© ZDF/Stephanie Kulbach

Der gute Bulle

Mittwoch, 08.06.2022

Drama um einen alkoholkranken Polizei-Spezialisten für Kindesentführungen - bis 7.9. in der 3sat-Mediathek

Diskussion

Der 1954 geborene Hannoveraner Lars Becker gehört zu den wenigen deutschen Filmemachern mit ambitionierten Genre-Arbeiten, die nicht den beim (Fernseh-)Publikum so beliebten Krimis angehören, sondern dezidiert Thriller und noch öfter Polizeifilme sind. Besonders die bereits rund 20 Jahre laufende Reihe „Nachtschicht“ wird von seinen Vorlieben für harte Milieus, psychisch schwer angeschlagene Charaktere, fatalistische Weltsichten und mitunter gewagten Szenarien geprägt, aber auch andere Filme und Filmreihen zeigen stets seine wiedererkennbare Handschrift.

2017 ließ er eine weitere Reihe vom Stapel: Der bereits in den „Nachtschicht“-Folgen agierende Armin Rohde ordnet sich in „Der gute Bulle“ nicht in ein Ensemble ein, sondern kann eine prägnante Studie abliefern, die sich in jedem der drei bisherigen Filme verfeinert.

Rohde ist der alkoholkranke Fredo Schulz, der im ersten Teil nach seiner Suspendierung wegen des Angriffs auf einen mutmaßlichen Kindsmörder in den Dienst zurückgeholt, als ein weiteres Kind verschwindet. Die Konfrontation mit dem vermeintlichen Täter Roland Bischoff (Axel Prahl) verläuft fruchtlos, doch dann eröffnet sich eine andere Spur. Geschickt lotet der ambitionierte Film die Untiefen der Figuren aus und nimmt dabei logische Brüche durchaus in Kauf. – Ab 16.

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