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Neuer Kinotipp: „Lunana – Das Glück liegt im Himalaya“

Dienstag, 18.01.2022

Wohlfühlfilm mit Tiefgang: In „Lunana – Das Glück liegt im Himalaya“ entdeckt ein junger Lehrer in einem abgelegenen Bergdorf, was es bedeutet, ein guter Pädagoge zu sein

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Neuer "Kinotipp der Katholischen Filmkritik": In „Lunana – Das Glück liegt im Himalaya“ entdeckt ein junger Lehrer in einem abgelegenen Bergdorf, was es bedeutet, ein guter Pädagoge zu sein.


In dem Königreich Bhutan ist das Grundrecht auf Glück in der Verfassung verankert. Dennoch wollen viele junge Menschen nicht dort, sondern lieber irgendwo in der westlichen Welt leben. Auch der Lehrer Ugyen träumt davon, sein Glück als Sänger in Australien zu machen. Doch zunächst muss er nach dem Willen der Behörden für ein Jahr in dem titelgebenden Dorf Lunana hoch im Himalaya den Schuldienst übernehmen. Allein der Weg dorthin dauert viele Tage und ist mit Strapazen gespickt. Als Ugyen endlich angekommen ist, packt ihn das Grauen: Inmitten dieser bitteren Armut will er keineswegs den Winter verbringen. Doch die Kinder belehren den Lehrer bald eines Besseren.

"Lunana - Das Glück liegt im Himalaya" (trigon-film)
"Lunana - Das Glück liegt im Himalaya" (© trigon-film)

Der bhutanische Filmemacher Pawo Choyning Dorji erzählt in „Lunana – Das Glück liegt im Himalaya“ eine vertraute Geschichte mit viel Herz und einem halbwegs offenen Ende. Dabei entkräftet er westliche Stereotype über Bhutan; im Originaltitel „Lunana: A Yak in the Classroom“ ist gar nicht vom Glück die Rede, sondern davon, dass das Klassenzimmer vorübergehend auch als Stall für einen Yak dient: Die realistische Grundierung durch die Dreharbeiten vor Ort im echten Bergdorf Lunana und mit vielen der dortigen Bewohner beeindruckt durch Einblicke in die raue Wirklichkeit eines einfachen Lebens. Auch in Lunana gibt es soziale Probleme, Trunkenheit, Armut, Einsamkeit, doch die Unbekümmertheit der Kinder und die grandiose Landschaft bewegen den Lehrer, seinen Entschluss doch noch einmal zu überdenken.

Die Geschichte eines Städters, der geläutert wird, ist durchaus gefällig und mit einer optimistischen Färbung erzählt, kommt aber ohne Pathos oder Übertreibungen aus. Gerade auch das Ende führt auf den Boden der Tatsachen zurück, wenngleich die Zukunft des Protagonisten offenbleibt.

Die tiefe Menschlichkeit und Wärme, die „Lunana“ ausstrahlt, sind, so die Jury der Katholischen Filmkritik, gerade zu Beginn des dritten Pandemie-Jahres von großer gesellschaftlicher Wichtigkeit. Sie erinnern auch das Publikum daran, was es an Werten und Voraussetzungen schon besitzt, um glücklich und zufrieden zu sein. Der charmante Film benennt nicht nur Widersprüche und Sehnsüchte, sondern rührt mit der poetischen Kraft seiner Bilder auch an Erfahrungen des Einklangs mit der Natur, der gegenwärtig vielleicht eher weniger wahrnehmbar ist.

Seit 13. Januar in den deutschen Kinos: "Lunana - Das Glück liegt im Himalaya" (trigon-film)
Seit 13. Januar in den deutschen Kinos: "Lunana - Das Glück liegt im Himalaya" (© trigon-film)

Der Kinotipp der Katholischen Filmkritik“ ist ein Qualitätssiegel, mit dem Filme hervorgehoben werden, die in besonderer Weise religiöse Themen aufgreifen, von menschlichen Nöten, Sorgen und Hoffnungen erzählen und Antworten auf existenzielle Fragen formulieren.

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