© Cinémathèque française

Nah am Paradies - Jean Paul Gaultier

Dienstag, 14.12.2021

Ein Spaziergang durch die von Jean Paul Gaultier kuratierte Ausstellung „CinéMode“ in der Cinémathèque française in Paris

Diskussion

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier hat die Kostüme für Filme gestaltet und sich auch bei seinen Fashion-Shows wieder und wieder vom Kino inspirieren lassen. Die Cinémathèque française zeigt momentan die von Gaultier kuratierte Ausstellung „CinéMode“, die nicht nur durch sein eigenes kreatives Werk führt, sondern auch aufregende historische Streifzüge durch die fruchtbare Zusammenarbeit von Film und Mode erlaubt.


Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier war und ist ein Meister der Inszenierung. Gerne auch mit ihm mittendrin. Im Jahr 2018 kehrte er mit „Fashion Freak Show“, einer Revue über das eigene Leben als Modeschöpfer, sein Innerstes nach außen. Nicht, dass er davor als introvertiert durchgegangen wäre. Doch mit Unterstützung der befreundeten Regisseurin Tonie Marshall und des Musikers Nile Rogers verwandelte er den legendären „Folies Bergère“-Konzertsaal in die Traumwelt seines Lebens. Inszenierung bedeutet ja immer auch Kontrolle, nicht zuletzt über die Deutung des eigenen Daseins und Schaffens. Getoppt wurde die Show noch dadurch, dass der Filmemacher Yann L'Hénoret fast zwei Jahre lang die Vorbereitungen begleitete und daraus den unterhaltsamen Dokumentarfilm „Jean Paul Gaultier: Freak & Chic“ schuf. Was eine enorme Breitenwirkung garantierte. Gaultier ist in jeder Hinsicht eine schillernde Gestalt. Man weiß bei ihm nie, ob er die Aufmerksamkeit bewusst steuert, um das Eigentliche verborgen halten zu können.

      

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Die Lust an der Illusion und am Geschichtenerzählen verbinden Kino und Mode. Bei den Großen unter den Modeschöpfern der Nachkriegszeit, neben Gaultier etwa John Galliano für Dior, Karl Lagerfeld für Chanel, Alexander McQueen, Raf Simons, aber auch Mucia Prada oder Maria Grazia Chiuri, verwandelten sich die Präsentationen neuer Kollektionen immer mehr zu einem Spektakel für alle Sinne. Choreografie, Soundtrack, Beleuchtung, eine ausgetüftelte Dramaturgie, eine Art „Story“ sind allesamt Elemente des Kinos, die hier zum Einsatz kommen.

Alexander McQueen nutzte für die Präsentation seiner „Deliverance“-Kollektion im Jahr 2004 die Story des Films „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ von Sydney Pollack, ein unerbittlicher Tanzwettbewerb, an dessen Ende das Model Karen Elson in einem zerfetzten Kleid über den Laufsteg getragen wurde.

Das Ausstellungs-Plakat zu „CinéMode“ (© Cinémathèque française)
Das Ausstellungs-Plakat zu „CinéMode“ (© Cinémathèque française)

Doch kaum ein anderer Couturier – abgesehen von den großen Meistern und Meisterinnen der alten Hollywood-Studios wie Gilbert Adrian oder Edith Head – ist so mit dem Kino verbunden wie Jean Paul Gaultier.


Ein enges Verhältnis: Kino und Mode

Wenn die Cinémathèque française Gaultier nun zum Kurator der Ausstellung „CinéMode“ über die Verbindung von Mode und Kino macht, ist das nur schlüssig. Gaultier hat zahlreiche seiner Fashion-Shows in Anspielung an Filme betitelt: „Grease“ (1979), „Et Dieu créa l’Homme“ (1985), „Le Charme coincé de la bourgeoisie“ (1985), „French Cancan“ (1991), „Mort à Venise“ (2001), „Baby Doll“ (2003) oder „James Blonde“ (2011).

Für mehrere Filme kreierte er unverwechselbare Kostüme. Die Liste der Regisseure, mit denen er zusammenarbeitete, spricht für sich: Peter Greenaway („Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“), Pedro Almodóvar (Kostüme für Victoria Abril und Rossy de Palma in „Kika“, für Gael García Bernal in „La mala educación“, und für „Die Haut, in der ich wohne“), Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro („Die Stadt der verlorenen Kinder“) und Luc Besson („Das fünfte Element“). Man kommt nicht umhin, in diesen Filmen szenenweise einen cineastischen Gaultier-Catwalk zu sehen, insbesondere in Das fünfte Element bei den Auftritten von Milla Jovovich im weißen Bänder-Kostüm, Bruce Willis mit rückenfreiem orangem Oberteil, Chris Tucker in Leoparden-Plüsch, Gary Oldman im nadelstreifenartigen bodenlangen Mantel mit Stehkragen oder Maïwenn Le Besco als blauer Operndiva. Kleidung sprichwörtlich aus einer anderen Welt.

Schaut man sich die einzelnen Etappen und Themenbereiche der Ausstellung „CinéMode“ genauer an, versteht man, dass hier ein Modeschöpfer mit einer unverwechselbaren Handschrift als Kurator am Werk war. Einer, der dafür bekannt ist, dass er Innerstes (vulgo Unterwäsche) nach außen wendet, Geschlechterrollen neu definiert und feminine und maskuline Attribute der Körper-Inszenierung spielerisch verwischt. Und das alles mit einem naiv anmutenden Eklektizismus, bei dem man nie sicher sein kann, ob das noch ein quasi-idealistisches, genialisch-eruptives Gestaltungsbedürfnis ist, ein Ausdruck der inneren Notwendigkeit eines sensiblen Beobachters gesellschaftlicher Prozesse. Oder ob dieser Zugriff auf Mode nicht doch eine starke Prise schlitzohriges, postmodern geschultes Selbstmarketing enthält.

Halb martialisch, halb belustigend: Entwurf und Ausführung des Kostüms von Victoria Abril in „Kika“ (© Cinémathèque française)
Halb martialisch, halb belustigend: Ein Kostüm von Victoria Abril in „Kika“ (© Cinémathèque française)

Selbst das würde man einem Schalk wie Gaultier gerne verzeihen, mit dem jemand wie die „Vogue“-Chefin Anna Wintour herzlich wenig anfangen konnte; dokumentiert in einer kleinen, vielsagenden Randszene von „Freak & Chic“.

Wenn Gaultier ein Getriebener ist, dann durch Neugier und Spaß an der Provokation, ohne jene dunklen Schatten, die seinen jüngeren, im Jahr 2010 verstorbenen Kollegen Alexander McQueen verfolgten, der neben dem Pollack-Film vor allem von den kühlen Frauen aus Hitchcock-Filmen und „Blade Runner“ inspiriert wurde. Über einen introvertierten Couturier, wie ihn Daniel Day-Lewis in „Der seidene Faden“ so wunderbar verkörperte, dürfte das „enfant terrible“ Gaultier nur süffisant geschmunzelt haben.


Jacques Becker und „Falbalas“

Mit „Falbalas“ (dt.: Firlefanz, Rüsche) beginnt die Ausstellung, so wie mit diesem Film von Jacques Becker aus dem Jahr 1945 Gaultiers Begeisterung für das Kino und die Welt der Mode ihren Lauf nahm. Im Fernseher im Haus seiner Großmutter sah er als kleiner Junge diesen Film über einen mondänen Modeschöpfer, der einem Freund die Frau ausspannen möchte, als reines Ego-Spielchen, bis er sich tatsächlich in sie verliebt. Weder das Unsympathische noch das tragische Ende der Hauptfigur konnten Gaultier davon abhalten, sich mit diesem Charakter so sehr zu identifizieren, dass er beschloss, selbst Couturier zu werden.

„Falbalas“ (1945) weckte Gaultiers Begeisterung fürs Kino (© StudioCanal)
„Falbalas“ (1945) weckte Gaultiers Begeisterung fürs Kino (© StudioCanal)

Gaultier erzählt immer wieder davon, wie er – zusätzlich beeinflusst durch die Übertragung von Revuen aus dem „Folies Bergère“ – erste Skizzen von langbeinigen Damen in tollen Gewändern unter der Schulbank anfertigte oder seiner Teddybärin Nana aus Zeitungspapier schon den konischen BH anfertigte, der später in seinen Shows und durch Madonnas „Blond Ambition“-Tour (1990) zu Berühmtheit gelangte. Genau dieses Modell schmückt die Ausstellung, ebenso wie andere Kleidungsstücke rund um „Falbalas“, die der Modedesigner Marcel Rochas entworfen hat.

Rochas war sich schon damals die Breitenwirkung des Kinos bewusst. Am Ende von „Falbalas“ steht eine eindrucksvolle Modeschau, in der Rochas unabhängig vom Film entstandene Entwürfe nebenbei unters Volk gebracht werden. Rochas war es auch, der noch während des Zweiten Weltkriegs die „Guêpière“ entwarf, eine Art breiter Miedergürtel, der Frauen zwar immer noch zur Wespentaille zwang, gegenüber einem Korsett aber mehr Freiheiten erlaubte. In der Cinémathèque ist ein klassisches Abendkleid von Gaultier mit eben dieser Wespentaille zu sehen, zu dem er sich von „Falbalas“ inspirieren ließ. Bei Dior wurde die „Waspie“ später zum Markenzeichen seines figurenbetonten „New Look. Hollywood-Diven wie Mae West und Carole Lombard waren von Rochas’ für die damalige Zeit lässigem Stil angetan, der auch weite Flanellhosen für die emanzipierte Frau hervorbrachte.


Das Spiel mit den Geschlechtern

Die Veränderungen der Geschlechterrollen sind prägend für die mittleren drei Themen-Etappen von „CinéMode“. „♂ ♀“ spielt auf die Archetypen weiblicher und männlicher Rollen an und wie diese sich im Kino und damit in der populären Kultur niederschlugen. Hier begegnet man dem klassischen Modus, eingefangen in einem beige-cremefarbenen Prachtkleid, das Marcel Escoffier 1955 für Martine Carol in „Lola Montez“ entwarf. Über den chronologischen Umweg eines raffinierten Kostüms der legendären Paramount-Designerin Edith Head für Mae West in „Sextett (1978), dessen Oberteil nur wenig verbirgt, landet man bei Brigitte Bardot und ihrem aufreizenden Tanz in „… und immer lockt das Weib“ in einem leichten Sommerkleid und den Ballerinas namens „Cendrillon“ von Rose Repetto. Hier wird sehr deutlich, wie sich weibliche Sinnlichkeit von der Bändigung durch die Kleidung befreit und sich selbst gewahr wird.

Ins Gefährliche gesteigert findet man dies dann in Azzedine Alaïas frechem Hosenanzug, den Grace Jones 1985 im James-Bond-Film „Im Angesicht des Todes“ trug. An eine andere besondere Frauenrolle wird mit einem langen schwarzen Ledermantel erinnert, der von Yves Saint Laurent stammt. Catherine Deneuve trug ihn 1966 in „Belle de Jour“, wo sie als Gattin eines etablierten Unternehmers ein geheimes zweites Leben als Gelegenheitsprostituierte führt.

„Der Wilde“ (1953) machte Marlon Brando zum Attraktionsobjekt (© IMAGO / United Archives International)
„Der Wilde“ (1953) machte Marlon Brando zum Attraktionsobjekt (© IMAGO / United Archives International)

Die Ausstellung verweist ausdrücklich auf die besondere Beziehung, die Deneuve und Gaultier miteinander verband, ähnlich wie bei Delphine Seyrig und Coco Chanel oder Jeanne Moreau und Pierre Cardin.

An dieser Stelle der Ausstellung kommen dann auch die männlichen Stars ins Spiel. Auf eine Erinnerung an die klassische Leinwand-Virilität in Form eines typischen Western-Outfits folgen Kleidungen, die – ganz im Sinne Gaultiers – nun auch den Mann zum erotisch-schillernden Attraktionsobjekt machen. Etwa in Gestalt des neckischen Superman-Kostüms oder den Klamotten von Bruce-Willis aus „Das fünfte Element“. Vor allem aber verkörpert durch den jungen Marlon Brando, der dem Unterhemd in Endstation Sehnsucht(1951) zu großem Ansehen verhalf. Oder eben mit der lässigen Lederjacke aus Der Wilde (1953), die Gaultier später zu einer eigenen Kreation inspirierte.


Im Reich des Transgressiven

Mit „Transgressions“ ist jener Teil der Ausstellung überschrieben, in dem sich die lange Geschichte des Verschwimmens von Männlich/Weiblich in der Kleidung spiegelt. Zunächst noch eher nüchtern, wenn seit den 1930er-Jahren weibliche Stars wie Marlene Dietrich oder Katharine Hepburn so selbstverständlich wie provokativ einen traditionell den Männern vorbehaltenen Hosenanzug tragen. Später kommt dann die androgyne Jane Birkin ins Spiel, die „Rocky Horror Picture Show“ (1975) oder ein Film wie „Orlando“ (1992), in dem Tilda Swinton ein Kostüm von Sandy Powell trägt.

So richtig angekommen im Gaultier-Universum ist „CinéMode“ dort, wo Gaultiers transgressive Kostüme für die Almodóvar-Filme vorgestellt werden. Also Victoria Abrils uniformartige, halb martialisch, halb belustigend wirkende Ausstattung mit integrierter Helmkamera in Kika, mit der sie als sensationslustige Journalistin den Alltag einzufangen versucht. Oder das wunderbare Kleid, das im oberen Bereich wie eine zweite, perlweiße Haut wirkt, mit betonten Brustknospen und Schamdreieck, in dem Gael García Bernal in seiner Dreifachrolle in La mala educación als Transvestit Zahara auftritt. So fantastisch, dass es selbst bei Almodóvar nur eine Fiktion in der Fiktion sein kann. Und doch auf ganz eigene Weise ein vorausblickender Kommentar auf Themen, die schon damals in der Luft lagen, aber auch heute noch kein Mainstream sind, wenngleich sich der Schaum vor dem Mund aufgelöst hat. Hier ist auch Fassbinders Querelle (1982) verortet, ein homoerotischer Film, in dem der von Brad Davis gespielte Matrose zwar meist im Unterhemd oder mit nacktem Oberkörper zu sehen ist, Gaultier aber dennoch zu dem legendären Matrosen-Shirt inspirierte, das in seiner ersten Prêt-à-Porter-Kollektion „L’Homme-objet“ 1984 mit weit offenem Rückenteil Mode-Geschichte schreibt.

Am Set von „Kika“: Victoria Abril und Pedro Almodóvar (vorne rechts) (© IMAGO / Prod.DB)
Am Set von „Kika“: Victoria Abril und Pedro Almodóvar (vorne rechts) (© IMAGO / Prod.DB)

Ein wenig disparat wirkt die vorletzte Etappe von Gaultiers Mode-Parcours, die aber mit „Métal hurlant“ (kreischendes Metall) nach einem wichtigen französischen Comic-Magazin der 1970er- und 1980er-Jahre (in Deutschland als „Schwermetall“ bekannt) treffend überschrieben ist. Tatsächlich kommt hier viel Metall ins Spiel, sei es in den Rüstungen einer Jeanne d’Arc, getragen von Ingrid Bergman, Jean Seberg, Sandrine Bonnaire oder Milla Jovovich, sei es in den gefährlich anmutenden Kostümen von Danilo Donati aus Fellinis Satyricon (1969), die Gaultier immer wieder inspirierten. Ein Eyecatcher ist hier auch Gilbert Adrians Kleid für Greta Garbo in Königin Christine(1933).


Kleider als metallische Rüstungen

Metallisch glänzend und an eine Rüstung erinnernd erscheint auch Paco Rabannes „Kombination“ aus Hose und Top. 1966 hatte der Designer in Paris mit seiner ersten Haute-Couture-Kollektion „12 robes importables en matériaux contemporains“ (12 untragbare Kleider aus zeitgenössischen Materialien) für Furore gesorgt. Zwei Jahre später stattete er Jane Fonda in „Barbarella“ mit einer metallenen Tunika aus, die wunderbar spacig und psychedelisch wirkte. Das sogenannte „Space Age“ der Mode mit seinen Protagonisten Pierre Cardin und André Courrèges liegt da nicht mehr fern, inspiriert von Filmen wie Blow-Up(1966) oder Kubricks 2001 (1968) und Uhrwerk Orange (1971). Twiggy muss ihren Kopf aus Pappe für Kleider von Pierre Cardin hinhalten und für zwei an Yves Saint Laurent angelehnte Entwürfe von Anaïs Romand im Mondrian-Stil für Bertrand Bonellos Film über den extravaganten Modeschöpfer.

Ironisch gebrochen wird die Welt des Mode-Zirkus in „CinéMode“ ebenfalls, denn Gaultier ist zu reflektiert und verspielt; er wechselt gerne die Perspektive und stellt sich und seine Kunst infrage. Sein Vehikel dafür ist der Erstlingsfilm Wer sind Sie, Polly Maggoo?(1966) des „Vogue“-Fotografen William Klein, der sich über die Exzesse der Modewelt, das Showbiz und die sie begleitenden Medien mokiert. In dem Film tragen die Models zum Teil völlig absurde, raumgreifende „Kleidungsstücke“ aus dickem Aluminium, die mitunter gefährliche Verletzungen verursachen. Die dafür geschaffenen Modelle „Bikini“ und „Akkordeon“ von Bernard und François Baschet sprechen für sich: untragbare metallische Monster, die sich niemand freiwillig anziehen würde. Das Filmplakat zieren uniforme Models in Kleidern, die offensichtlich stark von André Courrèges inspiriert wurden.

„Wer sind Sie, Polly Maggoo?“ machte sich 1966 über die Exzesse der Modewelt lustig (© IMAGO / Ronald Grant)
„Wer sind Sie, Polly Maggoo?“ machte sich 1966 über die Exzesse der Modewelt lustig (© IMAGO / Ronald Grant)

Fehlen nur noch die „Défilés“, Höhepunkt oder, etwas despektierlich ausgedrückt, Rausschmeißer der Ausstellung: der Laufsteg einer Fashion-Show. Auch hier geht es etwas eklektisch zu, aber auf auserlesenem Niveau. Ein Kleid von Hubert de Givenchy für Audrey Hepburn in Funny Face (1957), eines von Edith Head für Grace Kelly in Fenster zum Hof (1954), Shirley Russells Papstrobe für Ringo Starr ausLisztomania (1975) sowie weitere Kleider aus Bonellos Saint Laurentsimulieren auf Puppen einen Catwalk und prunken neben einigen Kostümen, die Gaultier selbst geschaffen hat.


Ein Fest fürs Auge und das Herz

Hier schließt sich auch der Kreis zu „Falbalas“, in dem Micheline Presle die Hauptrolle spielte - und in Gaultiers „Fashion Freak Show“ dessen Großmutter. Denn Presles Tochter Tonie Marshall, die als Regisseurin Gaultiers Revue-Show in Szene gesetzt hatte, brachte ihren langjährigen Freund ins Gespräch, als in der Cinémathèque erste Ideen für eine Ausstellung über die Beziehung von Mode und Kino reiften. Auch für Tonie Marshall schuf Gaultier Kostüme, etwa ein wunderbares grünes Satin-Kleid mit transparenten Pailletten für „Dem Paradies ganz nah“ (2002). Das ist für Fans erlesener und ausgefallener Mode, aber auch für Cineasten, die sich einmal mit dieser Facette des Filmschaffens beschäftigen möchten, ein passendes Motto für die ganze „CinéMode“-Ausstellung. Auf jeden Fall ist sie ein inspirierender Anstoß, sich auf dieses ebenso vielschichtige wie vernachlässigte Thema näher einzulassen.


Hinweis

CinéMode par Jean Paul Gaultier in der Cinémathèque française. Geöffnet bis zum 16. Januar 2022, Mo, Mi, Do, Fr 12 – 19 Uhr, Sa und So 11 – 20 Uhr, Di geschlossen. Der Katalog zur Ausstellung ist bei Flammarion erschienen. 240 S., 300 Abb., 40 Euro. Der FilmFalbalas – Sein letztes Modellist als digital remasterte Special Edition bei Studiocanal erhältlich.

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