Nicht den Erwartungen zu entsprechen: Das scheint in Japans konservativ-kollektivistischer Gesellschaft den sozialen Tiefpunkt zu bedeuten. Es sind die Erwartungen der Eltern, Schwiegereltern, Ehemänner, Nachbarn, Vorgesetzten und sogar der Kinder, aber natürlich auch die eigenen Ansprüche an sich selbst, die die Protagonistinnen vor sich hertreiben, in die Ecke drängen. In einem Fall führt dieser Druck zum Äußersten: Eine überforderte Mutter tötet ihr Baby.
Die sechsteilige Serie von Yukihiro Morigaki kreist um eine andere junge Hausfrau und Mutter (Kou Shibasaki), die zur Laienrichterin in dem Mordprozess berufen wird, bei dem die Tötung des Babys verhandelt wird. Die Konfrontation mit dem Verbrechen und der Mörderin, aber auch die zeitgleich zutage tretenden Brüche in ihrem eigenen Familienkonstrukt lassen die Frau ihre eigene Auffassung von Mutterschaft hinterfragen.
Dabei eröffnet sich ein so interessanter wie erschütternder Einblick in die japanische Gesellschaft, die von konservativ-patriarchalen Strukturen geprägt ist und in der Frauen und junge Mütter weit unten auf der sozialen Leiter stehen. Eine Stärke des Gerichtsdramas ist seine perspektivische Vielfalt und seine überzeugend gespielte Hauptfigur, deren Brüche Stück für Stück aufgeblättert werden. - Ab 14.