© Abbas Kiarostami Prod.

Quer durch den Olivenhain

Freitag, 17.07.2020

Diskussion

Eine Geschichte, scheinbar so alt wie die Menschheit: Ein junger Mann hängt sein Herz an ein junges Mädchen, das seine Liebe zu erwidern scheint, doch da die beiden verschiedenen sozialen Schichten entstammen, ist an eine dauerhafte Verbindung kaum zu denken. In Abbas Kiarostamis Klasiker aus dem Jahr 1994 sind es Hossein und Tahereh, deren erste Liebe auf die harte Belastungsprobe gesellschaftlicher Konventionen gestellt wird.

Hossein, Analphabet und seit frühester Jugend auf sich gestellt, war Zeit seines Lebens auf dem Bau beschäftigt. Eines Tages bemerkt er im Haus gegenüber der Baustelle Tahereh, deren Anblick sein weiteres Schicksal bestimmt. Auf der Stelle hält er um ihre Hand an, wird jedoch von deren vermögender Familie mangels Bildung und Besitz unmißverständlich abgewiesen und verliert auf Betreiben von Taherehs Eltern obendrein seine Beschäftigung. Kann ein Erdbenen, das die sozialen Unterschiede "einebnet", etwas ändern?

Der Film ist der dritte Teil einer Trilogie des iranischen Regisseurs (nach "Wo ist das Haus meines Freundes?" und "Und das Leben geht weiter"), die Arte im Juli vorstellt: Neben "Quer durch den Olivenhain" ist auch schon "Und das Leben geht weiter" in der arte Mediathek verfügbar; "Wo ist das Haus meines Freundes steht dann ab der TV-Ausstrahlung am 27.7. bereit. Personen und Handlungsmomente der vorhergehenden Teile werden in "Quer durch den Olivenhain" aufgegriffen und kunstvoll verknüpft. Trotz der Komplexität der Geschichte ein schlichter Film, der das Hohe Lied der Liebe anstimmt. Geprägt von tief empfundener Humanität, mit hervorragender Kameraarbeit, nicht ganz frei von Schwachstellen in der Personenzeichnung. - Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek

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