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Philomena

Donnerstag, 12.11.2020

Stephen Frears Drama um eine alte Frau, die nach ihrem ihr vor Jahrzehnten entrissenen Sohn sucht - bis 30.11. in der ARD Mediathek

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Es war eine grausame, aber leider lange übliche Praxis der katholischen Kirche in Irland, jungen Müttern ihre unehelich geborenen Kinder wegzunehmen und sie ohne Aussicht auf ein Wiedersehen zur Adoption freizugeben. „Philomena“ von Stephen Frears spielt vor diesem Hintergrund; der Film beruht auf dem 2009 erschienenen Buch „The Lost Child of Philomena Lee“ des Journalisten Martin Sixsmith. Im Film wird Sixsmith von Steve Coogan verkörpert, der zusammen mit Jeff Pope auch das Drehbuch geschrieben und den Film auch produziert hat. Die Titelfigur wird von Judi Dench gespielt – als eine bescheidene, naive und gutmütige Frau, die seit über 50 Jahren vergeblich nach ihrem Sohn sucht, der als Dreijähriger adoptiert wurde.

Der Film kreist um ihre Begegnung mit Sixsmith und die anschließende gemeinsame Recherche der beiden: Sixsmith wittert in dem Fall eine gute Story und bringt die alte Frau dazu, mit ihm gemeinsam einen neuen Versuch zu starten, mehr über das Schicksal des verschwundenen Kindes zu erfahren, dabei reiben sich der zynische Medienmann und die alte Frau, die trotz des Erlebten ohne Bitterkeit ist, ständig aneinander. Der Film ist eine ergreifende Mischung aus komischem Road Movie, detektivischer Recherche und wütender Anklage. Geschickt balanciert die Inszenierung die unterschiedlichen Töne aus, wobei die Komik des Films aus der Gegensätzlichkeit der Hauptfiguren resultiert, die sich mit lakonischen Dialogen bekämpfen und so das gelegentliche Pathos auffangen. - Sehenswert ab 14.

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek

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