Filmmuseen wieder viele interessante thematische und personenbezogene Sonderausstellungen. Davon stellen wir hier eine Auswahl vor. Lohnend ist auch ein Blick über Landesgrenzen hinweg, denn auch dort lassen sich cineastische Ausflüge realisieren.

Berlin

Die Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Berlin, zeigt noch bis 31. Mai die AusstellungBrandspuren. Filmplakate aus dem Salzstock. Als man1986 in der Tiefe des Salzbergwerks Grasleben bei Helmstedt eingelagerte Materialien aus dem ehemaligen NS-Reichsfilmarchiv entdeckte, konnten mit Brandspuren versehene Filmplakate und weitere Zeugnisse der 1920 eingeführten Filmreklamezensur gerettet werden. Die Fundstücke wurden im Grafikarchiv der Deutschen Kinemathek aufwendig restauriert und digitalisiert. Die Geschichte dieses sensationellen Fundes – 24 restaurierte Originalplakate zu insgesamt 22 Produktionen – verrät auch viel von der Bedeutung des Reichsfilmarchivs. Und es geht um einen speziellen Blick auf die Geschichte von Kinofilmen der 1920er- und 1930er-Jahre, um Sinn und Zweck der Rettung des Filmerbes, um ein Stück Zeitgeschichte.

"A Question of Honor (Bahn frei!)", USA 1922, Regie: Edwin Carewe ©Deutsche Kinemathek - Grafikarchiv
"A Question of Honor (Bahn frei!)", USA 1922, Regie: Edwin Carewe © Deutsche Kinemathek - Grafikarchiv

Am 13. Februar, eine Woche vor dem „Berlinale“-Start, wird im Museum am Potsdamer Platz die Sonderausstellung „Du musst Caligari werden! Das virtuelle Kabinett“ eröffnet. Das 100-jährige Jubiläum von Robert Wienes Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (Premiere im Marmorhaus am Kurfürstendamm am 27. Februar 1920) nimmt man in Berlin zum Anlass, den Mythos und die Legendenbildung dieses Meilensteins des expressionistischen deutschen Kinos zu dokumentieren. Dabei sollen auch die bisherigen Rekonstruktionen der Produktion vorgestellt werden. Im Zentrum der bis zum 20. April dauernden Ausstellung steht das Virtual-Reality-Projekt „Der Traum des Cesare“, bei dem der Besucher dank einer VR-Brille das Filmset mit seinen gemalten Kulissen durchstreifen kann. Der siebenminütige „volumetrische Film“ lässt die Grenzen der Wahrnehmung verschwimmen und die Atmosphäre des „Caligari“ im Gothic-Stil zum Erlebnis werden.

Vom 30. April bis zum 26. Oktober ist die aus dem Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) in Frankfurt stammende AusstellungHautnah – Die Filmkostüme von Barbara Baumin Kooperation mit der Deutschen Kinemathek zu sehen. Am 7. Mai 1944 geboren, absolvierte Barbara Baum in der DDR eine Schneiderlehre und besuchte danach in Berlin die Textil- und Modeschule sowie die Meisterschule für Kunsthandwerk. Während ihrer Ausbild

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