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Körper und Seele

Mittwoch, 05.02.2020

Eine subtil entwickelte Romanze

Diskussion

Das schönste filmische Comeback der letzten Jahre, mit dem die Ungarin Ildikó Enyedi 2017 nach 18 Jahren Spielfilm-Auszeit im Wettbewerb der „Berlinale“ Furore machte und den „Goldenen Bären“, den FIPRESCI-Preis und den Preis der ökumenischen Jury gewann: Der introvertierte Endre (Géza Morcsányi), Finanzdirektor eines ungarischen Schlachthofs, und seine autistisch erscheinende neue Qualitätsprüferin Mária (Alexandra Borbély) erfahren durch Zufall, dass sie identische Träume haben, in denen sie als Hirsche durch einen friedlichen Wald wandeln. Die Erkenntnis führt die beiden dazu, sich auch im Leben aufeinander zuzubewegen. Während der ältere Mann verdrängte Gefühlsregungen wachrufen muss, bemüht sich die Frau, dem ihr unbekannten Phänomen der Liebe mit akribischem Studium gerecht zu werden.

Die subtil entwickelte Romanze erzählt in fein komponierten Bildern, mit großer inszenatorischer Meisterschaft und hervorragenden Darstellern von einer allmählich wachsenden Leidenschaft. Voller bezaubernder Details spürt der Film dem Wesen der Liebe nach, wobei sich surreale Momente, skurriler Humor und einfühlsame Beobachtungen die Waage halten. – Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek

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