In einer texanischen Kleinstadt nehmen 20 Menschen an einem „Hands on“-Wettbewerb teil, bei dem derjenige unter den Teilnehmenden, der einen als Preis ausgesetzten blauen Pick-up-Truck am längsten mit seiner Hand berührt, das Auto mit nach Hause nehmen kann.
Der Film „One of These Days“ von Bastian Günther beleuchtet das krude Spektakel und nimmt sich Zeit, um zumindest einige der Teilnehmer ansatzweise mit einer Geschichte auszustatten. Etwa eine bibeltreue christliche Fundamentalistin, einen autistischen Musikliebhaber, der permanent Rhythmen klopft, ein Ex-Soldat, der bei den „Kameltreibern“ im Einsatz war, ein alter Mann mit einem Katheter und ein selbstbewusster Afro-Amerikaner.
Ferner ein unangenehmer, aber trickreicher „Hands on“-Profi, zwei etwas retardierte Witzbolde und nicht zuletzt der junge Vater Kyle, der in einem Drive-in-Imbiss jobbt und seiner kleinen Familie etwas Gutes tun möchte. Kyle wird zur tragischen Hauptfigur aufgebaut, die von Versagensängsten geplagt wird und bei aller Gutmütigkeit doch zutiefst verunsichert ist.
Dabei wird der Wettbewerb als unmenschlicher Trash bloßgestellt, bei dem alle nur verlieren können. Die rabenschwarze Milieustudie entwirft ein eindringliches, fast dokumentarisch genaues Bild der US-amerikanischen Provinz, ohne sich von den Figuren zu distanzieren oder sich über sie zu erheben. - Sehenswert ab 16.