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Neuer Kinotipp: "Nomadland"

Freitag, 09.07.2021

Das Roadmovie skizziert hautnah das Leben einer modernen Nomadin, die nach dem Verlust ihrer Heimat als Saisonarbeiterin mit ihrem Van quer durch die USA driftet

Diskussion

Das authentische Roadmovie „Nomadland“ ist neuer „Kinotipp der katholischen Filmkritik“. Der mehrfach prämierte Film von Chloé Zhao skizziert hautnah das Leben einer modernen Nomadin, die nach dem Verlust ihrer Heimat als Saisonarbeiterin mit ihrem Van quer durch die USA driftet. Zu sehen ist er seit dem 1. Juli 2021 deutschlandweit auf der großen Leinwand.

Erst der „Goldene Löwe“ beim Filmfestival in Venedig, dann gleich drei „Oscars“ für den besten Film, die beste Regie und die beste Hauptdarstellerin: Das Drama „Nomadland“ von Chloé Zhao hat in den letzten Monaten einen wahren Preisregen erfahren; beim deutschen Kinostart am 1.7.2021 überzeugte das Werk nun auch die Jury des Kinotipps der katholischen Filmkritik: „Welch kraftvolle Poesie geht doch von diesem Roadmovie aus. In leisen Tönen, die aber nichts an Eindrücklichkeit einbüßen, wird hier das Leben, Fühlen, Arbeiten und Denken eines Milieus gezeigt“, so eine der Jurorinnen.

Nachdem sie sich bereits in ihren Filmen „Songs My Brother Taught Me“ und „The Rider“ mit dem Schicksal von Außenseiter-Existenzen beschäftigt hatte und dafür mittels intensiver Recherche in deren Milieu eingetaucht war, erzählt Filmemacherin Chloé Zhao in „Nomadland“ erneut von einer Figur am Rande der US-Gesellschaft: Seit sie im Zuge des wirtschaftlichen Niedergangs ihrer Heimatstadt ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren hat, driftet eine ältere Frau (herausragend gespielt von Frances McDormand) in ihrem Van durch die USA, immer auf der Suche nach Arbeit. Dabei begegnet sie anderen Menschen, die ihr Schicksal teilen, und findet Anschluss an kurzzeitige Gemeinschaften mit anderen modernen Nomaden, bevor sich ihre Wege wieder trennen.

In der Darstellung dieser sogenannten „van dwellers“, die in Wohnmobilen, Kleinbussen oder Trailern leben und oft als Saisonarbeiter durch die USA ziehen, schaut die Regisseurin nicht aus der Distanz zu, sondern taucht förmlich in die Lebenswelt ein und integriert die Menschen, um die es ihr geht, indem sie neben Profis wie Frances McDormand überwiegend Laien als Schauspielerinnen und Schauspieler engagiert. Aus Sicht der Jury des Kinotipps der katholischen Filmkritik ist das Ergebnis ein „optisch und dramaturgisch als auch schauspielerisch herausragender Film, der tief berührt. Der Regisseurin geht es keineswegs um Mitleid mit Menschen, die nach herkömmlichen Vorstellungen am Rande der Gesellschaft leben (wenngleich es ein großer Verdienst ist, diese Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu setzen); vielmehr werden Biografien sichtbar, die zwar zahlreiche Schicksalsschläge erdulden mussten, immer wieder aber neuen Reichtum für sich entdecken und zum alten US-Mythos ‚On the Road‘ zurückkehren.“

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