© imago images/IP3press (Trauerfeier für Jean-Paul Belmondo)

In Memoriam… 2021

Mittwoch, 29.12.2021

Erinnerungen an berühmte und weniger berühmte Filmschaffende, die 2021 gestorben sind

Diskussion

Die Erinnerung an verstorbene Filmschaffende ist weniger Chronistenpflicht als eine Geste des Respekts. Sie eröffnet überdies Filmgeschichte als einen Raum, der in die Gegenwart ragt, und das nicht nur im Gedenken an Prominente wie Jean-Paul Belmondo oder Lina Wertmüller. Es sind eher die vielen „kleinen“ Stars wie Marran Gosov, Gunnel Lindblom, Tatjana Turanski und Hanns Eckelkamp, die das große Reich des Kinos vor Augen führen und für Momente deren bleibenden Anteil daran aufblitzen lassen.



Barbara Shelley (13.2.1932-3.1.2021)

Die britische Schauspielerin Barbara Shelley war in den 1960er-Jahren ein Star des britischen Horrorfilms und wurde als „Queen of Hammer“ bekannt. Neben von Vampiren und ähnlichen Monstern verfolgten Schönheiten gelangen ihr dabei auch anspruchsvollere Studien, etwa als Mutter eines der unheimlichen Alien-Kinder in „Das Dorf der Verdammten“.


Michael Apted (10.2.1941-7.1.2021)

Wie viele britische Regisseure seiner Generation begann Michael Apted im Fernsehen, wo er unter anderem die Langzeitdokumentation „Up“ (1964-2019) ins Leben rief und betreute. Im Kino erwies er sich als vielseitiger Spielfilm-Regisseur, der mit „Nashville Lady“ und „Gorillas im Nebel“ herausragende Filmbiografien drehte, aber auch Thriller wie „Gorky Park“ und das James-Bond-Spektakel „Die Welt ist nicht genug“.


Marran Gosov (3.10.1933-12.1.2021)

Der bulgarisch-deutsche Regisseur Marran Gosov steuerte Ende der 1960er-Jahre respektlos-parodistische Filme wie „Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg“ oder „Zuckerbrot und Peitsche“ zum „Neuen deutschen Kino“ bei. Nach dem Wechsel zum Fernsehen schrieb er gelegentlich noch Filmmusiken für Elfi Mikesch, Monika Treut und Rosa von Praunheim.


Jean-Pierre Bacri (24.5.1951-18.1.2021)

(© imago images / Everett Collection)
Jean-Piere Bacri (© imago images / Everett Collection)

Den Ehrentitel „Der große Nörgler“ verdiente sich der französische Schauspieler Jean-Piere Bacri redlich mit vielen Rollen, in denen er Unzufriedenheit, mühsam kontrollierte Genervtheit und Enttäuschung verkörperte. Seine Vielseitigkeit bewies er aber nicht zuletzt als Drehbuchautor intelligenter, Esprit-geladener Filme unter der Regie von Alain Resnais („Das Leben ist ein Chanson“), Cédric Klapisch („Un air de famille“) und seiner Schreib- und Lebenspartnerin Agnès Jaoui („Lust auf Anderes“).

Ein Nachruf auf Jean-Pierre Bacri findet sich hier.


Nathalie Delon (1.8.1941-21.1.2021)

Nach ihrer Heirat mit Alain Delon war die Französin Nathalie Delon ihrem Ehemann ein kongeniales Gegenüber als Geliebte seines kaltblütigen Killers in „Der eiskalte Engel“ (1967). Nach der Scheidung konnte sie ihre Karriere in den 1970er-Jahren in Filmen von Edward Dmytryk („Blaubart“) und Joseph Losey („Die romantische Engländerin“) fortsetzen und inszenierte auch zwei eigene Regiearbeiten.


Walter Bernstein (20.8.1919-23.1.2021)

Der politisch links orientierte Drehbuchautor Walter Bernstein wurde in den 1950er-Jahren durch die Kommunistenjagd zur Arbeit unter Pseudonym gezwungen, was er später in „Der Strohmann“ (1976) verarbeitete. Daneben schrieb er anspruchsvolles Spannungskino wie „Der Zug“ (1963), Komödien wie „Zwei ausgebuffte Profis“ (1977) und dramatisierte historische Sujets wie „Yanks – Gestern waren wir noch Fremde“ (1979).


Hal Holbrook (17.2.1925-23.1.2021)

(© Koch Media)
Hal Holbrook (© Koch Media)

Der US-amerikanische Darsteller Hal Holbrook flößte mit seinem aristokratischen Aussehen und einer sonoren Stimme Respekt ein und war im Kino immer wieder als Autoritätsfigur zu sehen. Seine wohl berühmteste Leinwandrolle spielte er im Halbschatten als Watergate-Informant in „Die Unbestechlichen“. Daneben glänzte der Verehrer und langjährige Interpret von Mark Twain aber auch in zwielichtigen Parts oder präsentierte sich anrührend als alter Witwer in „Into the Wild“.

Ein Nachruf auf Hal Holbrook findet sich hier.


Gunnel Lindblom (18.12.1931-24.1.2021)

(© imago/Mary Evans)
Gundel Lindblom (© imago/Mary Evans)

Die schwedische Schauspielerin Gundel Lindblom wurde in den 1950er-Jahren Teil der Filmfamilie von Ingmar Bergman und spielte ihre berühmteste Rolle im Skandalfilm „Das Schweigen“. In Filmen ihrer Kollegin Mai Zetterling nutzte sie die Chance, um konventionelle Frauenrollen aufzubrechen, und setzte mit ambitionierten Inszenierungen eigene Akzente im schwedischen Kino.

Ein Nachruf auf Gunnel Lindblom findet sich hier.


Cloris Leachman (30.4.1926-27.1.2021)

Die US-Schauspielerin Cloris Leachman wurde nach einem Einstand als verschrecktes Mordopfer in „Rattennest“ erst im mittleren Alter zum Star, als ihr die Studie einer einsamen Gattin eines Footballtrainers in „Die letzte Vorstellung“ den „Oscar“ einbrachte. Genauso denkwürdig gelangen ihr in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Auftritte in Sitcoms, groteske Schurkinnen-Karikaturen bei Mel Brooks oder eigenwillige Großmütter-Rollen.

Ein Nachruf auf Cloris Leachman findet sich hier.


Cicely Tyson (19.12.1924-28.1.2021)

(© imago images/Picture Perfect)
Cicely Tyson (© imago images/Picture Perfect)

Die afroamerikanische Schauspielerin Cicely Tyson bereitete für andere schwarze Darstellerinnen den Weg, indem sie sich klischeehaften Angeboten verweigerte und komplexe Frauenfiguren wie in „Das Jahr ohne Vater“ (1972) auch dem Blaxploitation-Kino vorzog. Vor allem das Fernsehen verschaffte ihr weitere Möglichkeiten zu ausdrucksvollen Interpretationen, während sie im Kino regelmäßig in prägnanten Nebenrollen wie in „Grüne Tomaten“ und „The Help“ zu sehen war.

Ein Nachruf auf Cicely Tyson findet sich hier.


Allan Burns (18.5.1935-30.1.2021)

Der US-amerikanische Produzent und Autor Allan Burns erfand in den 1960er- und 1970er-Jahren Erfolgsserien wie „The Munsters“ und „The Mary Tyler Moore Show“. Unter seinen Kinoarbeiten erhielt er Lob für die Drehbücher zu „Ich liebe dich – I love you – Je t’aime“ und „Butch & Sundance – Die frühen Jahre“.


Robert C. Jones (30.3.1936-1.2.2021)

Der US-amerikanische Editor Robert C. Jones brachte in den 1960er-Jahren die formale Virtuosität von Stanley Kramers Filmen „Eine total, total verrückte Welt“ und „Das Narrenschiff“ mit seiner Kunst in einen passenden Rahmen. In den 1970er-Jahren arbeitete er vor allem mit dem Regisseur Hal Ashby zusammen. Für diesen schrieb er auch am Drehbuch von „Coming Home – Sie kehren heim“ mit und heimste dafür einen „Oscar“ ein.


Haya Harareet (20.9.1931-3.2.2021)

Der allererste israelische Spielfilm „Höhe 24 antwortet nicht“ (1955) brachte auch der jungen Schauspielerin Haya Harareet einige internationale Aufmerksamkeit ein, die unter anderem zur weiblichen Hauptrolle in „Ben Hur“ (1959) führte. Nach nur wenigen weiteren Filmen erhielt sie für ihr Drehbuch zum britischen Drama „Jede Nacht um neun“ (1967) noch einmal Anerkennung.


Christopher Plummer (13.12.1929-5.2.2021)

(© IMAGO / ZUMA Wire)
Christopher Plummer (© IMAGO / ZUMA Wire)

Als einer der bedeutendsten Interpreten des US-amerikanischen Theaters schätzte der kanadische Schauspieler das Kino als Spielbühne, um in kleinen und großen Auftritten unterschiedlichste Charaktere zu zeichnen. Von seinem Publikumserfolg in „Sound of Music“ über hinreißende Leinwandschurken bis zu grandiosen Altersrollen wie in „Beginners“ prägte er das Kino knapp sechs Jahrzehnte lang.

Ein Nachruf auf Christopher Plummer findet sich hier.


Giuseppe Rotunno (19.3.1923-7.2.2021)

Der italienische Kameramann Guiseppe Rotunno setzte die überschäumende Fantasie von Federico Fellini bei acht gemeinsamen Filmen in farbenprächtige Bilder um. Ähnliche Dienste leistete er Luchino Visconti („Der Leopard“) und Vittorio de Sica („Gestern, heute und morgen“), aber auch US-Amerikanern wie Bob Fosse („Hinter dem Rampenlicht“) und Terry Gilliam („Die Abenteuer des Baron Münchhausen“).



Jean-Claude Carrière (19.9.1931-8.2.2021)

(© imago images/Future Image)
Jean-Claude Carrière (© imago images/Future Image)

Das französische Multitalent Jean-Claude Carrière war einer der großen Kino-Auteurs des 20. Jahrhunderts, der Anfang der 1960er-Jahre zum Co-Autor des Spätwerks von Luis Buñuel wurde. Unter den nahezu 100 Filme, bei denen er an den Drehbüchern beteiligt war, stachen die wiederholten Zusammenarbeiten mit Volker Schlöndorff (u.a. „Die Blechtrommel“), Louis Malle („Viva Maria!“), Jean-Luc Godard („Rette sich, wer kann (das Leben))“ und Philippe Garrel („Im Schatten der Frauen“) hervor.

Ein Nachruf auf Jean-Claude Carrière findet sich hier.


Lynn Stalmaster (17.11.1927-12.2.2021)

Der US-amerikanische Casting Director Lynn Stalmaster war ein Star in seinem Metier, der rund 400 Filme und Fernsehserien betreute und als bislang einziger Vertreter seines Berufsstandes einen Ehren-„Oscar erhielt. Filmdebütanten wie Dustin Hoffman, Ned Beatty oder Christopher Reeve profitierten ebenso von seinem Auge für Talente wie zahllose Regie-Routiniers von Billy Wilder und George Stevens bis Sydney Pollack und Hal Ashby.


David de Keyser (22.8.1927-20.2.2021)

Der britische Schauspieler David de Keyser war ein beliebter Nebendarsteller, der vor allem in jüdischen Rollen zu sehen war, etwa als Rabbi in „Yentl“ oder als Begründer des Reichtums einer ungarischen Großfamilie in „Ein Hauch von Sonnenschein“. Auch seine markante Stimme wurde oft effektvoll in Filmen eingesetzt, etwa für den Heiligen Gral in „Excalibur“.


Alan Robert Murray (30.7.1954-24.2.2021)

Der US-Tontechniker Alan Robert Murray war in seinem Beruf hochangesehen und hatte bei über 100 Filmen Anteil am Tonschnitt. Für zwei seiner Arbeiten für Clint Eastwood („Letters from Iwo Jima“ und „American Sniper“) erhielt er einen „Oscar“, weitere acht Mal war er für seine Arbeit nominiert.


Ronald Pickup (7.6.1940-24.2.2021)

Ronald Pickup (images/Everett Collection)
Ronald Pickup (© images/Everett Collection)

Als Bühnendarsteller hatte sich der Brite Ronald Pickup schon früh einen Namen gemacht, sodass er sich im Kino lange mit kleinen Auftritten begnügte. Markante Altersrollen gestaltete er als Teil der Senioren-Gang in „Best Exotic Marigold Hotel“ (2011) und als Neville Chamberlain in „Die dunkelste Stunde“ (2017).


Katharina Matz (11.6.1930-3.3.2021)

Die gebürtige Böhmin Katharina Matz war in den 1950er-Jahren in einigen Routine-Werken von BRD und DDR zu sehen, konzentrierte sich dann aber aufs Theater, wo sie als feinfühlige Darstellerin geschätzt wurde. In ihren letzten Jahren spielte sie wieder häufiger kleine, aber präzise erfasste Rollen in Kinofilmen wie „Who Am I“ (2014) und „Leif in Concert Vol. 2“ (2019).


Leon Gast (1.3.1936-8.3.2021)

Der US-Dokumentarfilmer Leon Gast drehte Mitte der 1970er-Jahre über 400 Stunden Material über den WM-Boxkampf zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Zaire, konnte den Film aber wegen Geldproblemen erst 1996 als „When We Were Kings“ fertigstellen und den „Oscar“ gewinnen. In weiteren Werken porträtierte er die Geschichte des Basketballs und den Paparazzo Ron Galella.


Peter Patzak (2.1.1945-11.3.2021)

Der österreichische Filmemacher Peter Patzak erwarb sich ab den 1970er-Jahren Ruhm als Gestalter der Krimireihe „Kottan ermittelt“, die Gesellschaftskritik, Satire und Illusionsbrüche als festen Bestandteil in ihre Episoden integrierte. Auch als Spielfilm-Regisseur experimentierte er mit den Genres und ließ mit seiner Studie „Kassbach“ (1979) über einen Neonazi-Sympathisanten, dem Noir-geschulten Krimi „Der Joker“ (1986) oder der Romanadaption „Die Wasserfälle von Slunj“ (2002) immer wieder aufmerken.


Yaphet Kotto (15.11.1939-15.3.2021)

Yaphet Kotto (imago/Everett Collection)
Yaphet Kotto (© imago/Everett Collection)

Der New Yorker Schauspieler Yaphet Kotto brach ab Ende der 1960er-Jahre aus dem stereotypen Rollenprofil von Afroamerikanern aus und zog dankbare Aufgaben wie als Polizist in „Straße zum Jenseits“, als Mechaniker in „Blue Collar“ oder als Gefängnisinsasse in „Brubaker“ an Land. Populär wurde er auch als Mitglied der Raumschiff-Crew in „Alien“ und durch die Polizeiserie „Homicide: Life on the Street“.


George Segal (13.2.1934-23.3.2021)

Der US-Schauspieler George Segal stieg in den 1960er-Jahren in den Rollen teils selbstgefälliger, teils gegängelter junger Männer zum Star auf, der als einer der ersten Hollywood-Darsteller seine jüdische Herkunft nicht verbarg. Die Theateradaption „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ brachte ihm eine „Oscar“-Nominierung ein. In den 1970er-Jahren bewährte er sich neben emanzipierten Partnerinnen wie Barbra Streisand und Glenda Jackson. Nach einem Karriere-Durchhänger war er ab den 1990er-Jahren in Nebenrollen wieder präsent und gewann als liebenswert-überforderter Charakter in „Flirting with Disaster“ oder der Sitcom „Die Goldbergs“ neue Fans.


Jessica Walter (31.1.1941-24.3.2021)

Die Schauspielerin Jessica Walter empfahl sich als Teil der College-Freundinnen-Schar in der Bestseller-Verfilmung „Die Clique“ (1965) und als Stalkerin eines Radio-DJs in Clint Eastwoods „Sadistisco“ (1970) für weitere Hauptrollen, die sie danach aber vor allem im Fernsehen fand. Als respektheischende Matriarchin feierte sie einen späten Triumph in der satirischen Sitcom „Arrested Development“ (2003-2019).


Larry McMurtry (3.6.1936-25.3.2021)

Der Texaner Larry McMurtry wurde für seine dezidiert antiklischeehaften Romane über Vergangenheit und Gegenwart des US-amerikanischen Westens von der Literaturkritik gelobt und lieferte Kino und Fernsehen etliche Vorlagen für erfolgreiche Filme („Die letzte Vorstellung“, „Zeit der Zärtlichkeit“) und Miniserien („Weg in die Wildnis“). Hochgelobt und mit Preisen geehrt wurde er auch als Drehbuchautor des Cowboy-Liebesdramas „Brokeback Mountain“.


Bertrand Tavernier (25.4.1941-25.3.2021)

(© imago/ZUMA Press)
Bertrand Tavernier (© imago/ZUMA Press)

Der französische Regisseur Bertrand Tavernier stellte als europäischer Humanist und Cinephiler die Kraft des Kinos ganz in den Dienst von Erinnerung und Versöhnung. Der Verehrer des US-amerikanischen Genre-Kinos und des französischen „Qualitätsfilms“ begann in der Filmkritik und drehte bitter-ironische Historienfilme („Der Richter und der Mörder“), Abrechnungen mit nationalen Mythen („Das Leben und nichts anderes“) und scharfsichtige Gegenwartsdramen („Auf der Straße“), aber auch vielschichtige Krimis („Der Uhrmacher von St. Paul“). In Dokumentationen und Büchern sowie als Präsident des Institut Lumière in Lyon machte sich Tavernier zudem um die Erinnerung an die Filmgeschichte verdient.

Ein Nachruf auf Bertrand Tavernier findet sich hier.


Grischa Huber (18.9.1944-6.4.2021)

Die Schauspielerin Grischa Huber aus Pommern fand in den 1970er-Jahren die Aufmerksamkeit von Vertretern des „Neuen deutschen Films“ und brillierte insbesondere bei Helma Sanders-Brahms in einer selbstreflexiven Rolle in „Unter dem Pflaster ist der Strand“ und als Kleists Halbschwester in „Heinrich“.


Richard Rush (15.4.1929-8.4.2021)

Der US-Regisseur Richard Rush durchlief eine wechselhafte Karriere, die mit Independent-Filmen voller Nouvelle-Vague-Anleihen begann, mehrere Biker- und andere Gegenkultur-Werke der 1960er-Jahre umfasste und mit dem Erotikfilm „Color of Night“ 1994 ein abruptes Ende fand. Kritikerlob und Zuspruch bedeutender Kollegen erhielt er für das Porträt eines Lehrers, der in den revolutionären Zeitgeist gerät, „Getting Straight“ (1970), und für die hintergründige Hollywood-Reflexion „Der lange Tod des Stuntman Cameron“ (1980).


Helen McCrory (17.8.1968-16.4.2021)

Die britische Darstellerin Helen McCrory war eine Spezialistin für spitzzüngige Frauenfiguren wie die Premierminister-Gattin Cherie Blair in „Die Queen“, eine missgünstige Parlamentarierin in „Skyfall“ oder als Teil eines Gangsterclans in der Serie „Peaky Blinders“. Daneben blieb sie als unerwartet warmherzige Gattin von Stummfilmpionier Georges Méliès in Scorseses „Hugo Cabret“ und vielschichtig-schillernd als Narcissa Malfoy in den „Harry Potter“-Filmen in Erinnerung.


Anthony Powell (2.6.1935-16.4.2021)

Der britische Designer Anthony Powell war vor allem bei schwelgerischen Kostümdramen gefragt und entwarf die verschwenderische Kleiderpracht zweier „Indiana Jones“-Filme, des Krimi-Klassikers „Tod auf dem Nil“ und der Zeichentrick-Realverfilmung „101 Dalmatiner“. Eine lange Zusammenarbeit verband ihn auch mit Roman Polanski, für dessen Historiendrama „Tess“ er einen seiner drei „Oscars“ gewann.


Mari Töröcsik (23.11.1935-16.4.2021)

Die ungarische Schauspielerin Mari Töröcsik gehörte in ihrer Heimat zu den größten Kino- und Theaterstars, die in über 150 Filmen auftrat. Von Anfang an arbeitete sie mit bedeutenden Regisseuren wie etwa Zoltán Fábri zusammen und schloss an ihre vitalen Rollen junger Frauen nahtlos mit komplexen Charakterparts an, für die sie mehrfach in Cannes und Karlovy Vary prämiert wurde. Zuletzt beeindruckte sie als alte Frau mit tiefem Trauma in Márta Mészáros’ „Aurora Borealis – Nachtlicht“ (2017).


Anna Justice (16.5.1962-18.4.2021)

Die deutsche Regisseurin Anna Justice drehte überwiegend für das Fernsehen, inszenierte aber auch zwei sensible Filme über jüdische Menschen in Deutschland. Dramaturgisch komplex sprach sie die Wunden des Holocaust in „Die verlorene Zeit“ an, während sie im anspruchsvollen Jugendfilm „Max Minsky und ich“ aktuelle Sinn- und Glaubensfragen aufgriff.


Monte Hellman (12.7.1929-20.4.2021)

(© IMAGO / Future Image)
Monte Hellman (© IMAGO / Future Image)

Im US-amerikanischen Filmschaffen war Monte Hellman ein außergewöhnlicher Freigeist, der sich nicht nur von den Hollywood-Studios abgrenzte, sondern als unabhängiger Regisseur völlig für sich stand. Von seinen nihilistischen Western („Das Schießen“) und Außenseiter-Balladen („Asphaltrennen“) der 1960er- und 1970er-Jahre bis zu seinem letzten Kurzfilm von 2013 näherte er sich auf eine ganz eigene Weise festgefahrenen Erzählstrukturen an.

Ein Nachruf auf Monte Hellman findet sich hier.


Thomas Fritsch (16.1.1944-21.4.2021)

Im jungen Alter eiferte der deutsche Schauspieler Thomas Fritsch dem unbeschwerten Rollentypus seines Vaters Willy Fritsch nach und spielte in Liebeskomödien wie „Das schwarz-weiß-rote Himmelbett“ romantisch veranlagte Schüler und Studenten. Nachdem er lange vor allem in Theater und Fernsehen gearbeitet hatte, war er ab den 1990er-Jahren mit seiner sonoren Stimme auch wieder im Kino dauerpräsent, wo er Zeichentrick-Charaktere („Der König der Löwen“) zu Leben erweckte und Schauspieler wie Russell Crowe und William Hurt synchronisierte.


Norbert Gescher (14.12.1938-30.4.2021)

Der Berliner Schauspieler Norbert Gescher war ein bemerkenswert vielseitiger Rezitator und Sprecher, der über Jahrzehnte auch in der Synchronarbeit brillierte. Hochironische Schurken wie Charles Dance in „Last Action Hero“ gestaltete er in den deutschen Filmfassungen ebenso köstlich wie die sympathische Überforderung von Beau Bridges in „Die fabelhaften Baker Boys“ und anderen Filmen; außerdem war er Stammsprecher von Steve Martin und Richard Dreyfuss.


Hermine Karagheuz (2.12.1938-30.4.2021)

Die französische Schauspielerin Hermine Karagheuz war ab den 1970er-Jahren regelmäßig bei Jacques Rivette zu sehen, etwa als junge Hotelangestellte in „Unsterbliches Duell“ (1976), die zwischen Sonnen- und Mondgöttin gerät. Daneben spielte sie auch in Filmen von Jeanne Moreau, Patrice Chéreau und zuletzt in Bertrand Bonellos „Nocturama“ (2016).


Olympia Dukakis (20.6.1931-1.5.2021)

(© imago/ZUMA Wire)
Olympia Dukakis (© imago/ZUMA Wire)

Jahrelang war die Tochter griechischer Einwanderer eine erfolgreiche Theateraktrice, die im Kino nur kleine Auftritte hatte. Ihre Szenen stehlende Mutterrolle in der romantischen Komödie „Mondsüchtig“ verhalf der US-Darstellerin Olympia Dukakis jedoch zum „Oscar“ und zur späten Kinokarriere, die komödiantische Aufgaben („Magnolien aus Stahl“) ebenso beinhaltete wie dramatische („An ihrer Seite“).


Norman Lloyd (8.11.1914-11.5.2021)

Der US-Schauspieler Norman Lloyd kam über die Theaterarbeit mit Orson Welles nach Hollywood und debütierte als nur vermeintlich unscheinbarer Schurke in Alfred Hitchcocks „Saboteure“ (1942). Mit dem Meister der Spannung arbeitete er noch mehrfach zusammen und inszenierte auch Folgen von dessen Fernsehproduktionen. Außerdem spielte er prägnante Nebenrollen für Charles Chaplin, Jean Renoir und andere. Nach einer langen Schauspielpause sah man ihn im Alter als autoritären Schuldirektor in „Der Club der toten Dichter“ (1989) und real wie fiktional als 100-Jährigen in „Dating Queen“ (2015).


Charles Grodin (21.4.1935-18.5.2021)

Der vor allem in Komödien erfolgreiche US-Darsteller Charles Grodin verkörperte insbesondere Neurotiker und Jedermänner, deren Charaktere er mit zurückhaltenden Mitteln ausstaffierte. Erfolge hatte er dabei mit „Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht“ und „Midnight Run“, aber auch in prominenten Nebenrollen wie in „Dave“ oder als gestresster Familienvater und Bernhardiner-Besitzer in „Ein Hund namens Beethoven“.


Jean Penzer (1.10.1927-20.5.2021)

Der französische Kameramann Jean Penzer war ein Allround-Talent, das im gut gemachten Unterhaltungskino ebenso zuhause war wie bei den Werken von Jacques Demy, Chantal Akerman und Bertrand Blier. Spezielle Begabung bewies er darin, die zwielichtige Atmosphäre von Thrillern wie „Neun im Fadenkreuz“ und „Mörderischer Engel“ ins Bild zu setzen.


Marcell Jankovics (21.10.1941-29.5.2021)

Der ungarische Animationskünstler Marcell Jankovics verband in seinen Werken die Grundstrukturen von Volkssagen und Mythen mit Bilderwelten zwischen Holzschnitt und psychedelischen Eruptionen. Neben Kurzfilmen fanden auch seine spielfilmlangen Werke wie „Held Janos“ (1973) und „Sohn der weißen Stute“ (1981) internationale Beachtung.


Gavin MacLeod (28.2.1931-29.5.2021)

Der früh kahlköpfig gewordene US-Schauspieler Gavin MacLeod war von „Unternehmen Petticoat“ (1959) an ein Favorit von Regisseur Blake Edwards, der für Kinokomödien und Fernsehprojekte auf ihn zurückgriff. In den 1970er-Jahren wurde er als sarkastischer Nachrichten-Autor in „The Mary Tyler Moore Show“ und als freundlicher Kapitän in „Love Boat“ zum Fernsehserien-Star.


Clarence Williams III (21.8.1939-4.6.2021)

Der afroamerikanische Schauspieler Clarence Williams III stand in den 1960er-Jahren der Gegenkultur nahe, was sich in der Mitwirkung bei Shirley Clarkes „New American Cinema“-Beitrag „The Cool World“ ebenso zeigte wie in der populären Fernsehserie „The Mod Squad“, wo er einen Undercover-Cop mit Afrofrisur mimt. Später spielte er Charakterrollen wie als Vater von Prince in „Purple Rain“ oder Jazzmusiker Jelly Roll Morton in „Die Legende vom Ozeanpianisten“.


Libuse Sáfranková (7.6.1953-9.6.2021)

(© imago images/CTK Photo)
Libuse Sáfranková (© imago images/CTK Photo)

Mit der Titelrolle in der liebevoll-ironischen Märchenadaption „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ spielte sich die tschechische Schauspielerin Libuse Sáfranková schon als 19-Jährige für ewig in die Filmgeschichte ein. Neben weiteren Märchenfilmen überzeugte sie auch in Filmen von Jirí Menzel („Heimat, süße Heimat“) und Jan Sverák („Kolya“).

Ein Nachruf auf Libuse Sáfranková findet sich hier.


Ned Beatty (6.7.1937-13.6.2021)

(© imago/Mary Evans)
Ned Beatty (© imago/Mary Evans)

Im US-Kino gehörte der Schauspieler Ned Beatty mit der Aura eines gewieften Verkäufers ab den 1970er-Jahren zu den beliebtesten Nebendarstellern. John Boorman („Beim Sterben ist jeder der Erste“), Robert Altman („Nashville“), Sidney Lumet („Network“) und viele andere Filmemacher profitierten von Charme und Vielseitigkeit des rundlichen Darstellers aus Kentucky, der Verwundbarkeit und Autorität, Liebenswürdigkeit und Bedrohlichkeit beherrschte.

Ein Nachruf auf Ned Beatty findet sich hier.


John Erman (3.8.1935-25.6.2021)

Der US-Regisseur John Erman drehte wenige Kinofilme, war aber im Fernsehen ein geschätzter Routinier. Zu seinen bahnbrechenden Produktionen gehören die Miniserie „Roots“ (1977), die erste fiktionale Thematisierung der AIDS-Erkrankung in „Früher Frost“ (1985) sowie seine Annäherung an Anne Frank und ihre Familie aus Perspektive ihrer Helferin Miep Gies in „Mein Leben mit Anne Frank“ (1988).


Helmuth Ashley (17.9.1919-2.7.2021)

Der Österreicher war im bundesdeutschen Kino zuerst ein gefragter Kameramann, der Melodramen und Krimis ebenso in (meist schwarz-weiß gehaltene) Form brachte wie „kritische Gegenwartsfilme“ à la „Nasser Asphalt“ und den Kriegsfilm „Hunde, wollt ihr ewig leben?“. Mit „Das schwarze Schaf“ (1960) wechselte Helmuth Ashley zur Regie, wo er bei einigen Kolportagefilmen und vielen Fernsehstoffen bis in die 1990er-Jahre hinein tätig war.


Desmond Davis (24.5.1926-3.7.2021)

Der britische Regisseur Desmond Davis steuerte in den 1960er-Jahren Filme wie „Die erste Nacht“ und „Der Onkel“ zum „Free Cinema“ bei, das realistische Abbilder der Zeit anbot. Später drehte er das Mythenspektakel „Kampf der Titanen“ (1980) und Literaturverfilmungen fürs Fernsehen.


Luminita Gheorghiu (1.9.1949-4.7.2021)

Die Theaterdarstellerin Luminita Gheroghiu profitierte mit Mitte 50 vom Aufkommen der „Rumänischen Neuen Welle“, zu der sie denkwürdige Frauenporträts als fürsorgliche Krankenschwester („Der Tod des Herrn Lazarescu“), angepasste Akademiker-Frau im Ceausescu-Regime („4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“) und rücksichtslose Übermutter („Mutter und Sohn“) beisteuerte.


Richard Donner (24.4.1930-5.7.2021)

(© IMAGO / Mary Evans)
Richard Donner (© IMAGO / Mary Evans)

Der US-Amerikaner Richard Donner war zuerst ein vielbeschäftigter Fernsehserien-Regisseur, bevor er ab den 1970er-Jahren das Blockbuster-Kino mit aus der Taufe hob. Mit „Superman“ und „Lethal Weapon“ stieß er zwei kommerziell höchst erfolgreiche Filmreihen an. Daneben hatte er auch Erfolge mit dem Horrorfilm „Das Omen“ und dem Jugend-Abenteuer „Die Goonies“.

Ein Nachruf auf Richard Donner findet sich hier.


Wladimir Menschow (17.9.1939-5.7.2021)

Als Schauspieler war der Russe Wladimir Menschow in den 1970er-Jahren in vorbildhaften Rollen, etwa als Ingenieur oder Betriebspsychologe, zu sehen und kehrte auch später immer wieder zum Darstellerberuf zurück. Er selbst verstand sich allerdings mehr als Regisseur, dem insbesondere mit dem Drama „Moskau glaubt den Tränen nicht“ (1979) durch die seltenen Einblicke in den sowjetischen Alltag ein internationaler Erfolg gelang.


Rudolf Freund (15.1.1938-9.6.2021)

Der Filmhistoriker Rudolf Freund gestaltete als Mitarbeiter des Staatlichen Filmarchivs der DDR fast dreißig Jahre lang das Programm des legendären Ost-Berliner Archivfilmtheaters „Studio Camera“. Zugleich offerierte er den Filmclubs der DDR ein anspruchsvolles Verleihangebot an klassischen Filmen aus aller Welt und schrieb zahlreiche Artikel und Bücher.

Ein Nachruf auf Rudolf Freund findet sich hier.


Dilip Kumar (11.12.1922-7.7.2021)

Der indische Schauspieler Dilip Kumar war eine der Legenden des Bollywood-Kinos, der über einen Zeitraum von sechs Jahrzehnten vor allem in dramatischen und tragischen Parts reüssierte, Elemente des Method Acting in seinen Stil einfließen ließ und mit seinen Filmen etliche Kassenrekorde brach.


Pilar Bardem (14.3.1939-17.7.2021)

(© Imago/Future Image)
Pilar Bardem (© Imago/Future Image)

Die spanische Schauspielerin Pilar Bardem gehörte zu einer berühmten Familie von Filmschaffenden und nahm darin den Part der Matriarchin ein. Das prägte auch viele ihrer Filmrollen in einer fünfzigjährigen Karriere, die vom verbotenen neorealistischen Drama „El mundo sigue“ (1965) bis zu Almodóvars „Live Flesh“ (1997) und dem Historienfilm „Alatriste“ (2006) reichte. In Spanien war sie auch als engagierte Aktivistin in gesellschaftlichen Streitfragen bekannt.

Ein Nachruf auf Pilar Bardem findet sich hier.


Jacqueline Sassard (13.3.1940-17.7.2021)

Die attraktive französische Schauspielerin Jacqueline Sassard war ab Ende der 1950er-Jahre vor allem in italienischen Filmen vom anspruchsvollen Melodram „Wilder Sommer“ (1959) bis zur Antikenfilm-Persiflage „Kadmos – Tyrann von Theben“ (1961) zu sehen. Ihre besten Rollen spielte sie für Joseph Losey in „Accident“ (1966) und Claude Chabrol in „Zwei Freundinnen“ (1967). Kurz darauf aber beendete sie ihre Karriere.


Françoise Arnoul (3.6.1931-20.7.2021)

(imago/Photo12)
Françoise Arnoul (© imago/Photo12)

Die Französin Françoise Arnoul wurde in den 1950er-Jahren mit frivolen und freizügigen Rollen populär, bewies aber bei Jean Renoir („French Can Can“), Henri Verneuil („Verbotene Frucht“) oder Henri Decoin („Die Katze“) auch beachtliches Schauspieltalent. Ab den 1960er-Jahren reduzierte sie ihre Kinoparts auf gelegentliche Charakterauftritte.


Herbert Köfer (17.2.1921-24.7.2021)

Als Nachrichtensprecher und Moderator, vor allem aber als Film-, Theater-, Fernseh- und Rundfunkkomiker wurde der Berliner Herbert Köfer in der DDR zum Publikumsliebling. Daneben überzeugte er aber auch in ernsten Rollen wie als SS-Mann in „Nackt unter Wölfen“. Nach der Wende war er mit Gastauftritten weiter aktiv und galt bei der Feier seines 100. Geburtstags als „ältester aktiver“ Schauspieler der Welt.


Jean-François Stévenin (23.4.1944-27.7.2021)

Der rundliche, fast kahle französische Schauspieler Jean-François Stévenin gehörte zu den begehrtesten Nebendarstellern seiner Heimat. Gelegentlich zog er dabei auch größere Aufgaben wie den Lehrer in „Taschengeld“ (1976) und den Helfer einer sich mit Drogendealern anlegenden Barfrau in „Schnee“ (1981) an Land, war aber auch in kurzen Auftritten stets markant. Dreimal trat er auch mit eigenen Regiearbeiten hervor, die ihm in Frankreich Achtungserfolge bescherten.


Hanns Eckelkamp (28.2.1927-5.8.2021)

Der Filmkaufmann, Kinokettenbesitzer, Rechtehändler, Filmverleiher und Produzent Hanns Eckelkamp prägte das deutsche Nachkriegskino auf zahlreichen Ebenen. Mit dem „Atlas Filmverleih“ brachte er Akira Kurosawa und Ingmar Bergman in die deutschen Kinos, unterstützte junge deutsche Filmemacher von Rainer Werner Fassbinder bis Dani Levy und schöpfte kreative Werbeideen bis zur Filmauswertung bei Passagierflügen aus.

Ein Nachruf auf Hanns Eckelkamp findet sich hier.


Jane Withers (12.4.1926-7.8.2021)

Schon als kleines Mädchen war die US-Amerikanerin Jane Withers im Showgeschäft aktiv. Als 8-Jährige spielte sie den verwöhnten Widerpart der liebreizenden Shirley Temple in „Bright Eyes“. Mit zahlreichen weiteren Auftritten als aufgeweckt-freche Göre wurde sie zum Kinderstar und konnte sich auch als Teenager in Filmen behaupten. Im Alter von 21 Jahren zog sich von der Leinwand zurück, meldete sich ab und an aber mit Gastrollen, Werbespots und Sprechertätigkeiten wieder zurück.


Peter Fleischmann (26.7.1937-11.8.2021)

(© imago images)
Peter Fleischmann (© imago images)

Der deutsche Filmemacher Peter Fleischmann war ein pfälzischer Kosmopolit, der die Leidenschaft für lebendige Bilder mit in den „Neuen deutschen Film“ brachte. „Jagdszenen aus Niederbayern“ beschrieb mit hohem Authentizitätsanspruch den feindseligen Umgang der deutschen Provinz mit Außenseitern, „Die Hamburger Krankheit“ zeigte die Überforderung Europas mit einem rätselhaften Virus, „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ versuchte sich an einer veritablen Science-Fiction-Dystopie.

Ein Nachruf auf Peter Fleischmann findet sich hier.


Sonny Chiba (23.1.1939-19.8.2021)

Der japanische Schauspieler Sonny Chiba wurde mit Karatefilmen berühmt, von denen ab den 1960er-Jahren weit über hundert Stück entstanden. Quentin Tarantino verhalf ihm mit einer Rolle in „Kill Bill“ (2003) zu einer Alterskarriere mit weiteren Kino-Gastauftritten.


Edward Asner (15.11.1929-29.8.2021)

Der untersetzte Schauspieler Edward Asner mit den kräftigen Augenbrauen wirkte in seinen Rollen oft bärbeißig und leicht erregbar, was ihn zunächst für Cops („Gunn“) und Schurken („El Dorado“) zu prädestinieren schien. In der Rolle eines strengen, aber äußerst gutherzigen Journalisten wurde er in der Sitcom „The Mary Tyler Moore Show“ (1970-1977) zum Star und transferierte seine Figur Lou Grant erfolgreich in die nach ihr benannte Drama-Zeitungsserie (1977-1982). Weitere Erfolge hatte der auch in der Schauspielergewerkschaft aktive Darsteller in Miniserien wie „Roots“ (1977), als Anwalt vermeintlicher Sowjetspione in „Daniel“ (1983), mehrfach als Weihnachtsmann in Spielfilmen sowie als Papst Johannes XXIII. im Fernsehfilm „Ein Leben für den Frieden“ (2002).


Michael Constantine (22.5.1927-31.8.2021)

Der griechisch-stämmige US-Schauspieler Michael Constantine spielte ab den späten 1950er-Jahren Charakterparts jeglicher Ausrichtung in Filmen und Fernsehserien. Zur Rolle seines Lebens wurde der liebenswerte Patriarch einer anstrengenden Großfamilie in der Komödie „My Big Fat Greek Wedding“ (2001) und ihren Fortsetzungen in Film- und Serienform.


Mikis Theodorakis (29.7.1925-2.9.2021)

Der griechische Komponist Mikis Theodorakis war ein weltweit anerkannter Protagonist der zeitgenössischen Musik und in seiner Heimat auch durch sein kontroverses politisches Engagement berühmt. Zu seinen zahlreichen Filmmusiken gehörten insbesondere Werke von Costa-Gavras („Z“) und Michael Cacoyannis, wobei vor allem seine Arbeit für „Alexis Sorbas“ Filmgeschichte schrieb.


Jean-Paul Belmondo (9.4.1933-6.9.2021)

(© StudioCanal)
Jean-Paul Belmondo (© StudioCanal)

Sein breites Lächeln und ein ungebrochener Tatendrang kennzeichneten den französischen Schauspieler Jean-Paul Belmondo, der sich als frecher Protagonist in Jean-Luc Godards „Außer Atem“ als Star der Nouvelle Vague etabliert hatte. Neben zahllosen Komödien, Abenteuer- und Actionfilmen konnte der Publikumsliebling auch in dramatischen und anspruchsvollen Rollen bei Jean-Pierre Melville („Eva und der Priester“), Louis Malle („Der Dieb von Paris“), Alain Resnais („Stavisky“) oder Claude Lelouch („Les Misérables“) überzeugen.

Ein Nachruf auf Jean-Paul Belmondo findet sich hier.


Nino Castelnuovo (28.1.1936-6.9.2021)

Der italienische Schauspieler Nino Castelnuovo empfahl sich in den 1960er-Jahren für eine internationale Karriere und trat unter anderem für Luchino Visconti und Vittorio De Sica vor die Kamera, konnte dies aber nicht in dauerhaften Erfolg umwandeln. In die Filmgeschichte schrieb er sich gleichwohl mit der romantischen Hauptrolle im durchweg gesungenen Musical „Die Regenschirme von Cherbourg“ ein.


Lutz Stützner (14.4.1957-6.9.2021)

Der Dresdner Trickfilmer und Cartoonist Lutz Stützner gehörte zur letzten Regie-Generation des DEFA-Studios für Trickfilme in Dresden. Mit einigen seiner um 1989/90 entstandenen satirischen Animationsfilme schaffte er es sogar ins New Yorker Museum of Modern Art. Außerdem war er Mitbegründer und Wegbegleiter des Deutschen Instituts für Animationsfilm Dresden.

Ein Nachruf auf Lutz Stützner findet sich hier.


Michael K. Williams (26.11.1966-6.9.2021)

Eine große Gesichtsnarbe als Folge einer Schlägerei in einer Bar war das Markenzeichen des US-Schauspielers Michael K. Williams, der als homosexueller Ghetto-Räuber Omar Little zu einer der markantesten Figuren der gefeierten Serie „The Wire“ (2002-08) wurde. In weiteren Fernsehserien wie „Boardwalk Empire“ und „Lovecraft Country“ hatte er vergleichbar intensive Rollen, im Kino gestaltete er selbst kurze Auftritte („The Road“, „12 Years a Slave“) erinnerungswürdig.


Eiichi Yamamoto (22.11.1940-7.9.2021)

Der japanische Animationsfilmer Eiichi Yamamoto war einer der ersten, der seine Kunst auch im Ausland bekannt machte. Seine erotisch aufgeladenen Filme wie „A Thousand and One Nights“ (1969) und „Belladonna of Sadness“ (1973) gelten als historische Kleinode des Anime.


Jane Powell (1.4.1929-16.9.2021)

Jane Powell (imago/Ronald Grant)
Jane Powell (© imago/Ronald Grant)

Die lebhafte US-amerikanische Tänzerin und Sängerin Jane Powell erhielt schon als Jugendliche einen Filmvertrag bei MGM und belebte viele Musicals, bevor sie sich in den 1950er-Jahren dank des begnadeten Regisseurs Stanley Donen mit „Königliche Hochzeit“ und „Eine Braut für sieben Brüder“ auch in späteren Klassikern des Genres bewährte.


Mario Camus (20.4.1935-18.9.2021)

Der spanische Regisseur Mario Camus war ein nüchterner Filmemacher, der nichts von Schnörkeln und Experimenten hielt. Obwohl er in den 1960er-Jahren zum „Nuevo Cine Español“ gerechnet wurde und durchaus erfolgreich Musikfilme oder Italo-Western inszenierte, ist sein Name vor allem mit Literaturverfilmungen verbunden. Für „Der Bienenkorb“ gewann er 1982 bei der „Berlinale“ den „Goldenen Bären“.

Ein Nachruf auf Mario Camus findet sich hier.


Tatjana Turanskyj (27.7.1966-18.9.2021)

(© Tatjana Turanskyj)
Tatjana Turanskyi (© privat)

Die Filmemacherin, Autorin und Produzentin Tatjana Turanskyj war eine Ikone des feministischen Filmschaffens, die von ihrem Spielfilmdebüt „Eine flexible Frau“ (2010) an die Zwänge und Widersprüche thematisierte, in denen sich Frauen in der heutigen Gesellschaft wiederfinden. Mit der von ihr mitgegründeten Initiative „ProQuote Film“ stieß sie wichtige Diskussionen innerhalb des deutschen Fördersystems an.

Ein Nachruf auf Tatjana Turanskyi findet sich hier.


Melvin Van Peebles (21.8.1932-21.9.2021)

Der afroamerikanische Aktivist, Autor, Schauspieler und Regisseur Melvin Van Peebles begründete 1971 mit seinem Film „Sweet Sweetbacks Lied“ das Exploitation-Genre und bewahrte sich auch bei weiteren Regiearbeiten den Ruch eines eigenwilligen Geistes im Filmgeschäft. Neben Gastauftritten in Mainstream-Filmen trat er auch für seinen Sohn Mario Van Peebles regelmäßig vor die Kamera.


Roger Michell (5.6.1956-22.9.2021)

Der britische Regisseur Roger Michell tat sich in verschiedenen Genres hervor, wobei ihm Literaturverfilmungen („Verführung“) und stille Dramen („Die Mutter“) am meisten lagen. Sein größter Publikumserfolg wurde allerdings die romantische Komödie „Notting Hill“.


Heinz Lieven (18.4.1928-27.9.2021)

Der Hamburger Schauspieler Hans Lieven blickte auf eine lange Bühnenkarriere zurück, als er mit knorrigen Altersrollen ab den späten 1990er-Jahren im deutschen Fernsehen und Kino noch einmal Aufwind erhielt. Als greiser Nazi in Paolo Sorrentinos „Cheyenne – This Must Be the Place“ (2012) und in Atom Egoyans „Remember“ (2015) fand er auch internationale Beachtung.


Tommy Kirk (10.12.1941-28.9.2021)

Als Jugendlicher startete der US-Amerikaner Tommy Kirk eine erfolgreiche Karriere in Filmen des Disney-Studios wie „Sein Freund Jello“ (1957) und „Der fliegende Pauker“ (1963), bis seine Homosexualität und Drogenprobleme seine Entlassung bewirkten. Später war er in Strandkomödien und billigen Horrorfilmen zu sehen.


Jürgen Goslar (26.3.1927-5.10.2021)

Jürgen Goslar (imago/United Archives)
Jürgen Goslar (© imago/United Archives)

Der gebürtige Oldenburger Jürgen Goslar war in den 1950er-Jahren Schauspieler im bundesdeutschen Kino und zeigte solide Leistungen in Routinewerken, aber auch in anspruchsvolleren Filmen („Wir Wunderkinder“). Bald übernahm er mit durchmischtem Ergebnis zusätzlich auch Regie-Aufgaben. Zudem war er Synchronsprecher und Schauspiellehrer.


Helmut Herbst (2.12.1934-9.10.2021)

Der Rheinländer Helmut Herbst war in den 1960er- und 1970er-Jahren ein Protagonist des „Anderen Kinos“ und positionierte sich mit Animations- und Experimentalfilmen über Kunstrevolutionen in die Tradition von Foto- und Malerei-Avantgardisten. Neben langer Lehrtätigkeit entstanden bis in die 1990er-Jahre weitere eigenwillige Werke.


Eberhard Hauff (13.3.1932-13.10.2021)

Der Filmproduzent und -Funktionär Eberhard Hauff war an vielen Stellen bestrebt, dem Filmschaffen in Deutschland zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Unter anderem war er Gründungsmitglied und langjähriger Vorstand des Bundesverbands Regie und Gründer und Leiter des Filmfest München.


Leslie Bricusse (29.1.1931-19.10.2021)

Der britische Komponist Leslie Bricusse schrieb fürs Kino zahlreiche Filmmusiken und einprägsame Lieder, wobei seine Bandbreite von Bond-Titelsongs wie „Goldfinger“ bis zu Musicals wie „Willy Wonka und die Schokoladenfabrik“ und „Victor/Victoria“ reichte.


Alexander Rogoschkin (3.10.1949-23.10.2021)

Dem russischen Regisseur Alexander Rogoschkin gelang mit seinem Spielfilm „Die Wache“ 1990 auf der „Berlinale“ der internationale Durchbruch. Hier und in weiteren Filmen, vor allem der Burleske „Die Besonderheiten der russischen Jagd“ (1995), wurde er zum schonungslosen Analysten postsowjetischer Befindlichkeiten. In „Friedensfilmen“ wie „Kukushka – Der Kuckuck“ (2002) positionierte er sich gegen vergangene und gegenwärtige Kriege.


Tamara Trampe (4.12.1942-4.11.2021)

(Ventura)
Tamara Trampe (© Ventura)

Ohne die Dramaturgin und Regisseurin Tamara Trampe wäre der deutsche Dokumentarfilm der letzten Jahrzehnte nicht möglich gewesen. Als viel gefragte und hoch geschätzte Beraterin stand sie vor allem jungen Dokumentarfilmschaffenden zur Seite. Zugleich drehte sie filmische Essays, die stets aus persönlicher Betroffenheit und Anteilnahme resultierten.

Ein Nachruf auf Tamara Trampe findet sich hier.



Dean Stockwell (5.3.1936-7.11.2021)

(© IMAGO / ZUMA Wire)
Dean Stockwell (© IMAGO / ZUMA Wire)

Der US-amerikanische Schauspieler Dean Stockwell durchlebte eine Karriere mit mehreren Erfolgsphasen, die von langen Durststrecken unterbrochen wurden. In den 1940er-Jahren zeigte er schon als Kind neben Stars wie Gene Kelly und Gregory Peck herausragendes Talent, als junger Erwachsener glänzte er mit sensiblen Porträts in „Der Zwang zum Bösen“ und „Söhne und Liebhaber“. Ab Mitte der 1980er-Jahre war er schließlich ein vielseitiger Charakterdarsteller in Filmen wie „Paris, Texas“ und „Blue Velvet“ sowie der Fernsehserie „Zurück in die Vergangenheit“.

Ein Nachruf auf Dean Stockwell findet sich hier.


Emi Wada (18.3.1937-13.11.2021)

Die japanische Kostümdesignerin Emi Wada arbeitete fürs Ballett, immer wieder aber auch für den Film. Dort gestaltete sie prächtige Kleider für Regisseure wie Akira Kurosawa („Ran“), Peter Greenaway („Prosperos Bücher“) und Zhang Yimou („Hero).


Marie Versini (10.8.1940-22.11.2021)

Die aparte Französin Marie Versini wurde schon mit 17 Jahren an der Comédie-Française aufgenommen, erwarb ihren größten Ruhm aber als Darstellerin in deutschen Abenteuerfilmen, insbesondere als Winnetous Schwester Nscho-tschi. Neben weiteren Karl-May-Verfilmungen spielte sie auch im Weltkriegsdrama „Kennwort: Reiher“ (1963). In Frankreich war sie vor allem in Fernsehproduktionen zu sehen.


Volker Lechtenbrink (18.8.1944-22.11.2021)

Der deutsche Schauspieler Volker Lechtenbrink war in Bernhard Wickis „Die Brücke“ (1959) einer der Jugendlichen, der am Ende des Zweiten Weltkrieg für den Wahn der Nazis mit dem Leben bezahlt. Nach einigen weiteren Jugendrollen startete er eine vielseitige Erwachsenkarriere, die Theatererfolge, Fernsehauftritte und eine Karriere als Schlagersänger und Synchronrollen (etwa für Kris Kristofferson) umfasste.


Stephen Sondheim (22.3.1930-26.11.2021)

Der US-amerikanische Musical-Komponist Stephen Sondheim stieg in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Legende seiner Zunft auf, der für seine komplexen Rhythmen und seine hochintelligenten Texte gerühmt wurde. Viele seiner Bühnenarbeiten wurden verfilmt, originäre Filmmusik komponierte Sondheim für Alain Resnais („Stavisky“) und Warren Beatty („Reds“). Für Beatty schrieb er auch die Songs von „Dick Tracy“. Daneben floss seine Vorliebe für Wortspiele und Rätsel auch ins Drehbuch zur Krimikomödie „Sheila“ ein.


Roger Fritz (22.9.1936-26.11.2021)

Als Schauspieler Roger Fritz blieb er nicht zuletzt durch seine Auftritte in Filmen von Rainer Werner Fassbinder in Erinnerung; seine Karriere war darüber hinaus aber sehr vielseitig; er arbeitete als Fotograf und Reporter und war auch als Regisseur aktiv. Fürsprecher seiner ohne Anbiederung ans intellektuelle „Neue deutsche Kino“ gedrehten Werke wie „Mädchen, Mädchen“ und „Mädchen… nur mit Gewalt“ fand er eher bei nachfolgenden Generationen.

Ein Nachruf auf Roger Fritz findet sich hier.


David Gulpilil (1.7.1953-29.11.2021)

Der Angehörige der indigenen Aborigines bewies schon in seinem Filmdebüt in Nicolas Roegs „Walkabout“ (1973) Talent und Charisma. Bleibenden Eindruck hinterließ David Gulpilil als Schauspieler in Filmen angesehener australischer Regisseure wie Peter Weir („Die letzte Flut“), Phillip Noyce („Long Walk Home“) und Rolf de Heer („Charlie’s Country“).


Helga Reidemeister (4.2.1940-29.11.2021)

(© imago/Matthias Reichelt)
Helga Reidemeister (© imago/Matthias Reichelt)

In vielen ihrer Dokumentarfilme wie „Von wegen Schicksal“ und „Mit starrem Blick aufs Geld“ verknüpfte die Filmemacherin Helga Reidemeister Privates und Politisches. Ihr Kino wider die Tabus erzählte von Gewalterfahrung, Wurzellosigkeit und dem trügerischen Streben nach Geld, aber doch immer wieder auch von der Hoffnung und der Überlebenskraft, Energie aus den Unbilden des Alltags zu schöpfen. Zuletzt drehte sie mehrere Filme über die Lage in Afghanistan.

Ein Nachruf auf Helga Reidemeister findet sich hier.


Antony Sher (14.6.1949-2.12.2021)

Für seine Bühnenpräsenz in Stücken von Shakespeare und anderen wurde der gebürtige Südafrikaner Antony Sher im britischen Theater regelmäßig gefeiert. Im Kino fand er weniger fordernde Aufgaben, stach jedoch auch hier im AIDS-Drama „Alive & Kicking“, als Benjamin Disraeli in „Ihre Majestät Mrs. Brown“ und als elisabethanisches Pendant eines Psychiaters in „Shakespeare in Love“ hervor.


Roland Dressel (26.4.1932-5.12.2021)

(© DEFA-Stiftung/Wolfgang Ebert)
Roland Dressel (© DEFA-Stiftung/Wolfgang Ebert)

Der Kameramann Roland Dressel fotografierte in den 1970er- und 1980er-Jahren einige der bedeutendsten DEFA-Filme. Regisseure wie Rainer Simon, Roland Gräf oder Ulrich Weiß schätzten ihn für seine Bilderwelten, die sich den Geschichten unterordneten, aber zugleich mit immer neuen artifiziellen Einfällen aufwarteten.

Ein Nachruf auf Roland Dressel findet sich hier.


Lina Wertmüller (14.8.1928-9.12.2021)

Die einer adligen Schweizer Familie entstammende italienische Filmemacherin Lina Wertmüller begann als Assistentin von Federico Fellini und inszenierte ab den 1960er-Jahren eigene Filme. Fantasievoll-freche Zugriffe waren ebenso ihr Markenzeichen wie provokante Positionen zu Geschlechter- und Klassenkampf. Für „Sieben Schönheiten“ (1975) wurde sie als erste Frau überhaupt für den Regie-„Oscar“ nominiert.

Ein Nachruf auf Lina Wertmüller findet sich hier.


Cara Williams (29.6.1925-9.12.2021)

Die US-Schauspielerin Cara Williams bewährte sich in den 1950er-Jahren mit temperamentvollen Nebenrollen in Musicals wie „Viva Las Vegas“ oder der Sängerinnen-Biografie „Ein Leben im Rausch“. Als alleinerziehende Mutter, deren Handeln in „Flucht in Ketten“ zur Bewährungsprobe für zwei Ausbrecher mit unterschiedlicher Hautfarbe wird, wurde sie für den „Oscar“ nominiert.


Otto Hanisch (11.1.1927-13.12.2021)

Der Kameramann Otto Hanisch war ein Meister des DEFA-Genrefilms. Fast vierzig Jahre lang fotografierte er Komödien, Western und historisch-biografische Filme. Als besondere Herausforderung empfand er die Arbeit mit der 70mm-Kamera. Mit „Signale – ein Weltraumabenteuer“ und „Orpheus in der Unterwelt“ drehte er zwei herausragende 70mm-Filme in der DDR. Nach dem Ende der DEFA zog er sich in die Malerei zurück.


Sergej Solowjew (25.8.1944-13.12.2021)

Der russische Regisseur Sergej Solowjew trat zuerst mit Literaturverfilmungen nach Tschechow, Gorki und Puschkin hervor. Für die zartfühlende Liebesgeschichte zweier Jugendlicher in „Hundert Jahre nach der Kindheit“ (1975) wurde er bei der „Berlinale“ ausgezeichnet. Auch spätere Filme wie „Die fremde Weiße“ (1986) qualifizierten sich durch sensible Blicke auf junge Menschen in der Sowjetunion. Daneben schrieb Solowjew zahlreiche filmhistorische Werke und leitete russische Festivals und Filmemacher-Vereinigungen.


Verónica Forqué (1.12.1955-13.12.2021)

Die spanische Schauspielerin Verónica Forqué machte als Jugendliche erstmals in den Filmen von Jaime de Armiñán („Mi querida señorita“) auf sich aufmerksam. Ab den 1980er-Jahren vertrauten Regisseure wie Fernando Trueba („Das Jahr der Aufklärung“) und Pedro Almodóvar („Kika“) der munteren Aktrice lohnende Aufgaben an.


Jean-Marc Vallée (9.3.1963-25.12.2021)

Jean-Marc Vallee (imago/MediaPunch)
Jean-Marc Vallée (© imago/MediaPunch)

Der frankokanadische Regisseur Jean-Marc Vallée erweckte mit seinem Film „C.R.A.Z.Y.“ (2005) über das Heranwachsen eines homosexuellen Jugendlichen in einer konservativen Familie in den 1960er- und 1970er-Jahren auch jenseits seines Heimatlandes Aufmerksamkeit. Während seine kanadischen Filme eher lokale Erfolge blieben, inszenierte er in den USA das herausfordernde AIDS-Drama „Dallas Buyers Club“ (2013) und die Aussteiger-Geschichte „Wild“ (2014) und fürs Fernsehen die erste Staffel der Miniserie „Big Little Lies“ (2017) sowie „Sharp Objects“ (2018).


Betty White (17.1.1922-31.12.2021)

Die US-amerikanische Schauspielerin Betty White war in Serien und Quiz-Shows ein Fernsehstar der ersten Stunde, für den das Kino bis auf den Gastauftritt als Senatorin in „Sturm über Washington“ (1961) lange keine Rolle spielte. Nachdem sie durch die Erfolgsserien „The Mary Tyler Moore Show“ und „The Golden Girls“ ihren TV-Ruhm zementiert hatte, folgten bis weit in ihr 10. Lebensjahrzehnt hinein zahlreiche Gastauftritte als herzliche, schlagfertige oder schrullige alte Dame sowohl im Fernsehen als auch in Spielfilmen wie „Lake Placid“ (1999) oder „Selbst ist die Braut“ (2009).

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